Archiv für März, 2014

Papierkrams und so..

Beim Umzug nach Deutschland dachte ich ja schon „au backe“ dank des ganzen Papierkrams, aber nun gehts ans Eingemachte.

Nach dem Antrag sind wir direkt zum Standesamt gedackelt. Man will schließlich keine Zeit verlieren und am liebsten schon vorgestern verheiratet sein. Oder so. Unser Traumdatum wäre der 7.4. gewesen..

Den Zahn hat man uns beim Standesamt ganz schnell gezogen. Papiere. Viele. Arrrgh!

Eigentlich sind es ja garnicht so viele Papiere – nur, wie soll man an den ganzen Mist in Japan rankommen?!

Benötigt werden: 1 Auszug aus dem Familienregister (Koseki) und 1 Ehefähigkeitszeugnis. Beides mit Apostille und beglaubigter Übersetzung von einem gerichtlich bevollmächtigten Übersetzer. Evtl. könne man das alles übers Konsulat beziehen, aber man sei sich nicht sicher…

Auf zum Konsulat!

Möööööööp. Is nich! Hier bekommt man keine Papiere. Kein Koseki, kein garnichts – und „bestellen“ kann man die Papiere hier auch nicht, ist ja schließlich nicht deren Schuld, dass wir auf die Idee gekommen sind zu heiraten.

Nächster Gedankengang „Koseki…Koseki? Das müsste doch irgendwo bei Muttern rumfliegen…“ – also schnell an den PC und Skype unsicher machen. Koseki Tohon fliegt tatsächlich noch in einer Kiste rum, also schnell gegoogelt wie man an die Apostillen und das andere Papierchen kommt.

Mist. Für die Apostillen dürfen die Schriftstücke nicht älter als 2 Wochen sein und alles muss PERSÖNLICH beantragt & abgeholt werden. *hust*

Über 10 Ecken und Endlostelefonate haben wir dann herausgefunden, dass FMIL sehr wohl die Papiere für uns beantragen kann. Erleichterung. Für ca. 24h.

Dann kam ein Anruf…. es gibt 3 (!!!) Versionen vom Koseki! Welche bräuchten wir denn??

Ich habe mich also ans Telefon gehängt und den netten Standesbeamten nochmal angerufen.. nur war der auf einmal garnicht mehr so nett. Auskünfte am Telefon gibbet nicht, müssen sie herkommen!

Gnarf. Hab ja auch nur nen vollen Terminkalender (wirklich!! Seit ich „zu Hause“ bin, bin ich mehr unterwegs als je zuvor!) und streikende Bahnen.. aber auf dem Papierchen steht „japanische Heimatbehörde“, also fällt ein Papierchen schonmal weg, denn das hätte man in Männes Registrierungspräfektur (am Hintern von Japans Pampa.. quasi in der Pampa der Pampa) abholen müssen.

Bleiben noch Zwei.

Einmal eine Version in der nur steht „Person A. darf ohne Einschränkungen heiraten“ – und einmal die Version „Person A. darf Person B. heiraten“.

Nochmal das Standesamt angerufen – muss mein Name wirklich in dem Papier mit drinstehen? Und wenn ja, waruuuuum?

Auch dieses Mal strafte mich der Standesbeamte mit Verachtung „ich habe ihnen doch schon gesagt, dass ich ihnen am Telefon keine Auskunft darüber geben kann!“

Tschakka, so macht man sich Freunde…

Nach langem Hin-und Her beschlossen wir dann, die 2. Version (A darf B heiraten) zu nehmen, da es uns sicherer erschien. Man kann daran schließlich nichts falsch verstehen.

Einen verzweifelten Anruf von FMIL später, mussten wir meinen Namen, mein Geburtsdatum und die Daten meiner Kinder noch ins Japanische übersetzen. Katakana.. oh wie ich sie liebe… und japanische Datumsangaben sind eine echte Plage! Hier im Konsulat liegen Kalender aus, auf denen man das japanische Datum errechnen kann XD

Als auch das endlich geschafft war, folgte eine Weile nichts mehr. Warten. Meh.

Vorgestern kam dann endlich die Nachricht – Papiere sind da! Jetzt gehts weiter mit den Apostillen!!

Für die Apostillen braucht FMIL jedoch eine Vollmacht..

Ein Hoch auf Japan, dass es Konbinis gibt!

Was Konbinis mit Vollmächten zu tun haben? Haha, Konbinis können ALLES! Man kann nicht nur Pakete von Amazon zu Konbinis schicken lassen und dort abholen, nein, man kann auch Daten auf deren Plattform hochladen und diejenigen, die die ID der Daten kennen, können sie vor Ort ausdrucken lassen!

Heute haben wir also fleißig an einer Vollmacht gebastelt, die wir eingescannt und hochgeladen haben – jetzt muss FMIL nurnoch in den nächsten Konbini um es abzuholen. Zur Sicherheit kommt noch Männes Hanko mit drauf (das hat er praktischerweise noch in Japan liegen lassen) und dann ab zur Post.

Mit ein wenig Glück sind die Papiere nächste Woche dann zurück und übernächste Woche dann bei uns! Yosh!

Eine (bezahlbare) Übersetzerin haben wir mittlerweile auch gefunden nachdem mein erster Anruf in einem Übersetzungsbüro mich mit dem Schock „120€/Seite“ zurückgelassen hat. Jetzt zahlen wir 70€, was auch noch ein ganz schönes Sümmchen ist, aber naja… ist ja für die Zukunft…

 

Halte euch auf dem Laufenden~

 

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Es ist Frühling!

…und mit den ersten Blumen kam …. ein Heiratsantrag!

Abends, nachdem die Kinder schon im Bett waren, beim Tanzen durchs Wohnzimmer…

Männe wurde auf einmal ganz still, ging auf mich zu, nahm mich fest in den Arm und flüsterte mir ins Ohr „kekkon suru… kekkon shimashou..ka..?“

Natürlich habe ich geheult und natürlich habe ich „Ja“ gesagt!

Auch ohne Ring und ohne Kniefall bin ich mir sicher, dass es das Richtige ist. Ein Leben ohne einander ist schon lange nicht mehr vorstellbar und jetzt ist es nur ein Stück offizieller.

Nun sind wir also verlobt…

Der Schritt hat Mut gekostet, denn für ihn bedeutete es auch gleichzeitig Aufgabe seines Lebens und seiner Familie in Japan (im traditionellen Sinne).
Viele Angstgefühle und viel Verunsicherung. Als ältester Sohn nicht für Mutter und Geschwister da sein zu können, leben in einem fremden Land..

Wir packen das! So wie wir bisher alles gepackt haben!

Natürlich versinken wir jetzt grade im Planungschaos, denn es gibt zu viele Sachen, die organisiert werden müssen, angeschafft werden müssen und vorbereitet werden müssen – wenn ich nur an die ganzen Papiere denke, wird mir schon schlecht.. aber wir gehen es an.

Stück für Stück.

がんばります~