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busy world

Heute gibt es extra nur für euch eine Portion „jammern auf hohem Niveau“.

Männe hat vor kurzem einen neuen Arbeitsvertrag bekommen, denn zwei der japanischen Firmenriesen hier haben beschlossen, in bestimmten Abteilungen zu fusionieren – und dann brach das Chaos aus.

Neues Visum, umänderung sämtlicher Daten wie Versicherung, Bank, Rentenkrams und mehr – ich kam aus dem übersetzen und erklären kaum noch raus.

Dann kamen neue Aufgabenfelder dazu, denn seine Abteilung ist eine Two-Men-Show aka. es gibt nur seinen Boss und ihn. Jetzt packen wir noch eine Priese ultra wichtige Geschäftsreisen oben drauf – und voila, eine neue Hölle ward geschaffen.

Er hat mir neulich einen Terminplan vor die Nase gehalten. Alles rot! Jeden Tag mindestens 2 Meetings. Jede Woche mindestens 1 Geschäftsreise. Und das waren nur die „angekündigten“! Wir hatten im letzten Monat ganz viel Spaß mit den spontanen Geschäftsreisen..

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Boss: Hey, du bist doch Montag-Mittwoch in Polen, oder?

Männe: Jupp

Boss: dann hast du ja Donnerstag und Freitag noch Zeit, ne?

Männe: …hab nur den Papierkram zu erledigen von den letzten 600 Geschäftsreisen..

Boss: Ja supi, ich habe dir direkt mal nen Flieger gebucht – Mittwoch fliegst du nach dem Meeting direkt nach Italien weiter und Donnerstag von dort nach Holland. Nach Deutschland darfst du erst Freitag abend wieder zurück und für den Papierkram hast du ja auch noch das Wochenende…

Männe: …

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Boss: Pack deine Koffer Kricky, du darfst mich heute Abend nach Rotterdamm fahren, damit wir da morgen an zwei Meetings teilnehmen können, die gleichzeitig stattfinden. Du eins, ich eins. Vorbereiten kannst du dich im Hotel – ist übrigens ein Thema, von dem du noch nie zuvor etwas gehört hast *Mwahahaha*

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Manchmal stelle ich mir den Boss mit kleinen Hörnchen vor… aber eigentlich kann man ihn auch nur bemitleiden. Er hat Frau und Kinder in Japan. Sie konnten (*wollten*) nicht mit, weil die japanische Highschool ziemlich wichtig für den Werdegang der Kids ist und es somit undenkbar wäre, sie hier auf die japanische Schule zu schicken. Sehen können sie sich wenn es hochkommt 1-2x im Jahr.
Im Januar waren sie für ein paar Tage zu Besuch und Boss hat es gewagt, Urlaub zu nehmen… wobei Urlaub dadurch definiert war, dass er tagsüber schlecht zu erreichen war und nachts dann durchgeackert hat.

Männe hat „glücklicherweise“ einen deutschen Vertrag der seine Arbeitszeiten reguliert, wobei Geschäftsreisen an Wochenenden nicht als Arbeitszeit angerechnet werden und generell Überstunden unbezahlt bleiben. Das neue System hat auch keine elektronischen Stempelkarten mehr, sondern die Arbeitszeit wird „auf Vertrauensbasis“ vom Arbeiter aufgeschrieben und eingereicht….mit der Empfehlung, doch bitte die aufgeschriebenen Stunden im Ramen zu halten.

Im Endeffekt wird von Männe also hier erwartet, dass er wie ein „richtiger Japaner“ arbeitet. Einzige Ausnahme ist, dass er hier auch effektiv arbeiten MUSS – in Japan sieht das ja meißt ein bissel anders aus.

Für unsere Beziehung ist es manchmal anstrengend, aber mittlerweile kommen wir gut damit zurecht. Ich habe genug Freiraum, um meinen Dickkopf durchzusetzen und auch mal Dinge zu machen, von denen er nicht so viel hält – und er hat seine Ruhe vor mir. Unsere gemeinsame Zeit ist jetzt zu etwas Kostbarem geworden und wir genießen es ganz anders als wir es früher getan haben. Manchmal fühle ich mich, als wären wir ein altes Ehepaar. 300 Jahre verheiratet und noch immer glücklich zusammen. Außerdem finden wir in dieser neuen Situation jetzt auch wieder neue Aspekte am anderen, die wir vorher nicht wahrgenommen haben.

Streit gibt es in unserer rosa Puschelwelt daher nurnoch selten. Eigentlich nur, wenn er mich mal wieder im Schlaf aus dem Bett geschubst hat (jetzt, wo wir nichtmehr auf Futons schlafen, tut so ein Fall ganz schön weh…) – oder er mir meine Schokolade weggefuttert hat, wobei er letzteres meißt mit einer Prise Humor charmant abstreift („du wolltest doch eh abnehmen um näher an mein PERFEKTES Gewicht heranzukommen…“*unschuldig blick*)

So, jetzt muss ich aber ganz schnell noch ein wenig putzen und mir was fürs Abendessen überlegen (…da ich ja jetzt eine „gute Hausfrau“ bin…), denn er kommt heute Nacht für ein paar Stunden nach Hause. Wohooo.

 

Edit: hab grad den Anruf bekommen, dass er heute doch noch nicht nach Hause kommt weil wegen und so.. meh. Dabei wollte ich doch eine super Hausfrau sein und habe das Essen schon fast fertig gehabt und alles blitzeblank geputzt. Meh. Naja, kommt jetzt Frischhaltefolie und ein rosa Klebezettelchen mit Herzen und einer Anleitung für die Mikrowelle drauf und gut ists. *Kinder vom Chaos machen abhalten geht*

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Der Panda bewegt sich…

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Bald ist es so weit, die Spannung steigt, auch die letzten Nerven liegen blank.. Umzüge sind was Feines!

Und es wird nicht der Letzte gewesen sein.

Nachdem mein werter Nachbar beschloss Nachts um halb drei mal seine Stereoanlage so richtig aufzudrehen und ich bis um vier im Bettl lag in dem Versuch die Musik zu ignorieren – später ist das dann eher darin übergegangen rauszufinden was für Musik es denn eigentlich ist- um dann aufzustehen, freundlichst an seine Tür zu klopfen und herauszufinden, dass es Bob Marley war der mir die Nacht versaut hat.
Jaja, der liebe Mann wusste nicht, dass man so eine Stereoanlage vielleicht auch noch in der nächsten Wohnung wummern hört..

Nach meinem Türbesuch wurde der gute Bob dann abgestellt und es kehrte schon fast sowas wie Ruhe ein, da schallte mir plötzlich ein „Aber Erika, du hast schon wieder 300kg zugenommen! Da müssen wir unbedingt was tun!“ oder so ähnlich durch die Wand entgegen. Yay.

Ich stellte fest, Bob gegen Hartz4 TV auszutauschen war keine gute Idee.. und so lag ich weiterhin wach im Bett und lauschte Erikas schicksalhaftem Weg…

Als mein Männe davon erfuhr, schlug er einen sofortigen Umzug vor – er ist ziemlich Lärmempfindlich was Nachbarn angeht.
Und ziemlich lärmempfindlich ist wohl noch eine gnadenlose Untertreibung.

Man hatte er ein Glück in einem Dormitory seiner Firma zu wohnen wo man erst nach Mitternacht nach Hause kommt und alle dann gleich ins Bett fallen – an Wochenenden ist da auch nichts los, da wird der Schlaf der Woche nachgeholt – sprich, es herrscht Totenstille.
Und wenn mal jemand meint er müsse big party machen, steht sofort der Hauswächter vor der Tür und droht mit Rausschmiss…

Vielleicht ist aber der Hauptfaktor des niedrigen Lärmpegels, dass dort keine Frauen erlaubt sind? Wer weiß..
Zumindest züchtet man sich so Arbeitstiere die meißt ihr Leben lang treu ergeben sind. Bei Dates – sollte man tatsächlich die Zeit dafür finden – erübrigt sich dann auch die Frage „zu mir oder zu dir?“, vor allem wenn das weibliche Gegenstück ebenfalls in einem Dormitory wohnt in dem dann Männer verboten sind. Aber hey, wozu gibts denn Lovehotels!
Ist das Leben nicht schön?!