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Frohe Weihnachten

Ich wünsche euch allen ein frohes Weihnachtsfest und besinnliche Feiertage!

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Wir moffeln uns die Welt wiedewiede wie sie uns gefällt..

Moffle!

Kennt ihr nicht? Na dann mal ran an den Speck.. oder die Mochi..?

 

 

(Moffle= Mochi + Waffle)


Miyajima – Tag 2

Nachdem die Eindrücke vom Vortag in Hiroshima einigermaßen verdaut waren, wollten wir uns die kleine Insel nochmal etwas genauer anschauen. Ohne Menschenmassen.

Wir liefen also routiniert die Wege vom Vortag ab. Diesmal mit Flut, daher konnten wir diesmal das schwimmende Torii im (mehr oder minder) Sonnenschein bewundern.

Zuerst zeigte sich das Wetter trüb und grau, jedoch änderte sich das schnell und die Sonne knallte gnadenlos auf unsere Köpfe.

Ich kann mit Hitze nicht ganz so gut umgehen und irgendwie scheint mein Kopf trotz heller Haarfarbe als Wärmespeicher zu funktionieren.

Was machen die Japanischen Ladys im Sommer? Richtig! Sie Vermummen sich komplett  und laufen mit Sonnenschirmen durch die Gegend!

Ich stiefelte also in einen Laden und kaufte mir auch so ein tolles Teil, nur um nach einminütiger Nutzung wieder die heißgeliebten Wolken genießen zu können. Schirmchen also wieder eingepackt.

Wir betraten den nun deutlich weniger besuchten Schrein und genossen die Ruhe die man dort finden kann. Während der Flut wirkt dort alles ganz anders als bei Ebbe..

Weiter zum 弥山 (Misen). Bf fand es zu heiß für einen Aufstieg und wir entschieden uns dazu, die Seilbahn zu nehmen.

Jetzt wusste ich auch, warum am Schrein so wenige Menschen waren……. sie hatten sich alle an der Seilbahn verschanzt!

Nach einer guten Stunde warterei (Aufstieg währe fast noch schneller gewesen), erreichten wir endlich die Station an sich. Weiteres warten, Auffahrt, juhuu.. Nieselregen…

Der neue Schirm war auch Wasserfest, also wurde er direkt aufgespannt . Nur – Sonnenschirmchen sind zu klein als das man sie zu zweit nutzen könnte…Somit wahrten wir auch mal wieder ganz automatisch den üblichen Sicherheitsabstand. Super.Das Angebot, Liebes-momijimanju zu backen schlug er auch beherzt aus. Ich kaufte mir also eine Packung mit sauren Drops und kletterte eigenständig ein bisschen auf den Aussichtsplattformen herum. Warum zu zweit wenn es auch alleine geht!

Haben uns dann doch wieder zusammengetan, ich wurde mit Schokolade gefüttert und weiter ging es den Berg hinauf.

Unterwegs trafen wir auf allerlei knuffige kleine Kerlchen..

Der Tempel schließlich nahe des Gipfels beherbergt das ewige Feuer. Recht unspektakulär, aber auch hier wieder eine nette Spielerei für Paare..

Wir wuselten auf einem anderen Weg den Berg wieder hinunter. Recht steil und unangenehm (ich hatte Trekkingschuhe an..) und trotzdem stokelten ein paar Japanerinnen an ihre Männer geklemmt in Highheels hinunter. Yay für Wackelbeine!

Wir nahmen die vorletzte Seilbahn und kamen in der Abenddämmerung wieder unten an.

(Da oben waren wir drauf!)

Die meißten Läden hatten leider schon geschlossen – so auch die eigentlich angepeilte Produktionsstätte für frische Momijimanju! Ich sage euch, wenn die Dinger noch warm und frisch sind schmecken sie noch 100 mal besser! Nunja, wir konnten dort leider keine mehr kaufen und deckten uns mit ein paar in einem der letzten offenen Souvenierläden ein.

Für Bf noch eine Portion Anago im schon bekannten Restaurant, für mich gab es dann doch lieber nur Kinakomochi..

Uns erwartete eine wunderschöne Abendröte am Strand mit Blick auf das Torii. Der Ausflug hat sich gelohnt!

Unser Weg führte uns per Zug weiter nach Fukuyama, eine kleine Stadt mit einer Burg quasi direkt neben dem Bahnhof. Die Stadt war mir schon auf meinem Weg nach Kyushu aufgefallen und um so glücklicher war ich, dass Bf das Hotel dort gebucht hatte.. aber dazu mehr in den nächsten Posts 😉


Ein Dreirad – oder die Geschichte des kleinen Shinichi Tetsuya

Gestern habe ich ja schon dieses Foto gepostet, heute möchte ich euch die Geschichte die dahinter steckt näherbringen.

Shinichi Tetsuya war gerade einmal 3 Jahre und 11 Monate alt.

Er liebte es, mit seinem kleinen Dreirad zu fahren. Dies tat er auch am Morgen des 6. August 1945 um 8:15 vor dem Elternhaus.

1500 meter vom Hypocenter entfernt.

In einem plötzlichen Blitz aus Hitzestrahlen der Atombombe wurden er und das Dreirad stark verbrannt. Noch am selben Abend erlag er seinen Verzetzungen.

Sein Vater empfand ihn als noch zu jung um in einem einsamen, kalten Grab weit weg von Zuhause beerdigt zu werden und so entschloss er sich, in dem Gedanken Shinichi könne weiter mit seinem geliebten Dreirad spielen, seinen Sohn zusammen mit dem Dreirad im Hinterhof zu begraben.

Im Sommer 1985, also 40 Jahre später, grub der Vater die Überreste seines Sohnes schließlich aus um ihm seine Ruhestätte im Familiengrab zu geben.

Das kleine Dreirad und den Helm spendete er dem Memorial Museum Hiroshima in der Hoffnung, dass viele Menschen diese bewegende Geschichte erfahren und daraus lernen werden.

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Noch etwas anderes, das ich vorher nicht wusste und was mich sehr bewegt hat…

Der Regierung in Hiroshima war bewusst, dass die Stadt ein lukratives Ziel für militärische Angriffe war. Hiroshima beherbergte viele Militärlager und kaum Kriegsgefangene, außerdem war die Stadt weitestgehend aus Holz gebaut und somit leicht brennbar.

Die Regierung rief daher ein Projekt ins Leben, bei dem die am stärksten gefärdenden Gebäude rückgebaut und abgerissen wurden, sowie Feuerschneisen geschaffen werden sollten um Großbrände und Feuerwalzen zu verhindern.

An dieser Arbeit beteiligt waren vor allem Schulkinder und Studenten, die zu diesem Zweck Schulfrei bekamen und in Gruppen arbeiteten.

Der Zeitpunkt der Detonation der Bombe war genau gewählt, denn um 8:15 befaden sich die meißten Menschen auf der Straße um zur Arbeit zu kommen und die Schülergruppen begannen grade mit ihren Arbeiten.

Eigentlich sollte die Bombe auf der nahegelegenen Brücke detonieren, die Flugbahn änderte sich jedoch geringfügig und so detonierte sie über dem im letzten Post erwähnten Krankenhaus. Viele der Demontagegruppen befanden sich in unmittelbarer Nähe.

Ich rate jedem, der einen Ausflug ach Hiroshima macht und in der Lage ist, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, sich ein wenig Zeit zu nehmen und das Museum zu besuchen. Ich habe an diesem Nachmittag viele Eindrücke mitgenommen, vieles hat mich bewegt und mich schließlich wieder einmal erschrocken feststellen lassen, wozu die Menschheit im Stande war (und immernoch ist?) .

Auch lege ich euch ans Herz Ghiblis „Hotaru no Haka“ (Die letzten Glühwürmchen) zu schauen, der zwar nichts mit den Atombomben an sich zu tun hat, aber die Kriegssituation in Kobe treffend nach der Autobiografischen Romanvorlage von Akiyuki Nosaka (Aki Yukio) darstellt.

Ich weiß nicht, ob euch dieses Thema genau so interessiert und bewegt wie mich, aber ich hoffe es..

(black rain)

kleiner Zusatz: Ich war an diesem Tag nicht mehr in der Lage Fotos zu machen – alle der aus dem Museum stammenden Bilder hat Bf aufgenommen und mir erlaubt sie hier zu verwenden.


Von Iwakuni und Hiroshima..

Den zweiten Urlaub, den Bf sich nehmen konnte verbrachten wir mehr südlich mit einer Rundtour beginnend in Hiroshima und endend in Osaka.

Aber ganz langsam – wir fuhren mit dem Shinkansen zu fast noch nächtlicher Stunde in Yokohama los und kamen am frühen Nachmittag in Hiroshima an. Um keine Zeit vom Tag zu verlieren, verstauten wir unsere Koffer am Bahnhof und fuhren direkt weiter nach Iwakuni.

Iwakuni ist eine sehr alte Stadt die viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Die berühmteste dieser ist die Kintai-kyo, eine Bogen brücke, die den Nishiki Fluss überspannt. Im Jahre 1673  wurde diese Brücke zum ersten Mal von Hiroyoshi Kikkawa konstruiert, wesentlich später allerdings von einem großen Taifun zerstört und schließlich schon eine Woche danach erneut unter der Verwendung alter Handwerkstechniken wieder aufgebaut.

 

Die Brücke verbindet in gewisser Weise den modernen Teil der Stadt mit dem Kikko Park, einem Park, der viele kleine alte Läden und eine unglaubliche Blumenvielfalt zu bieten hat. Besonders berühmt jedoch ist das Gebiet für die weißen Schlangen, die als besonderes Glückssymbol gelten.

Vom Bahnhof aus fahren in regelmäßigen Abständen Busse von verschiedenen Anbietern zu der Brücke -wir entschieden uns für einen „Retro“ Bus. Die Fahrt dauerte ungefähr 20 Minuten und dann sahen wir sie schon.

 

Von weitem sehen die 5 Bögen einfach nur grazil aus, wenn man jedoch darauf steht, erkennt man erst wie steil die Bögen wirklich sind. Es ist wie eine kleine Bergsteigetour. 5 Berge. Aber der Blick auf den Fluss und die Stadt ist fantastisch!

Auf der anderen Seite angekommen, zog es uns zuerst zu den unzähligen kleinen Ständen die sich in der Hitze durch eine unglaublich große Auswahl an Softice hervortaten. 100 Sorten! Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich mich endlich entschieden hatte…

 

Frische Dango gab es auch – ich habe mein Paradies gefunden!

Den Park fanden wir eher weniger interessant, und so liefen wir am Flussufer entlang um einen schönen Blick auf die Brücke zu bekommen.

Nach diesem Spaziergang führte uns der Weg zurück zur Brücke, bzw. eher unter die Brücke wo man es sich auf den Steinen gemütlich machen, und die Füße ins kalte Wasser stecken konnte.

So verbrachten wir unseren gesammten Nachmittag planschend und mit Kindern Krebse um die Wette fangend, bis wir es an der Zeit fanden, zurückzufahren.

Zurück nach Hiroshima, die Koffer aus dem Schließfach geholt und auf den Weg gemacht zum Hotel. Ein kleines Buisness Hotel. Leider ein wenig weit weg vom Bahnhof *seufz* zumindest haben wir so einige nette Ecken von Hiroshima gesehen und am Fluss entlang gibt es viele unzählige kleine Caffees die – und nun haltet euch fest – Außenterrassen anboten! Für uns Europäer nichts besonderes, aber in Japan durchaus unüblich und somit waren wir etwas überrascht.

Was macht man in Hiroshima wenn es schon zu spät für Sightseeing ist? Richtig, an geht Hiroshima Okonomiyaki essen! Unweit des Bahnhofes gibt es ein Gebäude, in dem sich auf einer Etage unzählige kleine Okonomiyakistände tummeln! Alle versuchen sich gegenseitig zu überbieten und werben lautstark um Kunden. Wir suchten uns schließlich anhand eines kleinen Lageplans den gewünschten Stand heraus und schauten den fleißig hantierenden Köchen bei der Zubereitung zu.

Hiroshima Okonomiyaki sind so anders als Osaka Okonomiyaki! Aber ebenfalls sehr sehr lecker!

Ein kleiner Spaziergang zurück zum Hotel und totmüde auf ins Bett.

 

Eine Kleinigkeit, die ich im Hotel gefunden habe und nicht ungeteilt lassen wollte….

 

( I can´t join the party due to ugly body… aye..)

 


Auf nach Izu! – Tag 2

Tag 2

Das Hotelfrühstück bestand aus Toast und allerlei japanischem Salat. Kein Reis. Keine Suppe. Bf ist gestorben. Naja, zumindest halb. Seinen Reisbedarf haben wir ein wenig später mit Onigiri wieder ausgeglichen, somit kein Problem.

Ein letztes Mal die Aussicht von unserem Zimmerchen über die Stadt genossen, die Koffer gepackt, und weiter zu Kawazu Nanadaru (die 7 Wasserfälle).

Diese befinden sich auf einem angenehmen Wanderweg, der sich einen kleinen Berg heraufschlängelt.

Besonders ist, dass sich entlang des Weges mehrere Statuen der Kurzgeschichte „Izu no Odoriko“ ((1926) von Kawabata Yasunari (1899-1972)) finden.

Diese Kurzgeschichte ist sehr berühmt und wird gerne auch in der heutigen Zeit immer mal wieder aufgegriffen. So verwendete die Sängerin Shiina Ringo die Figuren und einen Teil der Geschichte als Hintergrundstory für eine Tournee.

Ich schweife ab. Zurück zu den Wasserfällen! Nein, ich habe nicht alle 7 von ihnen gesehen. Das Wetter schlug zu Regen um und somit wollten wir (im Gegensatz zu einigen Obaachan und Ojiichan) uns nicht auf die glitschigen Bergpfade begeben. Wir begnügten uns mit 4 der kleineren und genossen lieber noch ein paar der frischen Misodango die es an einer kleinen Wanderhütte zu kaufen gab.

Oh, zwei kleine Besonderheiten, die ich noch erwähnen wollte.. Auf dem Wanderweg findet man im Berghang viele kleine Daruma versteckt.

Außerdem steht im Flussbett ein heiliger Stein. Wer es schafft, einen geweihten Kiesel (stehen am Wanderweg bereit – Prinzip ist ähnlich wie Omikuji) auf einen Kreis in der Mitte des Felsens zu werfen, dessen Wunsch wird in Erfüllung gehen. Bf und ich sind beide miserabel im werfen von Dingen.. somit haben wir es lieber gelassen.

Das Wetter war immer noch heiß-klebrig, aber zumindest hatte der Regen aufgehört, und so steuerten wir den wohl berühmtesten Strand von Izu an, Shirahama beach.

(ein wenig Abseits der beach boys..)

Leute, ihr glaubt garnicht was sich da für ein Schauspiel bot! Dutzende durchtrainierter Surferboys die sich MITTEN AUF DEM 7 Eleven PARKPLATZ AUS-und UMGEZOGEN HABEN!  Japanische Männer jenseits der 25 in baggy pants, Badehosen und in unrasiert mit Rastazöpfen! Yay!

..Die leicht bekleideten Mädels erwähne ich sicherheitshalber für die Männliche Leserwelt mal mit. So habe ich Japan vorher noch nicht erlebt.. Ok, die Popo-Parade von Fukuoka mal ausgeschlossen.

Naja, Bf und ich stachen so ein bisschen raus. Er mit Hemd und dunkler Jeans, ich mehr oder weniger in Trekkingklamotten. Verdammt, hätte ich das gewusst hätte ich doch glatt meinen Badeanzug eingepackt. Aber unser Aufenthalt währte nicht sehr lange und somit hatte ich keine Zeit mehr, darüber nachzudenken.

Wieder im Auto, hat Bf mich halb auf die Palme gebracht.

„Wir müssen UNBEDINGT ein Foto von diesem schwarzen Schiff machen!!!“ Ah..ja… schwarzes Schiff.. sieht jetzt nicht so unbedingt ansprechend aus. Aber was solls, die Japanische Fotoseele schlug wieder zu und ich knipste ein paar Mitleidsbilder von dem Ungetüm.

Das endlich hinter uns gelassen, wollte der werte Herr unbedingt zur Perry Road.

Aye. Perry Road. Hatte ich schon erwähnt, dass Bf keine Karten lesen kann?

Wir irrten eine gute Stunde recht navigationslos durch die Gegend bis es mir gereicht hat, ich ihm das Iphone abgenommen habe und tadaaaa.. 7 Minuten später standen wir auf der Perry Road!  *grml*

Es entpuppte sich als eine kleine, nette Gasse mit Caffees und niedlichen Läden (fast alle geschlossen due to Tageszeit..) und bot die Gelegenheit für ein paar nette Fotos.

Bf hatte noch irgendeine Überraschung für mich geplant, entschuldigte sich mindestens tausendmal „falls wir es nicht rechtzeitig schaffen“ würden und drängte mich zur Eile. Auf zur Westküste!

Ich genoss den Anblick während der Fahrt.. die Abenddämmerung hatte schon langsam eingesetzt und das Meer sah einfach nur fantastisch aus. Wir hielten nicht an unserem Hotel. Nein, wir fuhren direkt daran vorbei. Stattdessen hielten wir auf einem seltsamen Parkplatz mitten im nirgendwo. Ich, leicht verwirrt. Bf, noch immer Entschuldigungen murmelnd.

Bis es „klick“ machte bei mir, hatte er mich schon den halben Weg den Hang hinunter geschleift. Und dann mussten wir rennen. Sonnenuntergang am 恋人岬 („Lovers cape“)! Total erledigt kamen wir endlich unten auf der Plattform an. Rechtzeitig um die Sonne untergehen zu sehen.. rechtzeitig um Fujisan in den leuchtenden Farben zu sehen…

Außer uns, keine Menschenseele da.. Romantik pur..

Genug der Träumerei – im dunkeln den Berg wieder raufgetapert und in die nächste Ortschaft gefahren um vor dem Schlafen gehen noch etwas essbares zu bekommen.

Unsere Wahl viel auf einen kleinen Familienbetrieb, der auf Sushi spezialisiert ist.

Begrüßt wurden wir von der Tochter, die offenbar gerade mitten in irgendwelchen Prüfungsvorbereitungen steckte. Der Papa stand in der Küche und die Mutter pendelte hin und her.

Ein privater Raum wurde für uns zurecht gemacht und wir bekamen eine kleine Vorspeise bestehend aus eingelegten Garnelen und Muscheln. Nachdem ich das getestet hatte,und Bf seine Portion auch noch abgeluchst hatte (er mag keine Muscheln), konnte ich das richtige Essen kaum noch erwarten!

Und dann kam es auch schon.. eine riesige Schüssel voller Chirashizushi!

Himmlisch!

Nach diesem wundervollen Essen, diesem wundervollen Abend, war die Rückfahrt zum Hotel sehr schweigsam. Wir ließen die Nacht in Ruhe ausklingen und schliefen in dem Wissen ein, dass am nächsten Morgen ein erholsames privates Rotenburo auf uns wartete.

Yay.


Hiroshima, Hiroshima desu…

So schallte es mir vorgestern aus den Lautsprechern im Nozomi Shinkansen entgegen.
Wir haben unseren Urlaub etwas früher als geplant angetreten, da Bf überraschenderweise auf einmal 4h früher als geplant von der Arbeit zurück war. Keine Zeit zum bloggen..
Nun haben wir den „memorial day“ hier in Hiroshima verbracht und morgen geht es dann weiter auf unserer bunten Reise..
Berichte folgen hoffentlich bald- wir sind in einer Woche (also nächsten Montag) wieder zurück in Yokohama!
Fühlt euch geknuddelt..


Die Sache mit dem Glück

Auch wenn es manchmal nicht einfach ist, ich oft kurz vor dem verzweifeln stehe und es viel zu oft garnicht sehe, ich bin ein sehr glücklicher Mensch.

Ich habe zwei wunderbare Kinder, ein Studium das mein Hobby zum Beruf macht, einen wundervollen Mann an meiner Seite, die besten Freunde die man sich wünschen kann und noch so vieles mehr, dass ich garnicht mehr weiß wo ich weiter aufzählen soll.

Meine Beziehung ist durchzogen von kleinen „glücklichen Wundern“. So konnten wir z.B. überdurchschnittlich oft Fujisan bewundern. Und das selbst an den wolkigsten Tagen (das Foto im Header ist bei einer solchen Gelegenheit entstanden..). Oder bei unserem Aufenthalt in Shirakawago trotz anhaltendem Starkregen für ein paar Minuten die Sterne inklusive Milchstraße bewundern. Es sind die kleinen Dinge über die wir uns gemeinsam freuen können.

Im Frühling habe ich mich zum ersten Mal „getraut“ ein Omikuji an einem Tempel zu ziehen (-> siehe hier) und hielt direkt 大吉 (dai-kichi, großer Segen) in der Hand, gepaart mit einer kleinen goldenen Maneki neko. Mein Begleiter war erstaunt, da dies sowohl der beste Segen, als auch die beste Kombination sein soll und extrem selten gezogen wird.

Später gab ich das Omikuji samt Katze an eine gute Freundin weiter zu  ihrer Hochzeit, da ich ihr von Herzen das große Glück wünsche.

(Übrigens Süße, seid vorsichtig – da drin stand zum Thema Beziehung/Nachwuchs  „geht nicht zu weit“ ^^)

Nun war ich also quasi wieder „Omikuji los“.

Bei meinem Ausflug nach Karatsu schließlich vor ein paar Wochen, überkam es mich erneut und in einem schönen abgelegenen Tempel stellte ich erneut mein Glück auf die Probe. Mein Staunen war groß, denn ich hielt die exakt selbe Kombination erneut in den Händen! Was für ein Glück..

Zum Thema Beziehung/Nachwuchs stand dort übrigens (übertragen), dass wir perfekt passen und es eine leichte Geburt wird…  Hey, ein paar Jahre wollen wir uns aber schon noch lassen! Nicht so eilig!

Und dann kam der Besuch in Nikko.. Endlich zusammen, mit bester Laune und nun eigenem Enma, da kann man die Chance doch mal nutzen und gemeinsam ein Omikuji ziehen…?

 

Gesagt, getan. Ich wühlte also in einer Kiste mit knuffig bedruckten Papierzettelchen herum und fischte schließlich eins heraus. Und ratet mal…….

Japp! 大吉! Zum 3. Mal!

Das Omikuji war etwas anders als die zwei vorherigen, und vor allem die Sektion „Liebe und Partnerschaft“ hatte einen auffallend großen Teil. Bf übersetzte später das ganze und wir beide waren mehr als nur erstaunt, denn dort stand quasi genau das, was wir auch denken und fühlen.. Nett, das nochmal schwarz auf weiß zu bekommen. Wir sind glücklich zusammen und schauen unserer Zukunft entgegen.

Klar, Omikuji sind vielleicht eher ein „Spiel“ und vielleicht nicht ganz so ernst zu nehmen, aber es gibt einem doch ein gutes Gefühl wenn man das ganz große Glück zieht…

 

Generelle Info zu O-mikuji:

Es gibt verschiedene Formen für Omikuji (Papierstreifen mit Wahrsagungen), die älteste und aus vielen Filmen/Anime bekannteste ist wohl die der Holzstäbchen.

Hierbei schüttelt man eine Box während man stark an einen Wunsch denkt bis ein stäbchen herausfällt. Auf dem Stäbchen steht dann geschrieben, wo sich das Omikuji befindet. Meistens steht neben der Dose mit den Stäbchen ein Regal oder ein Schubladenkasten, die die Papierstreifen enthalten.

Eine andere Form (die von mir genutze) ist, sich aus einem Plastik- oder Holzkasten ein kleines Papierbündel zu fischen. Es gibt verschiedene Arten dieser Bündel (für Paare, für Singles, für Kinder usw.) und teilweise auch kombinationen mit anderen Glücksbringern/Wahrsagungen wie z.B. der Maneki neko.

Klingt jetzt wahnsinnig kompliziert, ist es aber nicht. Meistens kann man am Bild auf dem Kasten schon erkennen, wofür das Omikuji ist.

Preislich liegen die Zettelchen zwischen 100yen bis zu 400yen. Es gilt – erst zahlen, dann ziehen. Nicht zahlen gibt es nicht, auch wenn die Kästen selten bewacht werden. Man verlässt sich darauf, dass den Menschen ihr Karma und Glück wichtiger ist und da stehlen das nicht grade günstig beeinflussen dürfte..

Zu guter Letzt gibt es auch noch Automaten, an denen man die Zettelchen ausgespuckt bekommt. Ich persönlich finde das aber nicht so prickelnd, da es sehr unpersönlich und distanziert ist. Wenn ich mit meinem Arm in einer Box hänge, fühlt es sich an als könnte ich es beeinflussen und somit gibt es eine ganz andere Bindung.

Hat man sein Omikuji (welches auch immer) gezogen, sollte man es direkt öffnen.

Die Glücksstufen sind:

Großer Segen (dai-kichi, 大吉), Mittlerer Segen (chū-kichi, 中吉), Kleiner Segen (shō-kichi, 小吉), Segen (kichi, 吉), Halber Segen (han-kichi, 半吉), Beinahe-Segen (sue-kichi, 末吉), Beinahe-Kleiner Segen (sue-shō-kichi, 末小吉), Fluch (kyō, 凶), Kleiner Fluch (shō-kyō, 小凶), Halber Fluch (han-kyō, 半凶),Beinahe-Fluch (sue-kyō, 末凶), Großer Fluch (dai-kyō, 大凶).

Sollte man Han-kichi oder nachfolgende gezogen haben, so bindet man das Zettelchen an eine der dafür vorgesehenen Stangen im Tempel oder an einen Baum. Beides findet man in jedem Tempel in unmittelbarer Nähe zu der Stelle wo man das Omikuji gezogen hat.

Segen behält man für gewöhnlich und auch die kleinen Extrazugaben sofern sie gut sind (Maneki neko) behält man um sie an günstiger Stelle (Portmonait) zu platzieren.

Die Wahrsagung selber wird meist mit einem Traditionellen Text eingeleitet und splittet sich dann in die verschiedenen Bereiche wie Beziehung, Reise, Arbeit usw.


Verzögerung und Bananenkuchen..

Alle, die sich schon auf den zweiten Teil der Nikko Reise gefreut haben, muss ich jetzt leider enttäuschen. Den gibts erst nach dem Wochenende.

Wir fahren heute nach Chiba zu seinen Eltern und besuchen FFIL im Krankenhaus.

Da ich ja ein gutes Frauchen sein wollte, habe ich beschlossen Kuchen zu backen.
Kuchen backen in Japan ist so ne Sache für sich, aber das ist nen Thema für nen anderen Post.

So war ich also lieb und nett, habe während Bf sich nen Buckel arbeitet brav alles aufgeräumt, Wäsche gewaschen, den Kuchen (es wurden zwei.. deutsche Mengenangaben vs japanische Backformen..) gebacken und das Abendessen vorbereitet.

Rückblick (Wir im Supermarkt um die Ecke)
Ich: Schaaatz? Ich brauche Obst.. kannst du Bananen essen? Die sehen sooo gut aus..

Er: Japp, kann ich essen.

Ich: Yokattaaaa…

Sprung zurück in die Gegenwart

Ich: Duuu.. bevor wir wegfahren mussten doch die Bananen weg.. und ich wollte ja eh Kuchen backen.. schau mal, sieht dieser Schoko-Bananenkuchen nicht lecker aus? *ihm den Kuchen unter die Nase halt*

Er: Eeeeeeeh??? Aber ich mag doch keine Bananen!

Ich: O.o

und so habe ich den Kuchen quasi nur für mich….. Der zweite geht an FMIL, hoffe sie kann Bananen essen. Und wenn nicht, mache ich noch ne creme drauf und bewerfe Bf damit. Verdient hat er es meiner Meinung nach..

Warum gerate ich eigentlich immer an Kerle, die keinen Süßkrams mögen?! Und das wo ich doch so ne Naschkatze bin…

Egal, auf nach Chiba. Lebenszeichen gibts wieder wenn wir zurück sind.

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Zurück aus Nikko – Teil 1

(die Asahi poopoo-schaumkrone vom Highway aus fotogafiert..)

Uuuuhg, da hatte ich doch glatt vergessen zu erwähnen, dass wir einen 2 – Tage Kurzurlaub in Nikko angetreten haben nach dem schauen des Finales der  Fußball Weltmeisterschaft der Frauen..

Die erste Hälfte des Spiels fand ich ziemlich langweilig und habe sie weitestgehend mit schreiben des letzten Blog-posts, sowie diversen emails etc. verbracht – die zweite Halbzeit dagegen habe ich dann doch mitgeschaut (Bf hat so lange rumgequängelt bis ich aufgegeben habe….).

Hatte eigentlich gedacht, dass die Amis das rennen machen, da sie als Einzelspieler stärker waren, aber ich wurde ja eines besseren belehrt und es konnte ja keiner ahnen, das die Mädels am Schluss so anziehen und die pumuckelige Torwart-lady es mal schafft nen Ball zu halten! Nedeshiko Japan!

Ist irgendwie ein gutes Gefühl, selbst wenn man mit Fußball nichts am Hut hat und der Gattung „Japaner “ nicht angehörig ist. Mag vielleicht daran liegen, dass ich in gewisser Weise ein kleiner Japan-freak bin. Somit habe ich mich riesig gefreut, dass „wir“ den Titel geholt haben!

So, und nun zurück zum eigentlichen Thema des Posts.

Wir sind ins Bett gegen 2:30. Der Wecker klingelte um 3:30.Das Spiel zog sich bis 7:00 hin plus hinterher noch Interviews und so weiter. Ab 9:00 stand unser rental-car bereit zur Abholung. Reisetasche noch nicht gepackt, und die Onigiri noch nicht fertig.

Ihr seht worauf ich hinaus will?

Im Akkord habe ich gepackt, während Bf sich in der Küche mit den Onigiri abmühte. Eigentlich wollte ich das machen, aber er wollte mir beweisen das das gestrige Dinner nicht nur ein Glückstreffer war, sondern er es auch so schafft was essbares zu zaubern. Gut, das Mentaiko ist am Ende ein steinharter Brocken geworden – aber er hat sich bemüht.

Endlich alles Gepackt und auf zum Autoverleih auf der anderen Seite von Sakuragicho – Minatomirai.

Wir bekamen ein kleines knuffiges weißes Autöfftöff zugeteilt und schwupps waren wir auch schon auf dem Weg nach Nikko. Unterwegs mussten wir feststellen, das die Fahrt mit Schlafmangel dann doch nicht so der Hit ist. Kaffee musste her. Intravenös wenn möglich. Nicht möglich, also blieb nur der Conbini-schlabberkaffee. Immerhin. Danach ging es uns ein bisschen besser.

Tag 1 der Reise – Chuzenji-ko und Keigon falls, Übernachtung in Kinugawa.

Die Strecke zum Chuzenji-ko schlängelte sich in schier endlosen Serpentienen die Berge hinauf. Bf leidet unter „car-sickness“ (mir fällt verdammtnochmal das deutsche Wort dafür nicht ein!) und selbst ich, wo ich doch eigentlich einen recht starken Magen habe, fühlte mich ein wenig flau.

An einem Rastplatz angekommen, sahen wir ein Schild für eine Seilbahn zu den Keigon-Wasserfällen, das musste natürlich direkt genutz werden.

Wenn das Schild sagt „zu den Keigon-fällen“, was erwartet man dann?

Wir landeten auf einer Aussichtsplattform mit Blick auf die Wasserfälle. In gefühlten gut 200km Entfernung. Kamera hat gottseidank nen starken zoom…Bf war mittelmäßig enttäuscht.

Weiter ging die Fahrt und so landeten wir dann doch noch an der richtgen Stelle. Ein Fahrstuhl führte durch einen Felsen zu einer Plattform direkt an den Wasserfällen! Der Wind trug mikroskopisch kleine Wassertröfchen in unsere Richtung und es fühlte sich verdammt gut an – plus dem super Ausblick.

Sattgesehen ließen wir uns wieder an die Oberfläche transportieren. Sattgesehen ist nicht gleich sattgegessen, und so stürzte Bf sich auf die reichlich vorhandenen Fressbuden, die zu akkuraten Preisen jeden Geschmack bedienten. Wir entschieden uns zunächst für eine „Gyoza-korokke“. Im Grunde so etwas wie eine RIESIGE Krokette mit ein paar Gyoza als Füllung in der Mitte. Danach gab es für mich noch Keigon-dango – die waren aber nicht sooo berauschend wie erwartet und zu guter letzt genehmigte sich Bf noch eine Art Eintopf dessen Name mir irgendwie entfallen ist (irgendwas wie Suiton oder so). Sah aber ganz lecker aus. Ich habe nichts abbekommen, denn dank eines netten Kommentars von Bf haben wir uns ein wenig in die Wolle bekommen.

Die Streitigkeiten ausgemerzt begaben wir uns auf den Weg nach Kinugawa in unser Hotel.

Von außen sah es einfach nur dreckig aus, aber von innen…Ohohooooo..

Man stelle sich vor, ein riesiger Gebäudekomplex bestehend aus drei zusammenhängenden Gebäuden. Der Weg von unserem Zimmer zum Onsen betrug gute 10 Minuten, und der Weg vom Onsen zum Rotenburo nochmal 7.

Somit haben wir uns den Weg zum Rotenburo gespart und haben glücklich im Onsen geplantscht. Natürlich seperat. Die Japanischen Mädels wunderten sich wohl ein bisschen, aber sagten nichts und so genoss ich meine halbe Stunde Frieden.

Das Abendbrot im Hotel war .. fürstlich..königlich.. verdammt, dafür gibt es keine Worte! Es gab dort nichts, das es nicht gab! Jeder Wunsch wurde abgedeckt. Fisch, Fleisch, traditionell Japanisch, Chinesisch, frisches Tempura, ja sogar frisches Jakiniku, Tsukemono in allen Variationen, Sushi, Pasta, Pommes, süßspeisenbuffet und noch so vieles mehr.. Somit rollten wir am Ende total überfressen zurück auf unser Zimmer. Schlafen.

(mehr Fotos gibt es, wenn Bf endlich seine Kamera freigibt…….)