Yokohama – von Chinatown bis Anpanman

Tag 3

Dahaaaa! Neue Kamera!

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Eigentlich wollte ich mir die „alte“ Panasonic Lumix G3 zulegen, aber Panasonic beschloss dann gegen Ende des letzten Jahres doch, die Kamera aus dem Verkauf zu nehmen und dafür zwei neue zupräsentieren.

Meine Wahl fiel somit auf die sehr ansprechende G5. Leider nur mit japanischer Bedienung. Macht ja nüscht, unnütze Kanji wollte ich ja eh schon immer lernen, also gab es direkt das double lense kit – denn ohne Objektive ist auch die schönste Spiegellose-Reflex-digitalkamera recht nutzlos. Spiegellose ist übrigens 10x unterstrichen, denn genau damit macht Panasonic massiv Werbung.

Zum Vergleich durfte ich im Laden auch die neue Olympus Pen und eine der neusten Sony Entwicklungen ausprobieren, sind auch beide sehr schön, nur – die Panasonic fand ich um Weiten handlicher. Das Gewicht, die Optik und vor allem die Handhabbarkeit selbst mit großen Objektiven stimmen – schwupps noch ein Macro Objektiv dazugewählt, eine schicke Tasche und Tadaaaaaa! Jetzt bin ich voll ausgerüstet!

Natürlich muss man mit neuen Kameras erstmal ein bisschen rumspielen – und natürlich packt man als absoluter Noob in dem Bereich garantiert auch am ertsen Tag das falsche Objektiv ein…. *räusper*

So startete also der Tag und wir machten uns auf in Richtung Yokohama. Per Auto.

Der Großbereicht Tokyo-Yokohama ist mit dem Auto ungefähr so angenehm zu befahren wie… hmmm… nehmen wir mal Brechdurchfall.
Ihr seht, es ist super toll. Vor allem wegen der Parkplätze.
Es gibt sie, aber mit bis zu 1000yen -also knapp 10€- pro Stunde sollte man sich den Sinn des Unterfangens gut überlegen.

Aber nun ja, wenn man mit 7 Leuten unterwegs ist, ist das Auto nicht die schlechteste Lösung. Und so tuckelten wir über Umi-Hotaru hinein nach Yokohama.

Warum ausgerechnet Yokohama? Weils mir da gefällt! Wir verbinden viele Erinnerungen mit Yokohama und einen Großteil meiner Zeit in Japan habe ich auch dort verbracht. Es ist sauber, abwechslungsreich und der Blick über das Meer ist von dort aus auch schön..

Ziel Nummer 1 – SOGO.

Sogo ist eine Kette riesiger Einkaufskomplexe, die so ziemlich alles in sich vereinen was man sich nur vorstellen kann. Nach kurzer shoppingtour (auf dem die Zweignase sich einen Rilakkuma im Schlafsack ergatterte) trieb uns der Hunger ins Chinatown.

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Das Yokohama Chinatown ist noch immer einer der wenigen Orte, die mich wahnsinnig machen weil ich mich grundsätzlich dort verlaufe!
Ich habe es noch nie geschafft, dort den gleichen Laden zweimal zu finden geschweigedenn zurück zu den Panda-man zu finden die ich meinem Sprössling zeigen wollte.
Selbst mit modernster Technik ala Apple Maps lande ich in der Pampa zwischen Zwitschernden Verkäufern, die einem das ganze Jahr über Kuri, Esskastanien, andrehen wollen oder einem die neusten Speisekarten solange unter die Nase halten bis man ihnen verspricht nur noch schnell seine Freunde zu holen und dann dort einzukehren.
Aber diesmal war es anders.
Keine Zeit zum verlaufen. FMIL hatte den Plan und lotste uns zielsicher zum Restaurant ihrer Wahl. Wenn es ums Essen geht, findet sie immer zielsicher den Weg. Wir trotteten folgsam hintendrein und ich ärgerte mich über den Objektiv- patzer der es mir unmöglich machte, nette Fotos zu machen. Argrrrrh! Zumindest habe ich es dadurch gelernt…

da war der Tisch noch fast leer..

Das Restaurant stach nicht besonders hervor und, um es mit den Worten von Bfs Mutter auszudrücken, Höflichkeit ist was anderes, aber das wird in einem Chinesischen Restaurant geduldet. Nachdem wir unsere Bestellungen aufgegeben hatten konnten wir garnicht so schnell schauen, wie sich der Tisch füllte. 7 Hauptgerichte in der Mitte, 7 Schalen Reis, 7 Schalen Suppe, 21 Schälchen mit eingelegtem Gemüse und irgendetwas scharfem, 2 Salate und Getränke und… Voll!
Wir futterten uns also munter einmal quer durch alles durch – verdammt lecker!- und rollten dann in Richtung Auto zurück. Dort trennten sich dann unsere Wege, denn wir wollten noch in Richtung Minato Mirai und der Rest hatte eher das Bedürfnis einen Verdauungsschlaf zu machen…

Einmal durch die Roten Backsteinhäuser des Aka-Renga-Soko, einmal das Meer sehen, sich ein bisschen auspowern und dann auf zum Queens square.

Weil unsere Mägen auf wundersame Weise plötzlich wieder Platz für mehr hatten, konnten wir den „Kastella Bärchen“ unterwegs nicht wiederstehen..

„Betsu Bara“, also quasi „Ersatzmagen“, nennen es die Japaner wenn man plötzlich trotz definitivem Überfressens noch ein wenig Platz für Süßkrams in seinem Magen findet..

Einmal schnell durch den Queenssquare zur Minato Mirai gehuscht und Sohnemann seinen Wunsch eines ausgedehnten Pokomon center Besuches erfüllt.

Pokemon center.

TAUSENDE von Pokemonviechern in allen Variationen und Kombinationen. Ob als Plüsch oder Schlüsselanhänger, Brotdose, Schlafanzug oder gar als Handtäschchen! DAS also ist ein Pokemon center!
Mein Sohnemann, sichtlich überfordert von den ganzen Eindrücken entschied sich am Ende (nach gut einer Stunde in diesem riesigen Laden..) ganz brav für 4 Booster packs mit Sammelkarten. Eine weise Entscheidung, denn mehr hätte am Ende auch nicht mehr in unsere Koffer gepasst…

Ich durfte meine Nase noch kurz in den gegenüberliegenden Ghibli shop stecken, aber irgendwie hat sich der Drops gelutscht. Die wirklich schönen und brauchbaren Sachen bekommt man dort nur noch selten und das ist schade. Selbst die Baby Abteilung musste nun anderen Sachen weichen und ich würde den Laden daher mittlerweile eher als „Ghibli, Raupe Nimmersatt, Gespard und Co“ betiteln.

Weihnachtsbeleuchtung Minatomirai

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Auf zum Anpanman Museum!

Nein, wir sind nicht durch den Vergnügungsteil durchgehüpft. Ich denke da ist mein Sohnemann schon ein bisschen zu groß für… obwohl.. manchmal..
Dafür haben wir uns in der riesigen Shoppingmall umgesehen. Faszinierend was man so alles herstellen kann wenn man eine Hand voll Hauptcharaktere zur Verfügung hat und eine Anzahl von Nebencharakteren die aufgrund ihrer Anzahl einen Platz im Guinnesbuch der Rekorde halten. Auch erstaunlich in welcher Preisklasse sich diese Dinge bewegen wenn man bedenkt wie viele Eltern ihre Kinder damit von oben bis unten ausstaffieren…


Ein Pullöverchen in pink mit Aufdruck – 60€. Eine Kinderjeanshose mit Herzchen – 90€. Ein Paar Winterhandschuhe mit Anpanman Gesicht darauf – 45€. Niedlich sind sie ja…. aber da kaufe ich meinen Kindern lieber 30 Teile von H&M oder zur Not auch Uniqlo.

Hauptziel unseres Besuches in der Mall war allerdings ein anderes Geschäft.

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Karreepanman, Shokupanman und Anpanman!

Jiamu Ojiisans Baking factory – Onkel Marmelades Bäckerei!

Dort kann man nämlich Charakterbrötchen und andere Leckereien kaufen. Oder einen Backkurs belegen und diese dann selber herstellen.
Da unsere Zeit nur für ersteres reichte, bestaunten wir erstmal das Angebot und entschieden uns dann, für den Schnäppchenpreis von „nur“ 300¥ (~3€)pro Brötchen, 6 verschiedene Dingsbumse mitzunehmen mit dem Ziel einer Magenverstimmung. Olé.

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Die Dinger haben wir dann später auf der Rückfahrt per Bus gefuttert.. waren garnichtmal so lecker… zumindest ein paar davon. Den Kurimu-panda kann ich z.B. uneingeschränkt empfehlen. Den Baikinman nicht. Und Dokin-chan auch nicht.

Wie grade schon erwähnt, fuhren wir an diesem Abend mit dem Bus zurück und wurden zuhause direkt überrascht. Bfs Bruder hatte der Vormittag mit Zwergnase so gut gefallen, dass er spontan alle seine Pläne umgewirbelt und seine Frau bei ihren Eltern abgeliefert hat um noch den Abend und den nächsten Morgen mit uns verbringen zu können. Gemütlich unterm Kotatsu zusammengekuschelt ließen wir den Abend bei hausgemachten Mochi ausklingen. Myamm.

P.s.: mehr Bilder gibt es wenn Flickr eeeendlich aufhört meine Bilder zu zerstückeln! …und im selben Zug werde ich dann auch die Bilder hier mit den komischen Streifen/Teilungen ersetzen.. habt Geduld mit mir..

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2 Antworten

  1. Heydal

    Charakterbrötchen, wieder was gelernt. Ist das deine eigene Wortschöpfung oder tatsächlich ein gebräuchlicher Begriff ? Mann lernt doch immmer wieder gern dazu. Da Problem mit der Orientierung in Yokohama´s Chinatown kenn ich nur allzu gut. Da gibt es diesen Laden, zumindest hoffe ich das es ihn noch gibt, mit, der aussschliesslich Mützen fürht. In allen Farben, Mustern und Formen, für einen Mützenfetischisten wie mich ein wahrgewordener Traum. War mir so sicher den Laden mit geschlossenen Augen wiederzufinden. Nach einer guten Stunde hab ich dann aufgegeben. Hoffentlich beim nächsten Mal mehr Glück.

    Januar 17, 2013 um 5:59 am

    • hmm, hatte eigentlich nur das japanische Wort ‚Kyara-pan“ wortwörtlich übernommen… aber hey, meine Brötchen haben charakter!

      Chinatown ist echt anstrengend. Habe mir für den nächsten längeren Aufenthalt vorgenommen mein Orientierungsvermögen dort zu verbessern. Und wenn ich stundenlang rumirre, ist mir egal! Zu essen gibt es da wenigstens genug!

      Januar 17, 2013 um 8:01 am

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