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Der Zoll und ich (Teil 2)

Um 7:30 öffnete das Zollamt seine telefonischen Pforten und so griff ich zum Telefon in der Hoffnung, das alles irgendwie gut wird.

Eine recht jung klingende Dame meldete sich am anderen Ende, ich schilderte ihr mein Anliegen und bekam als Antwort:

„Ja warum hat er die Sachen denn überhaupt geschickt?! Sie hätten doch wissen müssen das es so nicht geht! Steht schließlich alles auf unserer Website!“

Auf das Stichwort hatte ich heimlich gewartet – es steht nämlich auf der Website, die ich sehr wohl vorher eingehend studiert hatte, dass man innerhalb von 6 Monaten einen Zuzug nachweisen müsse und damit die Dinge als Umzugsgut deklariert gelten.

Ein kurzes Schweigen am anderen Ende der Leitung.

Auf einmal war alles gar kein Problem mehr – ich müsse doch nur einen Deposit bezahlen der einem (nicht näher definiertem) prozentualen Wertanteil des Inhaltes entspreche und könne diesen dann zurückfordern sobald die Anmeldung beim Bürgerbüro vorliegt.

Jetzt muss ich nur noch überlegen wie ich die Kisten alleine, ohne Auto, von der anderen Seite der Großstadt in unsere kleine Muckelbude im 2. Stock (nach japanischer Sicht 3. Stock..) bekomme. Und das ohne Aufzug. Völlig unjapanische Verhältnisse hier. Tsss.

P.s.: Ratet mal was mein Freund noch mitbringen wird… NATÜRLICH einen riesen Sack mit Reis!!! Denn hier im Japanviertel kann man ja bekanntlich keinen vernünftigen Reis kaufen..oder so.
Aber hey, diesmal muss ich den Sack zumindest nicht schleppen – und ich habe darauf bestanden, dass er auch noch Mochi, Furikake und anderes Kleinzeugs in den Karton mit hinein wirft – man kann ja nie wissen wann die nächste Hungersnot bei uns ins Haus kommt oder die Kinder mal wieder zu alles verschlingenden Heuschrecken mutieren! So haben wir auf jeden Fall alle was davon und ich freue mich schon darauf in meinem Shabushabu oder Sukiyaki Mochis schwimmen zu haben wo mir nicht bei einem Stückpreis von 1,50€ der Appetit ganz schnell wieder vergeht…
Aktueller Preis für 400g Kiri-mochi in der Immermannstraße: ~8€!


Alles eine Frage des Zolls..

Heute hatte ich die erste Zollbenachrichtigung im Briefkasten – nicht wie gewöhnlich der hingeschnodderte Zollbrief, sondern ein sehr nettes Anschreiben von DHL, die sich vielmals dafür entschuldigen, dass sie die Zollschwierigkeiten nicht für uns lösen konnten. Ich war angenehm überrascht.

Allerdings heißt Zoll auch immer gleichzeitig Stress, denn nun muss nachgewiesen werden, dass die Sachen, die mein Männe hier rüber geschickt hat wirklich schon zigmal gebraucht sind und des weiteren als Umzugsgut gelten.

Haha. Ich darf das jetzt beweisen! Aber wie?

Noch ist der Herr ja nicht im Land – sprich Meldebescheinigung gibt es noch nicht.

Das unglückliche- nach einer bestimmten Anzahl von Tagen werden die Pakete ja wieder zum Absender zurückgeschickt. Dieser Tag fällt bei uns direkt auf den Tag BEVOR er ankommt. Hrmpf.

Morgen werde ich beim Zoll mal vorsichtig anklopfen und nachfragen was ich da nun machen kann… Gottseidank steht mein Name mit auf den Paketen drauf.. hoffe das bringt etwas *seufz*

Also auf ins Abenteuer Zoll – es sollten ja noch 4-5 Kisten ankommen und deren Öffnungszeiten sind…öhm.. die haben um 13:00 schon zu?!

Morgen gehts weiter!


Der Panda bewegt sich…

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Bald ist es so weit, die Spannung steigt, auch die letzten Nerven liegen blank.. Umzüge sind was Feines!

Und es wird nicht der Letzte gewesen sein.

Nachdem mein werter Nachbar beschloss Nachts um halb drei mal seine Stereoanlage so richtig aufzudrehen und ich bis um vier im Bettl lag in dem Versuch die Musik zu ignorieren – später ist das dann eher darin übergegangen rauszufinden was für Musik es denn eigentlich ist- um dann aufzustehen, freundlichst an seine Tür zu klopfen und herauszufinden, dass es Bob Marley war der mir die Nacht versaut hat.
Jaja, der liebe Mann wusste nicht, dass man so eine Stereoanlage vielleicht auch noch in der nächsten Wohnung wummern hört..

Nach meinem Türbesuch wurde der gute Bob dann abgestellt und es kehrte schon fast sowas wie Ruhe ein, da schallte mir plötzlich ein „Aber Erika, du hast schon wieder 300kg zugenommen! Da müssen wir unbedingt was tun!“ oder so ähnlich durch die Wand entgegen. Yay.

Ich stellte fest, Bob gegen Hartz4 TV auszutauschen war keine gute Idee.. und so lag ich weiterhin wach im Bett und lauschte Erikas schicksalhaftem Weg…

Als mein Männe davon erfuhr, schlug er einen sofortigen Umzug vor – er ist ziemlich Lärmempfindlich was Nachbarn angeht.
Und ziemlich lärmempfindlich ist wohl noch eine gnadenlose Untertreibung.

Man hatte er ein Glück in einem Dormitory seiner Firma zu wohnen wo man erst nach Mitternacht nach Hause kommt und alle dann gleich ins Bett fallen – an Wochenenden ist da auch nichts los, da wird der Schlaf der Woche nachgeholt – sprich, es herrscht Totenstille.
Und wenn mal jemand meint er müsse big party machen, steht sofort der Hauswächter vor der Tür und droht mit Rausschmiss…

Vielleicht ist aber der Hauptfaktor des niedrigen Lärmpegels, dass dort keine Frauen erlaubt sind? Wer weiß..
Zumindest züchtet man sich so Arbeitstiere die meißt ihr Leben lang treu ergeben sind. Bei Dates – sollte man tatsächlich die Zeit dafür finden – erübrigt sich dann auch die Frage „zu mir oder zu dir?“, vor allem wenn das weibliche Gegenstück ebenfalls in einem Dormitory wohnt in dem dann Männer verboten sind. Aber hey, wozu gibts denn Lovehotels!
Ist das Leben nicht schön?!