2012

Neujahr am Fuji-san

Hakone Ropeway

Düsseldorf versinkt grade im Schnee … und ich liege gemütlich in eine dicke Decke eingerollt auf unserem Futon und genieße die Ruhe.
Nichts spannendes. Wirklich.

Als kleine Randnotiz sollte ich erwähnen, dass momentan die japanische Filmwoche hier in Düsseldorf stattfindet. Das Programm ist abwechslungsreich und es gibt von Klassikern bis Reizüberflutung einiges.

Gestern waren wir in „Always – Sanchome no Yuhi“. Den Film kannten wir zwar schon, aber die Gelegenheit ihn mit ganz vielen anderen Menschen zusammen zu schauen wollten wir uns nicht entgehen lassen. Allein schon wegen der herrlichen Reaktionen. Meine Freundin stellte am Ende fest, es gibt zwei Arten von „Lachtypen“. Eine Menge Leute, die leise hinter vorgehaltener Hand kichern und glucksen – und die andere Art, ein paar wenige die so laut losprusten, dass es für einen ganzen Kinosaal reicht.

Alle Mädels checkten nach dem Film erstmal ihr Makeup und auch den Männer im Saal sah man an, dass sie die ein oder andere Träne vergossen haben. Ein besonderer Gruß geht an die Dame, die neben mir gesessen hat – stolze 3 Packungen Taschentücher waren das mindestens die sie tränenvergießender Weise verbraucht hat ..

Wer Interesse an Japanischen Filmen (mit deutschen oder englischen Untertiteln) hat, sollte dort unbedingt vorbeischauen! Es ist umsonst und lohnt sich!  —> Hier gehts zur Website!

Bitte Bitte – falls ihr hingeht – auch unbedingt hinterher brav den Fragebogen ausfüllen, damit diese Veranstaltung auch die nächsten Jahre wieder stattfinden kann!

So, jetzt aber zurück zur Japan bloggerei..

Silvester.

Wir haben den Silvesterabend dieses Jahr nicht in Chiba verbracht, sondern sind – mit einem kleinen 2-Tägigen Umweg über Kamakura, Izu und Hakone – zum Yamanaka-ko gefahren. Einer der großen Seen um den Fuji-san herum und für Touristen denke ich mal auch einer der Interessanteren.

Kamakura hatten wir eigentlich nur für Sohnemann angesteuert um ihn mit dem Daibutsu zu beeindrucken.. aber er fand die Dango in der Stadt doch weitaus interessanter. Und die Nummernanzeige im Bus.

Tja, da es in Strömen regnete, waren wir auch eher schneller mit unserem Ausflug fertig . Einmal durch die Stadt wackeln und weiter in Richtung Izu. Da der Regen noch immer zu stark war um sich draußen in irgendeiner Art zu bewegen, mussten wir uns mit einem Blick übers Meer vom Auto aus begnügen und tuckelten dann weiter nach Yugawara.

Ich will garnicht wissen, wieviel Bf für das Hotel geblecht hat…. Edel… richtig traditionelles Ryokan.. mit privat Onsen.. und Washoku!

Das Essen war traditionell, aber zu gewöhnungsbedürftig. Ich konnte es mir nicht schmackhaft machen und Sohnemann auch nicht.. fast alles schaute einen an. Die kleinen weißen Fischchen, die in Tsuyu auf dem Konro vor sich hinköchelten.. das Sashimi, das in einem etwas verbogenem Fisch präsentiert wurde.. glibbriger Uni (Seeigel)… Sohnemann hat tapfer alles ohne Augen probiert!

Am nächsten Morgen brachen wir bei schönerem Wetter nach Hakone auf.

Per schweizer Bergbahn und Seilbahn nach Gora. Der Ort heißt wirklich so. Kein Regen mehr, ein paar Wolken und ein bisschen Sonnenschein war uns gewährt – inklusive dem Entdecken einer kleinen Ecke vom Fujisan.

Kann nicht mal langsam irgendein schlauer App Entwickler etwas entwickeln das anzeigt in welcher Richtung der Fujisan liegt?? Das würde das Leben manchmal um einiges leichter machen…

Nach einer Bootsfahrt über den Ashinoko wurde es auch schon wieder Zeit zum weiterfahren, schließlich will man ja den Jahreswechsel irgendwo komfortabel verbringen..

Yamanaka-ko also. Ein kleines Hotel, fast schon Backpackers hostel. Sehr günstig, nur Tatamiräume, sauber, mit kleinem Onsen und Gemeinschaftsmicrowelle.

Wir ignorierten den Hauseigenen Mini-onsen allerdings, denn wir hatten größeres vor.

Es gibt in der Nähe einen Onsen Themenpark mit 18verschiedenen Onsen. Für 1000yen kann man in 8 verschiedenen planschen – zahlt man mehr, kann man auch die anderen erkunden. Aber 8 sind ja schon vollkommen ausreichend finde ich. Wir teilten uns also auf und nachdem ich mich wieder einigermaßen ins System eingewöhnt hatte mit all den Körben und Handtüchern und so weiter, genoss ich eine ganze Stunde Zeit für mich! Vom kleinen Rotenburo-Goemon-Kübel aus konnte ich die Sterne bewundern, in der unterirdischen Grotte entsponn sich eine interessante Unterhaltung mit einer Japanerin, die es unglaublich interessant fand, dass eine Gaijin sich in ihren Onsen verirrt hat und die zahlreichen Kinder blieben erstmal mit offenem Mund stehen sobald sie mich entdeckten. Achso, und die vielen Pflegeprodukte erst die einem dort zur Verfügung gestellt werden!! Ein Paradies!

Auf der Männerseite gibt es nicht so viele Extras, aber es scheint meinem Sprössling auch so gefallen zu haben, denn die Männer verkrümelten sich auf sein Drängeln hin nach einer kurzen Pause direkt zur zweiten Runde.

Ich dagegen bestaunte die Gelassenheit der japanischen Väter um mich herum, die schlafenderweise ihre Kinder hüteten bis Frau Mama aus dem Onsen zurückkehrte.  Ich glaube ich hätte nicht weiterschlafen können, wenn mir ein Pampersrocker mit der Windel am Po übers Gesicht rutscht… Nachdem er mich erblickt hatte, war alles andere sowieso uninteressant. Da hieß es erstmal „wir verstecken uns vor der Langnase und luken ab und zu mal hervor ob sie noch da ist“. Sehr unterhaltsam.

Nachdem alle aus unserem Grüppchen wieder aus dem Onsen herausgekrabbelt waren, stellten wir fest – mist! Es ist fast schon Neujahr!

Jetzt aber Husch Husch schnell noch Soba im Konbini kaufen und zurück zum Zimmer!

Es wurden dann doch nur Instant-soba… nicht so wirklich lecker, aber immerhin haben wir aufgegessen und somit kann dieses Jahr nur ein gutes Jahr werden! Jawoll!

Den Countdown haben wir im Fernsehen nebenbei verpasst… und nachdem wir es bemerkt hatten, gab es ein gemurmeltes „Happy new year“ und ein etwas lauteres „Otanjoubi omedetou“ für mein Männe – dann wurden die Futons ausgerollt und die Sache mit Neujahr, Geburtstag etc. war gegessen.

Neujahr auf japanisch halt.

Der nächste Morgen überraschte uns mit klarem Wetter und einer berauschenden Ansicht auf den Fujisan. Letztes Jahr war es ja schon der Wahnsinn, aber dieses Jahr war es noch klarer zu sehen! Außerdem hatte er auch mehr Schnee als im letzten Jahr, was ihn in der Sonne richtig funkeln ließ.

Der Tag wurde dementsprechend dazu genutzt, die Seen rund um den Fuji-san zu genießen, einen kleinen Ausflug ins Fuji Milkland zu machen (wo wir letztes Jahr im Winter ein Häuschen gemietet hatten), dort jede Menge Eis zu essen…

und zum Schluss den Sonnenuntergang am Tanuki-ko zu sehen.

Schade, dass der Tag nur 24h hat.. so fuhren wir im Dunkeln zurück nach Chiba..


Yokohama – von Chinatown bis Anpanman

Tag 3

Dahaaaa! Neue Kamera!

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Eigentlich wollte ich mir die „alte“ Panasonic Lumix G3 zulegen, aber Panasonic beschloss dann gegen Ende des letzten Jahres doch, die Kamera aus dem Verkauf zu nehmen und dafür zwei neue zupräsentieren.

Meine Wahl fiel somit auf die sehr ansprechende G5. Leider nur mit japanischer Bedienung. Macht ja nüscht, unnütze Kanji wollte ich ja eh schon immer lernen, also gab es direkt das double lense kit – denn ohne Objektive ist auch die schönste Spiegellose-Reflex-digitalkamera recht nutzlos. Spiegellose ist übrigens 10x unterstrichen, denn genau damit macht Panasonic massiv Werbung.

Zum Vergleich durfte ich im Laden auch die neue Olympus Pen und eine der neusten Sony Entwicklungen ausprobieren, sind auch beide sehr schön, nur – die Panasonic fand ich um Weiten handlicher. Das Gewicht, die Optik und vor allem die Handhabbarkeit selbst mit großen Objektiven stimmen – schwupps noch ein Macro Objektiv dazugewählt, eine schicke Tasche und Tadaaaaaa! Jetzt bin ich voll ausgerüstet!

Natürlich muss man mit neuen Kameras erstmal ein bisschen rumspielen – und natürlich packt man als absoluter Noob in dem Bereich garantiert auch am ertsen Tag das falsche Objektiv ein…. *räusper*

So startete also der Tag und wir machten uns auf in Richtung Yokohama. Per Auto.

Der Großbereicht Tokyo-Yokohama ist mit dem Auto ungefähr so angenehm zu befahren wie… hmmm… nehmen wir mal Brechdurchfall.
Ihr seht, es ist super toll. Vor allem wegen der Parkplätze.
Es gibt sie, aber mit bis zu 1000yen -also knapp 10€- pro Stunde sollte man sich den Sinn des Unterfangens gut überlegen.

Aber nun ja, wenn man mit 7 Leuten unterwegs ist, ist das Auto nicht die schlechteste Lösung. Und so tuckelten wir über Umi-Hotaru hinein nach Yokohama.

Warum ausgerechnet Yokohama? Weils mir da gefällt! Wir verbinden viele Erinnerungen mit Yokohama und einen Großteil meiner Zeit in Japan habe ich auch dort verbracht. Es ist sauber, abwechslungsreich und der Blick über das Meer ist von dort aus auch schön..

Ziel Nummer 1 – SOGO.

Sogo ist eine Kette riesiger Einkaufskomplexe, die so ziemlich alles in sich vereinen was man sich nur vorstellen kann. Nach kurzer shoppingtour (auf dem die Zweignase sich einen Rilakkuma im Schlafsack ergatterte) trieb uns der Hunger ins Chinatown.

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Das Yokohama Chinatown ist noch immer einer der wenigen Orte, die mich wahnsinnig machen weil ich mich grundsätzlich dort verlaufe!
Ich habe es noch nie geschafft, dort den gleichen Laden zweimal zu finden geschweigedenn zurück zu den Panda-man zu finden die ich meinem Sprössling zeigen wollte.
Selbst mit modernster Technik ala Apple Maps lande ich in der Pampa zwischen Zwitschernden Verkäufern, die einem das ganze Jahr über Kuri, Esskastanien, andrehen wollen oder einem die neusten Speisekarten solange unter die Nase halten bis man ihnen verspricht nur noch schnell seine Freunde zu holen und dann dort einzukehren.
Aber diesmal war es anders.
Keine Zeit zum verlaufen. FMIL hatte den Plan und lotste uns zielsicher zum Restaurant ihrer Wahl. Wenn es ums Essen geht, findet sie immer zielsicher den Weg. Wir trotteten folgsam hintendrein und ich ärgerte mich über den Objektiv- patzer der es mir unmöglich machte, nette Fotos zu machen. Argrrrrh! Zumindest habe ich es dadurch gelernt…

da war der Tisch noch fast leer..

Das Restaurant stach nicht besonders hervor und, um es mit den Worten von Bfs Mutter auszudrücken, Höflichkeit ist was anderes, aber das wird in einem Chinesischen Restaurant geduldet. Nachdem wir unsere Bestellungen aufgegeben hatten konnten wir garnicht so schnell schauen, wie sich der Tisch füllte. 7 Hauptgerichte in der Mitte, 7 Schalen Reis, 7 Schalen Suppe, 21 Schälchen mit eingelegtem Gemüse und irgendetwas scharfem, 2 Salate und Getränke und… Voll!
Wir futterten uns also munter einmal quer durch alles durch – verdammt lecker!- und rollten dann in Richtung Auto zurück. Dort trennten sich dann unsere Wege, denn wir wollten noch in Richtung Minato Mirai und der Rest hatte eher das Bedürfnis einen Verdauungsschlaf zu machen…

Einmal durch die Roten Backsteinhäuser des Aka-Renga-Soko, einmal das Meer sehen, sich ein bisschen auspowern und dann auf zum Queens square.

Weil unsere Mägen auf wundersame Weise plötzlich wieder Platz für mehr hatten, konnten wir den „Kastella Bärchen“ unterwegs nicht wiederstehen..

„Betsu Bara“, also quasi „Ersatzmagen“, nennen es die Japaner wenn man plötzlich trotz definitivem Überfressens noch ein wenig Platz für Süßkrams in seinem Magen findet..

Einmal schnell durch den Queenssquare zur Minato Mirai gehuscht und Sohnemann seinen Wunsch eines ausgedehnten Pokomon center Besuches erfüllt.

Pokemon center.

TAUSENDE von Pokemonviechern in allen Variationen und Kombinationen. Ob als Plüsch oder Schlüsselanhänger, Brotdose, Schlafanzug oder gar als Handtäschchen! DAS also ist ein Pokemon center!
Mein Sohnemann, sichtlich überfordert von den ganzen Eindrücken entschied sich am Ende (nach gut einer Stunde in diesem riesigen Laden..) ganz brav für 4 Booster packs mit Sammelkarten. Eine weise Entscheidung, denn mehr hätte am Ende auch nicht mehr in unsere Koffer gepasst…

Ich durfte meine Nase noch kurz in den gegenüberliegenden Ghibli shop stecken, aber irgendwie hat sich der Drops gelutscht. Die wirklich schönen und brauchbaren Sachen bekommt man dort nur noch selten und das ist schade. Selbst die Baby Abteilung musste nun anderen Sachen weichen und ich würde den Laden daher mittlerweile eher als „Ghibli, Raupe Nimmersatt, Gespard und Co“ betiteln.

Weihnachtsbeleuchtung Minatomirai

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Auf zum Anpanman Museum!

Nein, wir sind nicht durch den Vergnügungsteil durchgehüpft. Ich denke da ist mein Sohnemann schon ein bisschen zu groß für… obwohl.. manchmal..
Dafür haben wir uns in der riesigen Shoppingmall umgesehen. Faszinierend was man so alles herstellen kann wenn man eine Hand voll Hauptcharaktere zur Verfügung hat und eine Anzahl von Nebencharakteren die aufgrund ihrer Anzahl einen Platz im Guinnesbuch der Rekorde halten. Auch erstaunlich in welcher Preisklasse sich diese Dinge bewegen wenn man bedenkt wie viele Eltern ihre Kinder damit von oben bis unten ausstaffieren…


Ein Pullöverchen in pink mit Aufdruck – 60€. Eine Kinderjeanshose mit Herzchen – 90€. Ein Paar Winterhandschuhe mit Anpanman Gesicht darauf – 45€. Niedlich sind sie ja…. aber da kaufe ich meinen Kindern lieber 30 Teile von H&M oder zur Not auch Uniqlo.

Hauptziel unseres Besuches in der Mall war allerdings ein anderes Geschäft.

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Karreepanman, Shokupanman und Anpanman!

Jiamu Ojiisans Baking factory – Onkel Marmelades Bäckerei!

Dort kann man nämlich Charakterbrötchen und andere Leckereien kaufen. Oder einen Backkurs belegen und diese dann selber herstellen.
Da unsere Zeit nur für ersteres reichte, bestaunten wir erstmal das Angebot und entschieden uns dann, für den Schnäppchenpreis von „nur“ 300¥ (~3€)pro Brötchen, 6 verschiedene Dingsbumse mitzunehmen mit dem Ziel einer Magenverstimmung. Olé.

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Die Dinger haben wir dann später auf der Rückfahrt per Bus gefuttert.. waren garnichtmal so lecker… zumindest ein paar davon. Den Kurimu-panda kann ich z.B. uneingeschränkt empfehlen. Den Baikinman nicht. Und Dokin-chan auch nicht.

Wie grade schon erwähnt, fuhren wir an diesem Abend mit dem Bus zurück und wurden zuhause direkt überrascht. Bfs Bruder hatte der Vormittag mit Zwergnase so gut gefallen, dass er spontan alle seine Pläne umgewirbelt und seine Frau bei ihren Eltern abgeliefert hat um noch den Abend und den nächsten Morgen mit uns verbringen zu können. Gemütlich unterm Kotatsu zusammengekuschelt ließen wir den Abend bei hausgemachten Mochi ausklingen. Myamm.

P.s.: mehr Bilder gibt es wenn Flickr eeeendlich aufhört meine Bilder zu zerstückeln! …und im selben Zug werde ich dann auch die Bilder hier mit den komischen Streifen/Teilungen ersetzen.. habt Geduld mit mir..


Air france, Sky tree, Jetlag und andere Katastrophen

Tag 1&2

Da war er nun, der erste Japanurlaub mit Kind.
Die antrainierte Routine – Koffer packen, Zugverbindung zum Flughafen raussuchen, Handgepäck nochmal überprüfen und für einen frühen Flug sehr spät ins Bett gehen- check.

Alles verlief flüssig, wir landeten trotz Klappermaschine und ungenießbaren Keksen gut in Paris, machten uns dort auf den Weg zum Terminal und stiegen in den „großen Flieger“, der uns nach Narita bringen sollte.

Die erste Enttäuschung – unsere drei Sitzplätze waren nicht wie von der Tante beim Check-in angekündigt am Fenster sondern lagen in der Mitte.. Mitte mit 3 Personen heißt, dass neben einem noch jemand anders sitzt, der evtl nicht so erpicht darauf ist in einer Reihe mit einem Kind zu fliegen oder generelle Aversionen gegen Männer hegt oder was weiß ich nicht noch alles.

Die Frau neben der wir landeten gehörte zur ersten Kategorie.
Augenrollen. Na das kann ja ein lustiger Flug werden..

Gefreut hat uns dann die Ansage nach dem Start in der es hieß, dass es später Eis gäbe – allerdings hat keiner dazu gesagt, dass das Eis mitten in der verordneten Nachtruhe ganz ganz heimlich und leise ausgeteilt wird damit es auch ja keiner mitbekommt. Großartig. Ich war gottseidank noch wach und konnte meinen Sprössling wecken der vorher Stundenlang auf das versprochene Eis gewartet hatte, sonst hätte es wohl Tränen gegeben.

Beim Anblick des Kindermenüs konnte ich seine Reaktion „Das ess ich nicht!“ durchaus nachvollziehen und auch mir ging es beim normalen Menü nicht viel anders. Angekündigt war glaube ich Shougayaki mit Zuckerschoten und noch irgendwas… die Realität stellte sich als matschiger Brei mit Einheitsgeschmack heraus.

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Schaut lecker aus, nicht?

Warum ich so auf dem Essen rumhacke? Weil ich weiß, dass es auch lecker geht! Bei British Airways in der Buisiness class war es verdammt lecker! Bei Korean Airlines in der Holzklasse ebenfalls! Warum bekommen dass KLM und Air France nicht auch hin?!

Der Rest des Fluges verlief recht ruhig, auch weil die erzwungene Bettruhe sich bis eine Stunde vor Landung hinzog. Man hat quasi gegessen, geschlafen, wurde kurz vor knapp geweckt, zum nochmal essen gezwungen und die Tabletts wurden dann während der Landung eingesammelt.
Für Kinder gab es jetzt nicht so viel interessantes – das deutschsprachige Entertainment beschränkte sich auf „Madagascar 3“ und „Hotel Transilvanien“. Nach dem 2. Mal Madagascar hat mein Sohnemann dann auch aufgegeben und geschlafen.

Bei der Landung waren wir noch ziemlich verpennt, aber es hilft nichts – dem Piloten sagen er soll doch mal bitte etwas langsamer landen weil wir noch schlafen wollen funktioniert irgendwie nicht. Hrmpf.

Tokyo. Ungewohnt kalt. Diesmal wurden wir auf dem Weg zum Zug nicht von Aushilfspolizisten angehalten und zu unseren Aufenthaltszielen befragt. Schade aber auch. Ich hab doch extra ein bisschen Osaka-ben gelernt für solche Fälle!

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Egal, der Zug hat uns auch so sicher nach Chiba transportiert und da Bf dort noch eine Verabredung mit der Bank hatte, haben die Zwergnase und ich uns in den nächsten Starbucks verkrümelt wo wir mit unseren 3 Koffern auch fast nicht aufgefallen sind.

Nach dem kleinen Zwischenstopp in Chiba city ging es weiter zu unserem eigentlichen Ziel – Bfs Mutter.
Die Wohnung ist typisch japanisch. Winzig und bis unter die Decke vollgestellt, aber trotzem irgendwie gemütlich und es gibt einen Kotatsu! So lässt sich Bibberkälte aushalten! Nur das Badezimmer hätten wir am Liebsten gemieden, denn das Außenfenster war nicht so wirklich dicht, was uns ein gefühltes -4 Grad eisiges Duscherlebnis verschaffte. da konnte auch das bis zum Siedepunkt aufgeizte Wasser nichts dran ändern. Zumindest die Toto-Klobrille war beheizt.

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Der erste Tag fiel mit dem Todestag von Bfs Vater zusammen.
Es ist eine schwere Zeit. Auf der einen Seite möchte man unbeschwert und mit guter Laune seine eh schon knappe zeit in Japan genießen und auf der anderen Seite klebt die Erinnerung mit vielen Gefühlen verbunden an einem.
Es fühlt sich noch nicht an, als wäre es schon ein Jahr her. Eher als wäre es letzte Woche passiert.

Das Schöne – in Japan ist der Tod nicht wirklich gleich Tod. Der Verstorbene ist immernoch Teil des Lebens und der Tag beginnt meißt mit einer kleinen Schale Reis für den Mini-Schrein mit Foto. Auch von Reisen bringt man kleine Mitbringsel mit die dann im- oder auf dem Holzkästchen landen.
Am Grab wird mit dem Verstorbenen gesprochen als läge er nur in seinem Bett und würde alles mitbekommen. „Geht es dir heute gut? – Ich mache es dir jetzt gemütlich – Ich habe dir Blumen und deine lieblings Räucherstäbchen mitgebracht – Bis morgen, Papa“.

Auf diese Art fühlt sich das Ganze nicht so bedrückend an finde ich. Vielleicht liegt es aber auch einfach nur an der fröhlichen und herzlichen Art von Bfs Mutter.

Nach dem Besuch am Grab waren wir drei schon ziemlich fertig und wollten nur noch eine Kleinigkeit vor dem Schlafen essen.
Auf zum Yume-an, einem Kettenrestaurant in dem man eine große Auswahl an traditionellen und moderneren Sachen hat – von Fisch über Nudeln über Shabu Shabu ist eigentlich für jeden was dabei und es ist mit im Schnitt 8€ pro Gericht bezahlbar.
Unser Krümel brauchte nicht lange für seine Entscheidung, denn es gab Kindermenüs mit Anpanman! Ich hatte irgendeinen Fisch mit furchtbar vielen Gräten (ich hasse Gräten..) und eh nicht so viel Hunger. Bf hat es gefreut.

Tja, und dann war der Tag (für uns) auch schon fast wieder um. Den Sonnenuntergang an der Küste verpassten wir knapp, aber die Aussicht übers Meer war trotzdem einfach schön und irgendwie beruhigend. Lukas war allerdings so müde, dass er direkt im Auto einschlief.

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Am nächsten Morgen war die ganze Truppe dann schon um halb 4 wach, schlich sich ins Wohnzimmer unters Kotatsu und schaute die japanische Version vom Kinderkanal.Bildungsfernsehen auf Japanisch. Englisch für die Kleinsten. Als ich dazu kam, hüpfte grade eine Bleichnase in komischen Latzhosen und buntem Ringelschirt über den Bildschirm und sang ein Lied über Körperteile. Ich ging direkt wieder ins Bett.
Gegen 6 habe auch ich es nicht mehr ausgehalten und mich in das Abenteuer Dusche gestürzt. Kaaaaaalt! Eiskalt! Danach war ich zumindest richtig wach. Kind ebenfalls durch die Dusche gezogen und zurück unters Kotatsu bis der Herr auch fertig war.

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Tagesplan – Tokyo! Einmal Asakusa und zurück bitte.

Eigentlich wollten wir noch in andere Stadtteile, aber wie das Leben so spielt kamen wir doch erst um 11 in Chiba los, wuselten einmal durch Asakusa (natürlich durfte das obligatorische Omikuji nicht fehlen…) und setzten unseren Weg per 100yen Bus zum neuen Sky tree fort.

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Tja, der Sky tree. Vor 3 jahren war er noch klein und niedlich und es hingen rote Kräne an den Gerüsten. Vor 2 Jahren war schon die erste Plattform plus Ringweg fertig, die kleinen roten Kräne hingen immernoch dran. Letzes Jahr war er eigentlich schon fast fertig, nur der Sendemast fehlte noch Teilweise und an der Außenverkleidung wurde noch ein bisschen rumgebastelt – und dieses Jahr standen wir also vor dem vollendeten Prachtwerk. So wie gut 500 oder mehr andere Leute auch.

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Wir hatten KEIN Ticket im Internet reserviert. Wozu auch? Das bisschen warten.. haha..ha..ha…

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Fast 4 Stunden haben wir angestanden! 4 besch….. STUNDEN! Draußen sind wir halb erfrohren, im Wartesaal erstickten wir fast vor Hitze. Außerdem fühlt sich warten mit Jetlag auch besonders toll an. Müßig langsam bewegte sich die Schlange in endlosen Serpentinen vorwärts. Überall Menschen. War man erstmal drinnen, kam man nicht mehr raus. Mir war schlecht, dem Kind war langweilig und Männe hatte schlechte Laune wegen dem schlechten Wetter. Yay. Perfekte Voraussetzungen.Endlich an der Kasse. 20€ pro Erwachsenem, 10€ für Zwergnasen. 50€ weg..
Wir dachten uns „supi, jetzt haben wir das Schlangestehen ja hinter uns – auf ins Abenteuer!“ und unsere Laune war schon kurz davor sich zu verbessern, da wurden wir in die Warteschlange für den Fahrstuhl eingegliedert.
Großartig.
Nach 20 Minuten rumstehen öffneten sich endlich die Fahrstuhltüren und wir durften eintreten.
Mit rasantem Tempo ging es nach oben, man bekam Druck auf den Ohren und dann…. war man endlich oben. Auf dem höchsten freistehenden Turm der Welt.

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Mehr Menschenmassen. Um am Fenster was zu sehen musste man sich anstellen -oder vordrängeln (dies schien die bevorzugte Methode besonders von älteren Herrschaften zu sein). Das Wetter war immernoch schlecht. Grottig schlecht. Kein Fuji-san. Dafür jede Menge Wolken.
Tokyo mit schlechtem Wetter ist nicht wirklich schön…Etwas enttäuscht stellten wir uns also wieder in die Endlosschlange für den Fahrstuhl der einen wieder zurückbringen sollte und nach „nur“ einer Stunde standen wir wieder vor dem Turm, belächelten die Wartenden mitleidig.

Zum Abschluss aßen wir Shabu Shabu in meinem Lieblingsrestaurant „Onyasai“ in Ueno. Leider etwas unter Zeitdruck, da es der Abend für Bonenkai, also Jahresabschluss Saufveranstaltungen der japanischen Firmen, war. Nach 2 Stunden wurden wir herauskomplimentiert, da die nächsten Reservierungen quasi schon Schlange standen. Wer schonmal Schabu Shabu gemacht hat, der weiß das 2 Stunden quasi garnichts sind… schade, trotzdem lecker.

Der Zug zurück nach Chiba tuckelte langsam vor sich hin, es war schon dunkel, wir fühlten uns Matschig und als wir zurückkamen, fielen wir direkt ins Bettchen.


Zurück im neuen Jahr!

O-shogatsu Totoro set

 

Ein Chaotischer und später Start, aber trotzdem wünsche ich euch, meinen lieben Lesern, allen ein frohes neues Jahr und hoffe ihr hattet auch eine schöne Weihnachtszeit (…au Backe ist das schon wieder lange her..)

Wie sich die Meisten sicher schon gedacht haben, war es bei uns etwas chaotisch mit der Zeiteinteilung und ich musste gezwungenermaßen den Blog ziemlich vernachlässigen, aber nun ist die erste Stresswelle abgeebbt und es kann weitergehen.

Vielen Dank auch für eure lieben Kommentare zu meinem letzten Post.
Es sei euch versichert, dass uns kein Trennungsdrama bevorsteht, ich ganz viele Kuschel- und Streicheleinheiten bekomme, ich mich immernoch zwischendurch aufrege, aber das vollkommen normal ist – und ich mittlerweile auch gelegentlich bekocht werde! Yay!

Ich denke einfach, dass alles eine gewisse Zeit zum einpendeln braucht und bei 99% der Dinge haben wir jetzt unseren Rhytmus gefunden. Am Rest wird weitergearbeitet!

Jetzt fragt ihr euch sicherlich, was wir so spannendes und anstrengendes in den Weihnachtsferien vollbracht haben..

Weihnachten – für euch sicher relativ unspannend und deshalb hier auch nur eine Randnotiz- waren wir bei meiner Familie feiern. Das erste „echte“ Weihnachten für Männe und auch richtig klassisch mit Kirche und singen bevor es Geschenke gibt. Für mich normal, für ihn etwas vollkommen neues. Er hatte fast genauso leuchtende Augen wie die Kinder! Alles in allem eine entspannte und schöne Zeit.

Am 2. Feiertag setzten wir (Bf, Lukas und meine Wenigkeit..leider ohne Mimi..) uns in den Flieger. Den Todestag von Bfs Vater und die Zeit um Neujahr verbrachten wir in Japan.

Auch dieses Mal gab es ein „erstes Mal“.. das erste Mal Japan mit Kind.
Ich habe mir vorher so viele Sorgen gemacht – übersteht er den langen Flug gut, kommt er mit der Sprache zurecht, verträgt er das Essen, wird er mit der Familie klarkommen usw.

Nach viel zu vielen Listen zum Koffer packen ist das Zeug am Ende nach dem Motto „ein bissel hiervon, ein bissel davon“ hinein geflogen – und das stellte sich am Ende auch als gut heraus. Alle meine Sorgen waren vollkommen unberechtigt!

Ok, die Sorge um den Flug war berechtigt, denn wir flogen mit Air france.. ihm ging es super (ausgestattet mit Gameboy, Nintendo DS, Büchern, Spielen und was weiß ich nicht noch alles..) aber ich hätte mich am laufenden Band aufregen können! Das Essen war nicht essbar, die versprochene Fensterplatzreihe stellte sich als „in der Mitte“ heraus und die Menschen die jeweils beim Hin- und Rückflug neben uns saßen waren höchst unangenehm…
Vielleicht war ich aber auch einfach nur zu gestresst, wer weiß.

So, die „für mich Zeit“ ist auch schon wieder um.. die paar Minuten für diesen Post mitgerechnet, hatte ich seit Weihnachten fast genau 4 Stunden für mich – und 3 davon habe ich auf einem Zahnarztstuhl verbracht. Dafür gibts bald neue Beißer! Hurraa!

Jetzt noch eine Runde Flickr befragen warum es meine Bilder nicht ordentlich hochladen will und stattdessen zerstückelt, und dann hoffe ich, dass ich vielleicht heute Abend noch die Ruhe und Zeit finde, über unseren Urlaub zu schreiben…

Ein schönes Wochenende~


Der Hausmann

Es gibt momentan sehr wenig zum nörgeln für mich und mit rosa Wattebuschen wie toll doch alles momentan ist, mag ich euch irgendwie auch nicht bewerfen.

Es sind nur Kleinigkeiten die die Harmonie ein wenig stören.. so zum Beispiel gestern.

Vorweg: Normalerweise koche und putze ich IMMER (mit Ausnahme des Frühstücks, da ich aus Zeitmangel da nur für die Kinder und mich etwas vorbereite und der Herr eh bis in die Puppen schläft).
Nun kommt es auf Grund meines super tollen Semesterplanes aber vor, dass ich von Montags bis Donnerstags jeweils bis kurz vor knapp in der Uni sein muss, dann direkt losstürme um die Kinder abzuholen und zu Hause dann noch Hausaufgaben betreuen muss etc.

Normalerweise kein Problem…

wäre da nicht der Geburtstag meines Sohnes gewesen.

Das ganze Wochenende über kreischende Kinder, Stress, Chaos und alles was so dazu gehört! Ich sage nur, NIE wieder Übernachtungsparty mit mehr als einem Gast!
Die Zwergnasen waren erst um 1:00 endlich ruhig, da fing der Nachbar an seine Anlage aufzudrehen (Rache für die kreischenden Kinder?) und behielt die Lautstärke dann bis 6:30 morgens bei. Sprich – bis zu meiner Aufstehzeit wummerte die Bude… und dann war Stille. Ganze 10 Minuten lang. Dann regten sich die ersten Monster im Kinderzimmer und es war vorbei mit „durchatmen, Entspannen..“.

Nun gut, das Wochenende hatte ich also ganz knapp überlebt und war Sonntag um 18:00 einfach schon zu müde um noch irgendwie Kuchen für die Grundschule zu backen – der Plan also: Ganz schnell ins Bett gehen, Montag um 5:00 aufstehen und Kuchen backen.

Gesagt, getan, der Plan wurde in die Tat umgesetzt und die Kinder waren um 19:00 schon im Bett (scheinbar genauso fertig wie ich..)….. das einzige, das ich nicht mit einkalkuliert hatte war *Dödööööm* mein Männe!

Bis um Mitternacht hat er mich wachgehalten weil er nicht schlafen konnte!

Um 5:00 klingelte mein Wecker des Grauens. Ich glaube, solche Augenringe hatte ich noch nie zuvor – aber Zähne zusammenbeißen (soweit vorhanden) und durch! Kuchen fertig, Kinder fertig, alle in Schule und Kindergarten inklusive mir und dann kam er…. der Stundenplan.

von 8:00 bis 16:15 purer Theorieunterricht! Und alles Prüfungsrelevant! Dösen war nicht und Pausen gab es auch nicht wirklich..

Nachdem ich die Kinder dann eingesammelt habe und sie sehr sehr lieb im Kinderzimmer für mich Bilder gebastelt haben, konnte ich dem Lockruf nicht wiederstehen und bin im Halbschlafenden Zustand aufs Futon geplumpst.

„Ja mein Schatz, das Bild sieht wirklich sehr schön aus! Ist das eine Prinzessin/ein Roboter?“ ….war das einzige das ich noch rausbekommen habe.

Eine Stunde später sah ich meine Rettung kommen (in Form von BF). Pustekuchen. Sein erster Satz war “ Ich habe Hunger!“.

Toll Schatzi, ich auch! Aber ich kann mich grade nicht bewegen… mein Gehirn und Schlaf und so.. du weißt schon.. RETTE MICH!!

Wieder Pustekuchen. Schimpfend ist er in die Küche abmarschiert mit den Worten “ Da hätte ich auch gleich Hausmann werden können!“…

Wäre ich nicht so fertig gewesen, hätte ich mich fast noch darüber aufgeregt.. fast.. aber nein, ich bin aufgestanden, habe das Abendessen gekocht und habe bis 23:00 brav seinen Problemchen gelauscht um dann heute Morgen um 4:00 wieder aufzustehen und den nächsten Kuchen zu backen.. das Kind will schließlich auch in der Nachmittagsbetreuung feiern.

Nachher erwartet mich auch nur eine Englischprüfung und 6 Stunden Nähunterricht..

Ein Hoch auf die Hausmänner!


Auf nach Koblenz – Teil 2

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Ich hoffe ihr hattet alle ein nettes Wochenende und vielleicht auch ein bisschen Schnee so wie wir.

Jupp.. es wird langsam wirklich Winter und Weihnachten steht auch schon vor der Tür, ich habe noch kein einziges Geschenk fertig, müsste dringend noch ein paar Teile für meine Wintergarderobe nähen und eine Semesterarbeit steht auch noch zur Abgabe an. Weil das noch nicht genug scheint, hat mein Sohn nächstes Wochenende auch noch Geburtstag. Schon wieder. Hatte er nicht kürzlich erst? Wie, das Jahr ist schonwieder fast rum? Och nö..

Und wie immer, wenn ich ganz furchtbar viel zu tun hätte und mich gerne drücken möchte, fange ich an zu bloggen..

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Koblenz also. Mein erstes Mal Koblenz war ja vom Kofferstress geprägt, aber das zweite Mal wollten wir dann so richtig genießen. Jahaaaa… ein Hotel in der Pampa habe ich auch recht schnell gefunden. Das nächste Mal schaue ich mir vorher den Stadtplan ein wenig genauer an.

Morgens um kurz nach 7 ging es los, zwei verschlafene Kinder, zwei verschlafene Erwachsene, was gibt es besseres!

 

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Der wunderschöne Euroexpress versorgte uns gottseidank mit einer Steckdose pro Sitz, war sauber und um uns herum saßen angenehmere Zitgenossen als wir es von unseren sonstigen Fahrten gewohnt waren.

Angekommen, verfrachteten wir unser Gepäck erstmal in Schließfächer am Bahnhof und schlunzten – eine Liste mit Sehenswürdigkeiten in der Hand- in Richtung Stadt und Rheinpromenade.

Aus grauem Regenwetter wurde größtenteils blauer Himmel und auch die Temperaturen verleiteten uns dazu, bals unsere Jacken in den Rucksack zu stopfen und im Langarmshirt durch die Gegend zu hüpfen.

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Die Innenstadt an sich fanden wir nicht so verlockend, aber das Drei-Länder-Eck hatte es uns angetan und so verbrachten wir die meißte Zeit auf der Promenade.

 

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Direkt an der Promenade gibt es übrigens ein Chinesisches Restaurant mit Mittagsbuffet – war lecker und sehr günstig – und in der Nähe des alten Stadtkerns findet man ein gutes italienisches Restaurant, ebenfalls sehr preiswert, lecker und vor allem super schneller Service!

 

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Das Hotel war – wie schon erwähnt – weeeeeit weg. Sehr weit. Zu Fuß ca. 50 Minuten vom Bahnhof (zu dem wir ja wegen unserer Taschen zurück mussten..).
Ein Anruf im Hotel brachte uns auch keine Erleuchtung wie wir dort hingelangen könnten, am Ende blieb uns nur noch die Fahrt mit einem Taxi (während der wir dann die GESAMMTE Lebensgeschichte des Fahrers samt der Geschichte seiner Lebensgefährtin präsentiert bekamen.

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Das Hotel war klein, sauber aber sehr sehr hellhörig. Leider. Zumindest waren wir so müde, dass wir irgendwann gegen 1 dann doch eingeschlafen sind .

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Frühstücksbuffet war auch ok und wir starteten recht gut gelaunt in den neuen Tag. Auf zum Schloss! Seit letztem Jahr gibt es eine neue Seilbahn, die über den Rhein zum Schloss führt. Das Schloss selber war nicht so interessant, aber der Ausblick! Seht selbst:

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Zum Schluss noch ein paar Abschluss- und Erinnerungsfotos, und schon war das Wochenende wieder rum. Leider.

*Fotos kommen in ein paar Minuten nach, wenn ich meinen Computer wieder im Griff habe!! Argrrrrh!

 

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Auf nach Koblenz! Teil 1

Meine Güte ist das schon wieder lange her, dass ich hier geschrieben habe!

Lasst es mich so zusammenfassen: Kinder, Männe, Semesterarbeiten, Hausaufgaben, Prüfungen, Kinder, Männe, Männe, Kinder…. usw.

Zwischenzeitig haben wir es mal geschafft, uns zwei Wochenenden freizuschaufeln und somit hat es uns einmal nach Koblenz und einmal in Richtung Augsburg gezogen.

Warum Koblenz?

Ganz einfach..
ich gebe es ja zu ich bin ein riesiger Tollpatsch und Dinge vergessen ist sozusagen mein Hobby. Mein Regenschirm, den ich vorletzten Sommer 2x irgendwo in Japan hab liegen lassen (und der mir aber immer wieder zurückgeschickt wurde..) ist da ein gutes Beispiel für -aber der Koblenz-vorfall toppt das irgendwie noch.

Ich war also mit Kind und Kegel per Bahn zu Besuch in Hannover bei meiner Familie. Auf der Rückreise Samstags lief alles super, die Bahn hatte noch nichteinmal verspätung und gedanklich hatte ich schon 2 Kreuzchen gemacht, da fällt mir beim Kinder wegbringen auf, dass meine Reisetasche sammt Haustürschlüssel nicht mehr dort ist wo sie sein sollte.

PANIK!

Kurz nachgedacht – im ICE ward die Tasche das letzte Mal gesehen – also Notrufsäule am Bahnhof bedient und paralel meine Mutter angerufen und um Hilfe gebeten.

„Hallo? Hören Sie? Was kann ich für Sie tun?“ – eine gelangweilte Herrenstimme.

Ich erklärte geduldig mein Problem und hatte sogar die Zug- und Abteilnummer parat um die Suche zu erleichtern. Der gute Herr versuchte daraufhin den Schaffner an Bord zu erreichen. Nichts.

„Hat wohl nen Funkloch.“ Haha…ha…ha… „Da kann ich ihnen jetzt auch nicht mehr helfen. Der Zug ist übrigens mit Endziel Koblenz unterwegs. Ich habe jetzt Feierabend. Versuchen Sie es Montag nochmal.“ Tüt tüt tüüüüüüüt.

Grandios. Meine Mutter hatte schon alle Servicecenter durchtelefoniert mit der gleichen Antwort (Feierabend und byebye) meine letzte Hoffnung war die Bahnhofspolizei.

Vorher vergewisserte ich mich noch bei eiem Freund, dass ich die Nacht nicht auf der Straße verbringen musste und fuhr daher in Richtung Bochum.

Auf dem Weg rief ich bei der Bahnhofspolizei an.

Tja.. da der Zug mittlerweile schon im Banhof angekommen und weitergefahren war, war das auch nicht mehr ihr Zuständigkeitsgebiet – aber zumindest gaben sie mir die Nummer von der Bahnhofsinfo wo ich dann gottseidank auch jemanden erreichte.

Ich wurde mit den Worten „Haben Sie zufällig einen blauen Rucksack oder eine karierte Reisetasche verloren? Die haben wir nämlich hier.“ begrüßt.
Konnte der etwa hellsehen? Tja, mittlerweile war es schon zu spät um noch nach Koblenz zu fahren, aber ich beschloss am nächsten Morgen direkt den ersten Zug zu nehmen und nachts überlegte ich mir dann – hey, da bist du schonmal in Koblenz, da kannst du eigentlich auch gleich mal den Tag für Sightseeing nutzen!

Gesagt getan, hat mir gut gefallen und somit beschloss ich de Rest der Familie das nächste Mal mitzuschleifen!

Auf nach Koblenz also!~


Alltags (wahn)sinn

 

Der Alltag hat sich eingeschlichen jetzt, wo alles wieder geregelt und straff durchorganisiert laufen muss.

Ich habe mir vor BFs Zuzug viel zu sehr den Kopf zerbrochen und mir die schlimmsten Szenarien ausgemalt und letztendlich hat mich das an  den Punkt gebracht an dem man sagt „egal, was solls – wir probieren es! Und wenn es schief geht ist es halt so, und wenn nicht – um so besser“

Und.. es ist bis jetzt gut gegangen. Er nörgelt zwar noch immer über Essen und Deutschland, aber durch seinen Deutschkurs beginnt er langsam zu entdecken was um ihn herum so alles geschieht.

Den ersten Monat hat er mir zu jeder Tages- und Nachtzeit genau sagen können wie viele Wochen/Tage/Stunden er jetzt schon in Deutschland is

t, mittlerweile muss auch er nachrechnen und nimmt es mit einem gelassenen Schulterzucken hin.

Ich habe mich auch wieder im Stress eingefunden und hey, meine Zeit für mich alleine ist auf….. fast Null geschrumpft!
Ich stehe morgens als erste auf, mache Frühstück und die Kinder fertig, bringe die Kids in Schule und Kindergarten, hetze zu meiner Uni in der Hoffnung noch pünktlich zu kommen (harr harr… Grundschule beginnt um 8:1

5…. meine Uni um 8:00), sitze meine 8 bis 9 Stunden dort ab und hetze zurück um die Kinder wieder einzusammeln. Einkaufen, Hausaufgaben, kochen und auf Männe warten. Wahrlich erfüllend das Ganze.

Hätte ich nich.. ja, hätte ich nicht realisiert, dass die Zeit in der Uni MEINE Zeit ist und ich mich dort in fast allen Bereichen austoben kann, würde ich daran wohl zugrunde gehen. Aber es ist ein Ausgleich und somit fühle ich mich selten wirklich gestresst (eigentlich nur, wenn es um Semesterarbeiten geht).

Abends wenn BF endlich nach Hause kommt, das Abendbrot vertilgt wurde und die Kinder friedlich schlummern, kommen die bösen Hausaufgaben aus seinem Deutschkurs dran.

Jupp. Erklären wir mal Dativ, Akkusativ und Genitiv aus dem St

ehgreif mit variablen und vor allem einfachen Beispielen- und ohne dabei das japanische merkwürdige Hilfsbüchlein, welches er sich angeschafft hat, mit bösen Wörtern zu bedenken.
Japaner haben mitunter einen sehr merkwürdigen Blick auf die deutsche Grammatik.

Zumindest tut ihm der Kurs gut und er hat dort Anschluss gefunden.
Am Wochenende „darf“ ich zu einem Essensausflug mitkommen. Beim letzten Restaurantbesuch der Gruppe habe ich dankend abgelehnt, ab

er jetzt beim 2. Mal werde ich quasi gezwungen und ich hege die Befürchtung als Versuchsobjekt für Deutschkenntnisse herhalten zu müssen. Aber egal, kann ja auch durchaus lustig sein.

Bf beschrieb mir das letzte Dinner-treffen so:

„Du weißt ja, da ist eine Japanerin in meinem Kurs. Und ein Russe. Und zwei Koreaner- die sind ein Paar. Und zwei Brasilianer und der eine ist seeeeehr….genki! Aber da waren vom anderen Kurs auch Leute dabei. Die eine Japanerin von denen war die Beste in Deutsch und hat sich z

ur Führerin Aufgespielt. Mochte die nicht. Willst du nicht das nächste Mal mitkommen????“

Somit werde ich ihn also vor der Herschsüchtigen Japanerin beschützen. Vielleicht.

Übrigens- wir haben eine schnucklige japanische Videothek in der Stadt! Jawoll! Japanische Filme ohne Untertitel und dafür bekommt man auch die ganz alten Schinken.
Übers Wochenende haben wir uns „Always – 三丁目の夕日“ (san-chome no yuhi – Sonnenuntergang der dritten Straße) ausgeliehen. Es gibt drei Teile die jeweils die gleichen Charaktere enthalten und deren Geschichten erzählen. Der erste Teil spielt in der Nachkriegszeit während des Aufbaus des Tokyo Towers. Alle drei Teile sind sehr empfehlenswert! Für Leute die nah am Wasser

gebaut sind, sollte eine Taschentuchbox bereit stehen… für alle Fälle.

Das bringt mich auf den Gedanken, dass ich mal eine Liste mit 10 Dingen über uns erstellen wollte… fangen wir doch mal mit unserem Star an:

BF:

1) Ist ein Neujahrskind

2) Hasst Gemüse und Obst – vor allem, wenn es grün ist oder in irgendeiner Weise gesund sein könnte (Ausnahmen sind Nori und Weintrauben)

3) Hat noch nie in seinem Leben Shorts oder kurze Hosen getragen

4) Steht total auf Michael Jackson

5) Ansonsten hört er nur ältere japanische Musik (z.B. Nakashima Miyuki etc) -einzige Ausnahme ist“ Bump of Chicken“ (Bampu) von denen er ein paar Stücke ertragen kann

6) War vorher noch nie länger als 2 Wochen im Ausland

7) Hat sich bei seinem letzten Europaaufenthalt in Spanien eine kleine Lebensmittelvergiftung zugezogen dank dem „Eis des Grauens“ wie er es so schön nennt

8) Wenn er sauer ist, wird er ganz ruhig und ignoriert alles um sich herum

9) Isst in Düsseldorf am Liebsten im Kotobuki

10) MUSS jeden Sonntag die neuste Folge von „Jojo no kimyou na bouken“ schauen, sonst wird er unausstehlich!

Rose:

1) hat trotz Aprilwetter in ihrem Leben erst einmal einen verregneten Geburtstag gehabt

2) Isst alles. Und wenn es sein muss sogar Natto und warabimochi.

3) Liebt es zu zeichnen und zu nähen… wäre da nicht diese unglaubliche Faulheit die einen davon abhält es zu tun… (egal, durchs Studium MUSS ich die Sachen jetzt machen wenn ich nicht durchfallen will!)

4) Liebt es, sprachen zu lernen und spricht aktiv momentan 5. Einzige Hassliebe besteht mit Kanjis, da bei diesen das Gehirn zu einem seeeehr grobmaschigen Sieb mutiert

5) Kann 6 Instrumente spielen – hat aber kaum Zeit dazu~

6) Ist sehr nah am Wasser gebaut („guck mal, ein Eichhörnchen- wie süß“ *heul*)

7) hätte gerne mehr Zeit zum schreiben und lesen

8) Schreibselt an einem kleinen Buch, dass Kindern das erlernen von Hiragana und Katakana nebst ein paar einfachen Vokabeln erleichtern soll

9) Steht auf japanische Horrorfilme

10) Hasst es, ignoriert zu werden *grummel*

L-kun:

1) Ist der größte Starwars-fan ever und kann mir jegliche Charakternamen plus deren Geschichte auswendig aufsagen

2) Hasst Hausaufgaben

3) Ist sehr verantwortungsbewusst

4) Beschützt seine Kleine Schwester mit Hingabe

5) Lesen ist doof – außer nachts heimlich unter der Bettdecke

6) Kann seit er 4 ist mit Stäbchen essen

7) Isst alles- und am Liebsten japanisches oder chinesisches Essen

8) Will irgendwann mal Astronaut werden

9) Spricht sehr niedlich mit BF (d-a-s *pause* i-s-t *pause* l-e-e-e-ck-e-r!)

10) Hatte schon seine erste Freundin, findet knutschen aber ekelig und hat sich deswegen getrennt

M-chan

1) Ist eine Prinzessin.

2) Ist eine Prinzessin!

3) IST EINE FEENPRINZESSIN!

4) Ist eine… ach egal.. ist niedlich

5) Weiß genau, dass sie niedlich ist – und bekommt damit ALLES

6) Ist ein ausgewachsener Morgengrüffelo (siehe Buch „Der Grüffelo“)

7) Wird unglaublich kreativ, wenn es darum geht Ausreden zu erfinden um noch nicht ins Bett zu müssen

8) Kann sich schon recht gut auf Japanisch ausdrücken und plauscht gelegentlich mit FMIL

9) Liebt es zu malen und Dinge mit Glitzer einzukleistern

10) Will später auch mal Designerin werden und Nähen so wie Mama. Oder Ärztin werden und auf Weltraummissionen ihren Bruder unterstützen. (Sehr ernstes Gespräch der beiden: „Also, wenn du dann Astronaut bist und dir im

Weltall wehtust, wer hilft dir denn dann?! Ich will nicht, dass dir dann keiner hilft – also werde ich Arzt und dann komme ich mit und helfe dir!“)


Formulare..

Meine Güte, jetzt ist es doch tatsächlich schon über einen Monat her, dass mein Freund zu uns gezogen ist.

Der Alltag hat sich verändert, meine Freizeit sich verringert, der Stress pendelt phasenweise zwischen „you´ll get insane“ und „wohoooo“ und das Zusammenleben gestaltet sich…. interessant!

In den ersten zwei Wochen hatte ich noch Semesterferien und konnte bei Behördengängen helfen/dolmetschen/Händchen halten und als Entertainer fungieren. Ihr glaubt garnicht was für schwachsinnigen Papierkram man so ausfüllen muss! Teilweise kam ich mir vor wie bei Asterix und Obelix wo sie für die Formulare hin und her laufen mussten.

Erste Hürde- die Anmeldung. Was braucht man um ein Handy in Deutschland haben zu können? Richtig – ein Konto! Was braucht man um ein Konto eröffnen zu können? Eine Wohnsitzanmeldung! Was braucht man für ein Visum? Eine Wohnsitzanmeldung!

Bis uns das alles mal irgendwie jemand mitgeteilt hat, hing ich schon gut 2 Tage am Telefon mit blutigen Ohren und trockenem Mund.

Der Weg führte mich also ins Meldebüro unseres Stadtteils. Haha. ha. ha.

Meldebüro Frau: „Um sich hier in Düsseldorf anmelden zu können, benötigen Sie zuerst das Visum.

Ich: Aber aber.. wir brauchen doch eine Meldebescheinigung um das Visum zu beantragen?!

Sie: „Nein, kann nicht sein. Erst Visum, dann Anmeldung.“

Ich: “ Wir haben vor 10 Minuten mit der Visastelle telefoniert und die haben uns mitgeteilt wir müssen ihn erst hier anmelden damit der Antrag überhaupt gestellt werden kann!“

Sie *böser Tonfall*: “ ICH HABE IHNEN DOCH GRADE GESAGT, DASS SIE E.R.S.T! EIN VISUM BRAUCHEN UND SICH D.A.N.N. ANMELDEN KÖNNEN!“

… daraufhin habe ich dann nochmal mit dem Konsulat telefoniert, die mir dann eine Telefonnummer mit der Hotline der Meldebehörden gegeben haben und mir viel Glück wünschten.

In der Hotline wurde ich von einem sehr jung klingendem Mann begrüßet (oh mein Gott ich werde alt…) der über meine Schilderung des Vorfalls verständnissvoll sein Mitleid bekundete und uns verriet (was laut seiner Aussage eigentlich der Job seiner *inkompetenten* Kollegin gewesen wäre) dass wir uns bitte in der Haupt- Meldezentrale einfinden sollen.

Also nichts wie auf – nach NUR 3 Stunden Wartezeit kamen wir auch tatsächlich dran und der Wohnsitz wurde in Nullkomma nichts geändert.

Dann wurden wir an die zuständige Behörde für Visa weitergeleitet.
Dort durften wir dann nochmal warten. 2 Stunden vergingen. Der Handyakku neigte sich dem Ende.. nach fast 4 Stunden wurden wir endllich aufgerufen und tadaaaaa… wie soll ich es beschreiben?! KRIESE!

Nach kurzer schilderung unseres Anliegens wurde uns mitgeteilt, dass das alles ja ganz schön ist, aber die Leute die den entsprechenden Erstbuchstaben des Nachnamens bearbeiten leider schon bis mindestens Februar ausgebucht wären. Zu einem anderen Sacharbeiter, der z.B. die Buchstaben X und Z (die ja nun wesentlich seltener vorkommen als z.B. A, M oder was auch immer) bearbeitet könne man nicht wechseln, das wäre dann nämlich nicht Vorschriftskonform. Yay!

Man schickte uns weiter in eine Abteilung von der ich noch nichtmal den Namen kannte und uns erwartete ein leicht korpulenter Mann, der sich unser Anliegen anhörte und dann grinsend mit ur-bayrischem Akzent erwiederte „Ja Moi, da sinns aba 3 Monate zu früa drann!“

Er empfahl uns, dass Gästevisum noch abzuwarten und den eigentlichen Visumsantrag erst gegen mitte November zu stellen.  Da mein Freund die Zeit eh mit dem Besuch eines Deutschkurses verdüddeln wollte, kein Problem – und so spazierten wir mit gültiger Meldebescheinigung aus dem Amt.

Nächste Haltestelle: Bank!

…reicht es wenn ich sage, dass man für ein Konto nicht nur die Meldebescheinigung braucht, sondern auch EIN VISUM?

Nach einer gefühlt  mindestens 70 minütigen Diskussion habe ich mich mit meiner Version von „ein Gästevisum ist doch auch ein Visum“ durchgesetzt und wir konnten das Konto eröffnen. Wohoo.

Vorletzter Halt: ein Handyladen in der Innenstadt, namentlich T-mobile.

Warum T-com Schrott? Weil ich da auch bin und wir somit umsonst miteinander telefonieren könnten. Tschakka.

Die Mitarbeiterin war nett, schien kompetent, der Papierkrams war in weniger als einer Stunde erledigt und während wir auf die Freischaltung warteten, genossen wir noch ein paar Sonnenstrahlen vor dem örtlichen Starbucks. Brauchte Kaffee.

Nach unserer Rückkehr in den Laden erwarteten uns betroffene Gesichter. In meinem Kopf hörte ich die kleine Stimme „warum kann nicht einmal etwas klappen..“ und schon teilte uns die Verkäuferin mit – ohne Visum kein Handy. GNARRRRF!

Mit einem kleinen Trick hebelten wir am Ende auch diese Hürde aus und… tadaaaa… Männe besitzt nur ein schickes Iphone 5 mit massig Speicherplatz weil wegen und so.
Schick ist es ja, aber…. egal. Man kann damit telefonieren und mit seiner Mama skypen funzt auch!

Der letzte Ausflug führte uns ins japanische Konsulat zur Registrierung.
Da das gute Gebäude mehr als 3 Eingänge hat, war ich leicht überfordert den richtigen zu finden – und hätte uns nicht ein netter Herr („Ey, suchst du Konsulat, gehst du DA“) weitergeholfen, würden wir wahrscheinlich noch immer vor dem falschen Eingang stehen und verzweifelt klingeln.

Im Konsulat muss man sich per Gegensprechanlage mit Kamera anmelden, aber um gaaaaanz sicher zu gehen steht davor auch noch ein Wachmann der aufpasst, dass auch wirklich nur befugte da reingehen.

Wie gewohnt wollten wir also zusammen gehen, da ich eh die ganzen deutschen Formulare mit mir rumschleppte um sie ihm bei Bedarf kurz übersetzen zu können, da werden wir vom Wachmann aufgehalten.

Ein kleiner 1,50m Giftzwerg der irgendwie in meinem Gehirn eine leicht grüne Gesichtsfarbe verpasst bekam wollte mir den Eintritt verwehren. Mein Freund erklärte ihm dann, dass ich sehr wohl ein Recht hätte dort einzutreten und er sich mal zusammenreißen solle. Einfach so Mädels anzuschnauzen weil sie nicht japanisch sind gehöre sich nicht.

Die Formulare dort waren… gewöhnungsbedürftig und selbst mein Männe hatte so seine Probleme mit dem Ausfüllen. Am Ende ließen wir die halb ausgefüllten Blätter zurück und machten uns auf um die restlichen benötigten Informationen zu sammeln die benötigt wurden.

Bei der zweiten Runde Konsulat war der Wachmann schon viel freundlicher und ich konnte die ’seltene spezies „Japanischer Salaryman“ ‚ in ihrem natürlichem Umfeld bewundern.

Der Konsulatszaum für „Besucher“ umfasste nichtmal 4x4m, plötzlich öffnete sich eine Sicherheitsschleusentür und heraus kamen 5 oder 6 Salary men in schicken Anzügen mit Taschentüchern und Notizblöcken in der Hand. Nach ein paar Minuten ziemlich gequetschten Rumstehens (war ja kein Platz da) und Gaijin (mich) anstarren, nickten sie sich verlegen zu, wechselten ein paar Worte alá „heute ist aber nicht so gutes Wetter, nicht war? “ Was dann das gewöhnliche zustimmende Murmeln auslöste. Verlegenes Schweigen… nach ein paar weiteren Minuten verschwand die Gruppe dann wieder durch die Sicherheitsschleuse und ward nicht mehr gesehen… bis…

Nachdem wir endlich alles ausgefüllt hatten, beschlossen wir uns noch etwas Gutes zu tun und liefen zu einem etwas versteckt liegendem Restaurant mit dem Namen „Kotobuki“. Dieses Restaurant ist relativ schnell zu einem unserer Lieblinge mutiert, da es dort gute Hausmannskost zu akzeplablen Preisen gibt, aber zum Restaurant selbst werde ich wann anders noch etwas schreiben – naja, jedenfalls trafen kurz nachdem wir unsere Sachen bestellt hatten – tadaaaaa- einige der zuvor gesichteten Salary men ebenfalls im Restaurant ein. Ich glaube sie haben uns verfolgt oder so…. man weiß ja nie..

Jetzt haben wir gottseidank einigermaßen Ruhe vor Formularen etc und es setzt langsam die Vorfreude auf unseren bevorstehenden Winterurlaub ein. Noch 2 Monate bis wir endlich wieder für ein paar Tage japanischen Boden unter den Füßen haben! Nach einem Jahr „Japanentzug“ ist die Liste an den LEBENSNOTWENDIGEN Dingen (die ich sonst ja regelmäßig mitbringen konnte) doch sehr stark angewachsen..

P.s.: Wer hat eigentlich letzte Nacht vergessen seinen Kühlschrank wieder zuzumachen?! Es war heute morgen so Schweinekalt, dass ich Schal, Mütze und Handschuhe anziehen musste, sich kleine Eiskristalle auf meinem Schal bildeten und ich mit trotz der Verpackung immernoch den Hintern abgefroren habe! Also- wer auch immer es war: wieder zumachen! Sofort!


und schon wieder ist ein Jahr um..

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Warum wachsen Kinder eigentlich so schnell?

In Nullkommanichts sind da zwei Kleidergrößen mehr, die Zähne draußen, neue im Anmarsch und alles geht viel zu schnell.

Schwupps sind 6 Jahre um und aus meiner kleinen Strahlebacke ist jetzt schon eine richtig große geworden, die heute – stolz wie Oskar- ihre erste eigene Nähmaschine auspacken durfte (natürlich in Pink!). Der Nähtest fiel garnicht mal so schlecht aus, mal schauen wann ihr erstes eigenes Kleidchen genäht ist~
Jaja, früh gehts los mit „in Mamas Fußstapfen treten“..

Auf die nächsten 6 Jahre!

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