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Der Zoll und ich (Teil 3) + Reiskocher

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(grrr.. das Foto ist grottig schlecht, hab aber vergessen ein besseres zu machen!)

Das Zollabenteuer ist halb überstanden – und ich hatte mehr als nur ein bisschen Glück!

Am Freitag machte ich mich mit tatkräftiger Unterstützung und Auto auf den Weg zum Zollamt. Düsseldorf Nord stand auf der Karte – sprich, genau am anderen Ende dieser (dort nicht mehrganz so) schönen Stadt.
Das Navi hat uns auch tatsächlich dort hin geführt, etwas versteckt lag also vor uns nun das Zollamt.

Natürlich bin ich erstmal gegen die Tür gerannt auf der dick geschrieben stand „Bitte erst klingeln“. Bin halt ich, und meine Gedanken kreisten auch eher um die Hoffnung, dass die netten Herren bloß nicht in die Pakete schauen würden.

Ich gab also brav meibe drei dicken Briefe mit Unterlagen ab und bekam ein „ja und jetzt brauchen wir die Anmeldebescheinigung!“ als Dank dafür.

Nochmals ausführlich erklärt und das Foto der japanischen Abmeldung vorgezeigt (die natürlich komplett auf Japanisch geschrieben war…).
Der Typ warf einen kritischen Blick aufs Datum.
Mein Blick wanderte hinterher.
Die Augen wurden groß.. stand da doch tatsächlich bei Jahr eine „24“?!
Dämmer, Dämmer, Diiiiiing! Auf den An- und Abmeldungen in japanischen Ämtern gibt man die japanische Zeitrechnung an! In diesem Fall also 24. Jahr der Heisei Ära = 2012

Mit ein wenig knurren setzte sich der gute Herr dann in Bewegung um die Kisten/Pakete heranzuschleppen.

Eine große Plastik-unterbettkommode mit Rollen und 10.000 Lagen Bubblefolie. Hmm.
Eine kleine Kiste mit Firmenaufdruck – der Reiskocher!!!

In diesem Moment fingen die Schweißperlen an zu laufen – bitte bitte bitte schaut bloß nicht in die Kiste!!! Mein Männe war nämlich ein wenig überfordert damit, mir eine Rechnungskopie zukommen zu lassen und das Geld das ich für die „Kaution“ der Sachen zur Verfügung hatte war arg limitiert…..

Eine dritte Kiste, unförmig und schon halb offen wurde herangeschleppt und lenkte mich von den anderen Gedanken ab. Der Mann vom Zoll stellte sich zu uns und blickte zuerst etwas verwirrt in die Kiste, scgließlich bückte er sich und griff hinein um mich einen Atemzug später zu fragen ob er denn mal einen kurzen Blick in die Kiste werfen dürfe.
Klar, natürlich. Immer doch – bedienen Sie sich.
Ein paar plastiktüten kamen zum Vorschein mit Schuhen und Hemden gefüllt.
Tjy, mein liebster Schatz – sobald du hier bist bekommst du ordentlich eins auf die Finger denn fast alle Schuhe waren nicht wirklich geputzt… und meine Güte wie viele Schuhe braucht ein Mann eigentlich?! Ich habe aktuell drei Paar.. aus der Kiste beförderte ich mindestens 7 paar ans Tageslicht und ich weiß, dass er noch einige mitbringen wird im Koffer?!

Egal, der Mensch vom Zoll schien von den dreckigen Schuhen beeindruckt, schob die Tüten zur Seite und stieß auf Aktentaschen.

Dies schien ihn ein wenig zu überfordern, daher ließ er die Sachen auch gleich wieder in die Kiste zurück sinken, vergewisserte sich dass auch alles älter als 3 Monate und schon benutzt ist, gab mir meine Briefe zurück und sagte uns, dass wir die Kisten nun mitnehmen dürften.

Ich stand da ein wemig verdutzt. Wie jetzt? Einfach so mitnehmen?? Keine Kaution oder Deposit oder was auch immer? Nicht die anderen Kisten überprüfen? Keine Unterschrift dass wir die Meldebescheinigung nachreichen müssten?

Nein, bräuchten wir nicht – und somit wurden wir aus dem Büro herauskomplimentiert.

Einfacher hätte es garnicht laufen können!
Denke ich daran zurück, dass ich vor ein paar Jahren jede Menge Stress wegen einiger Computer und Konsolenbauteile aus China hatte….

Aber hey, jetzt sind die Kisten zu Hause, stehen dekorativ in der Gegend herum und ich habe einen Reiskocher!! Einen JAPANISCHEN Reiskocher!

Und damit gleich das nächste Problem… für das Ding braucht man einen Spannungswechsler.. im Elektrofachgeschäft wurde uns ein solcher präsentiert- allerdings für stolze 260€. Jetzt frage ich mich ernsthaft, kaufen sich die ganzen Japaner die in den japanischen Läden hier Reiskocher erstehen alle einen 260€ Travo? Oder gibbet da auch noch was günstigeres?
(Falls sich hier einer damit auskennt – der Reiskocher braucht 1100Watt und läuft, wie fast alle japanischen Geräte, auf 100 Volt..)
Amazon bietet zwar einen Travo für 63€, aber dem Gerät traue ich dann doch nicht so ganz über den Weg weil die Preisdifferenz einfach zu riesig ist?!
Ich hätte Elektrotechnik lernen sollen…..

Das ist er übrigens: DER JAPANISCHE REISKOCHER… ich korrigiere- UNSER japanischer Reiskocher

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Der Zoll und ich (Teil 2)

Um 7:30 öffnete das Zollamt seine telefonischen Pforten und so griff ich zum Telefon in der Hoffnung, das alles irgendwie gut wird.

Eine recht jung klingende Dame meldete sich am anderen Ende, ich schilderte ihr mein Anliegen und bekam als Antwort:

„Ja warum hat er die Sachen denn überhaupt geschickt?! Sie hätten doch wissen müssen das es so nicht geht! Steht schließlich alles auf unserer Website!“

Auf das Stichwort hatte ich heimlich gewartet – es steht nämlich auf der Website, die ich sehr wohl vorher eingehend studiert hatte, dass man innerhalb von 6 Monaten einen Zuzug nachweisen müsse und damit die Dinge als Umzugsgut deklariert gelten.

Ein kurzes Schweigen am anderen Ende der Leitung.

Auf einmal war alles gar kein Problem mehr – ich müsse doch nur einen Deposit bezahlen der einem (nicht näher definiertem) prozentualen Wertanteil des Inhaltes entspreche und könne diesen dann zurückfordern sobald die Anmeldung beim Bürgerbüro vorliegt.

Jetzt muss ich nur noch überlegen wie ich die Kisten alleine, ohne Auto, von der anderen Seite der Großstadt in unsere kleine Muckelbude im 2. Stock (nach japanischer Sicht 3. Stock..) bekomme. Und das ohne Aufzug. Völlig unjapanische Verhältnisse hier. Tsss.

P.s.: Ratet mal was mein Freund noch mitbringen wird… NATÜRLICH einen riesen Sack mit Reis!!! Denn hier im Japanviertel kann man ja bekanntlich keinen vernünftigen Reis kaufen..oder so.
Aber hey, diesmal muss ich den Sack zumindest nicht schleppen – und ich habe darauf bestanden, dass er auch noch Mochi, Furikake und anderes Kleinzeugs in den Karton mit hinein wirft – man kann ja nie wissen wann die nächste Hungersnot bei uns ins Haus kommt oder die Kinder mal wieder zu alles verschlingenden Heuschrecken mutieren! So haben wir auf jeden Fall alle was davon und ich freue mich schon darauf in meinem Shabushabu oder Sukiyaki Mochis schwimmen zu haben wo mir nicht bei einem Stückpreis von 1,50€ der Appetit ganz schnell wieder vergeht…
Aktueller Preis für 400g Kiri-mochi in der Immermannstraße: ~8€!


Alles eine Frage des Zolls..

Heute hatte ich die erste Zollbenachrichtigung im Briefkasten – nicht wie gewöhnlich der hingeschnodderte Zollbrief, sondern ein sehr nettes Anschreiben von DHL, die sich vielmals dafür entschuldigen, dass sie die Zollschwierigkeiten nicht für uns lösen konnten. Ich war angenehm überrascht.

Allerdings heißt Zoll auch immer gleichzeitig Stress, denn nun muss nachgewiesen werden, dass die Sachen, die mein Männe hier rüber geschickt hat wirklich schon zigmal gebraucht sind und des weiteren als Umzugsgut gelten.

Haha. Ich darf das jetzt beweisen! Aber wie?

Noch ist der Herr ja nicht im Land – sprich Meldebescheinigung gibt es noch nicht.

Das unglückliche- nach einer bestimmten Anzahl von Tagen werden die Pakete ja wieder zum Absender zurückgeschickt. Dieser Tag fällt bei uns direkt auf den Tag BEVOR er ankommt. Hrmpf.

Morgen werde ich beim Zoll mal vorsichtig anklopfen und nachfragen was ich da nun machen kann… Gottseidank steht mein Name mit auf den Paketen drauf.. hoffe das bringt etwas *seufz*

Also auf ins Abenteuer Zoll – es sollten ja noch 4-5 Kisten ankommen und deren Öffnungszeiten sind…öhm.. die haben um 13:00 schon zu?!

Morgen gehts weiter!


Der Panda bewegt sich…

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Bald ist es so weit, die Spannung steigt, auch die letzten Nerven liegen blank.. Umzüge sind was Feines!

Und es wird nicht der Letzte gewesen sein.

Nachdem mein werter Nachbar beschloss Nachts um halb drei mal seine Stereoanlage so richtig aufzudrehen und ich bis um vier im Bettl lag in dem Versuch die Musik zu ignorieren – später ist das dann eher darin übergegangen rauszufinden was für Musik es denn eigentlich ist- um dann aufzustehen, freundlichst an seine Tür zu klopfen und herauszufinden, dass es Bob Marley war der mir die Nacht versaut hat.
Jaja, der liebe Mann wusste nicht, dass man so eine Stereoanlage vielleicht auch noch in der nächsten Wohnung wummern hört..

Nach meinem Türbesuch wurde der gute Bob dann abgestellt und es kehrte schon fast sowas wie Ruhe ein, da schallte mir plötzlich ein „Aber Erika, du hast schon wieder 300kg zugenommen! Da müssen wir unbedingt was tun!“ oder so ähnlich durch die Wand entgegen. Yay.

Ich stellte fest, Bob gegen Hartz4 TV auszutauschen war keine gute Idee.. und so lag ich weiterhin wach im Bett und lauschte Erikas schicksalhaftem Weg…

Als mein Männe davon erfuhr, schlug er einen sofortigen Umzug vor – er ist ziemlich Lärmempfindlich was Nachbarn angeht.
Und ziemlich lärmempfindlich ist wohl noch eine gnadenlose Untertreibung.

Man hatte er ein Glück in einem Dormitory seiner Firma zu wohnen wo man erst nach Mitternacht nach Hause kommt und alle dann gleich ins Bett fallen – an Wochenenden ist da auch nichts los, da wird der Schlaf der Woche nachgeholt – sprich, es herrscht Totenstille.
Und wenn mal jemand meint er müsse big party machen, steht sofort der Hauswächter vor der Tür und droht mit Rausschmiss…

Vielleicht ist aber der Hauptfaktor des niedrigen Lärmpegels, dass dort keine Frauen erlaubt sind? Wer weiß..
Zumindest züchtet man sich so Arbeitstiere die meißt ihr Leben lang treu ergeben sind. Bei Dates – sollte man tatsächlich die Zeit dafür finden – erübrigt sich dann auch die Frage „zu mir oder zu dir?“, vor allem wenn das weibliche Gegenstück ebenfalls in einem Dormitory wohnt in dem dann Männer verboten sind. Aber hey, wozu gibts denn Lovehotels!
Ist das Leben nicht schön?!