Pause.

Nein. Keine Pause vom Bloggen.

Ich ignoriere jetzt einfach mal (schon wieder) die vielen angefangenen Posts, die sich mittlerweile angesammelt haben und schreibe mal wieder etwas … Neueres?!

In den letzten paar Monaten hat sich hier so einiges getan – und eins muss jetzt mal raus.

Ab dem 1.3. bin ich offiziell keine Studentin mehr. Vorerst.

Warum? tja…

Kinder, Arbeit und Studium war doch ein wenig viel. Vor allem die Kinder haben da in letzter Zeit sehr drunter gelitten und auch ich hatte immer mehr Erschöpfungszustände als mir lieb war.

Wisst ihr eigentlich was das für ein psychischer Druck ist, wenn alle Eltern um einen herum „housewifeys“ sind? Natürlich reiben sie einem bei jeder Gelegenheit unter die Nase, wie gut und toll es doch für ihre Kinder ist, dass sie zum Mittagessen nach Hause kommen (da kann man sie nämlich toll mit Ultra-super-mega-Bio-Futter vollstopfen). Und natürlich haben sie jeden Tag schon verplant.

„Also, Montags hat die Kitty* (*=Name der Schreiberin bekannt) immer Reitunterricht. Dienstags ist sie in der Tanzschule, Mittwochs gehen wir zum Singkreis, Donnerstags hat sie Gymnastik und Freitags geht sie zum Förderunterricht für sehr begabte Kinder. Am Wochenende haben wir dann noch einen Schwimmkurs und unsere Lesestunde.“

Ja… und danach brauchen die Kinder dann den Rest ihres Lebens eine Therapie um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, da Mami sie noch nichtmal alleine über eine Ampel gehen, geschweige denn aufs Klo gehen lässt. Meh.

Aber die armen armen Kinder, die in der Nachmittagsbetreuung versauern müssen… meine armen Kinder.

Selbst wenn du als normal tickender Mensch weißt, dass diese Überbetüddelungen definitiv eher Strafe als Segen für die Kinder sind, knarzt es doch im Gehirn und man fängt an sich zu fragen, ob man eine gute Mutter ist. Ob es so weitergehen kann.

Dann kommt dazu, dass sich eines der Kinder in der Schule kompett verweigert – und man sucht die Schuld bei sich (obwohl man nach außen hin sehr sehr sicher ist, dass das zum Großteil die Lehrer verbockt haben..aber halt nur nach außen..).

Man überlegt, wieviel Zeit man an einem normal stressigen Tag mit den Kindern gemeinsam hat.. und dann stellt man fest, dass man sie eigentlich kaum sieht. Frühstück, Hausaufgaben, Abendessen, ins Bett bringen. Mehr ist da nicht. Ausflüge zum Rhein? Haha…. Mal unter der Woche Eis essen gehen? Bwahahaha….

Und dann überlegt man was man alles mit den kleinen Monstern machen könnte, wenn man genügend Zeit hätte..

Schwimmen gehen. Auf den Spielplatz gehen. Museen besuchen. In den Zoo fahren. Lesen. Spielen. Kuscheln…

Das Gehirn fängt an, wilde Theorien und Berechnungen aufzustellen. Was wäre, wenn ich einfach mal eine Pause mache? Neeeeein… undenkbar…. oder doch nicht?

Ich habe fast ein Jahr mit mir gerungen. Ein beschissen Stressiges Jahr. Dann kamen Nervenzusammenbrüche und erste Anzeichen von Depressionen. Mir ging es beschissen, den Kindern ging es beschissen und in der Beziehung mit Männe konnte ja garnicht alles rund laufen, da ihn mein Zustand natürlich nervlich auch mitgenommen hat.

Aus der Depression bin ich mit Hilfe meines Hausartztes schnell wieder herausgekommen nachdem er mich für 3 Wochen verpflichtend krank geschrieben hat. Ich konnte mich ausschlafen und darüber nachdenken, was ich wirklich will im Leben – was mir wichtig ist.

Die Kinder.
Meine Beziehung.

Den letzten Schubs habe ich dann Ende Januar bekommen, nachdem sich die Schulsituation bei meinem Sohn noch weiter verschlimmert hat.

Das war für mich der Punkt an dem ich zwei Tage durchgeheult habe (die Kinder waren an dem Wochenende nicht da… und Männe auf Geschäftsreise), stundenlang mit meiner Mutter und allen möglichen Freunden telefoniert habe, unszählige Pro/Kontra Listen verfasst habe und am Ende für mich die Entscheidung stand.

Ich pausiere mein Studium.

Ich gebe es nicht komplett auf, denn das kann ich (noch) nicht. Aber ich bin ab März offiziell für ein Jahr quasi erstmal nurnoch Mama & Hausfrau… mit Kindern, die zum Mittagessen nach Hause kommen damit ich sie mit jeder Menge gesundem Zeug quälen kann.. mit denen ich Ausflüge machen kann.. mit denen ich Zeit habe.Hoffentlich werde ich nicht auch so eine Übermutter, die irgendwann vor ihrem Kind steht „Mensch Joooooonassss*!! Jetzt hat die Mutti Stress wegen dir, weil du nicht daran gedacht hast, dass du heute noch zum Klarinettenunterricht musst! Wie konntest du das nur vergessen?!“ (japp…genau so stand neulich jemand vor mir und dem Kind….)

Wobei – ich wäre eh eher für Klavierunterricht..

P.s.: ich tendiere im Moment eher dazu, auf meinem Foodblog rumzuwuseln. Wer mal schnuppern mag was es bei uns gelegentlich so auf die Teller gibt, wird dort fündig~

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7 Antworten

  1. Thuruk

    Die Kinder werden auch mal groß. Gib es nicht auf. 😉

    Februar 10, 2014 um 8:18 pm

    • habe ich bis jetzt nicht vor 😉
      trotzdem es im meinem Kopf gelegentlich noch rund geht ala „Hausfrau sein heißt, sich selber aufzugeben“ freue ich mich schon total auf eine stressfreiere Zeit.
      Mit Männe läuft alles rund (fast schon erschreckend gut) – wenn es jetzt mit den Kiddies auch besser wird, ist es quasi perfekt~

      *wäre schön, wenn sie etwas weniger schnell groß werden..* 🙂

      Februar 11, 2014 um 6:58 am

  2. Ich kann mir vorstellen dass diese Entscheidung nicht leicht gefallen ist, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen dass es sehr viel besser ist so früh wie möglich eine Entscheidung gegen Stress und für das eigenen Seelenheil zu treffen. Ich habe zu lange gezögert, war dann ebenfalls gezwungen ein Jahr zu pausieren, allerdings war ich da schon so tief in der Depression drin dass ich immer noch daran arbeite.

    Die Kindern werden sicher begeistert sein mehr Zeit mit ihrer Mama verbringen zu können und ich habe das Gefühl dass sie auch noch nicht Gefahr laufen überbetüddelt zu werden 😉

    Ich habe diesen tollen Blog zwar gerade erst für mich entdeckt, werde mich aber genüsslich durch die Posts lesen und habe jetzt schon das Gefühl etwas gemeinsam zu haben (wenn ich mal so dreist sein darf ^^“).
    Ich habe Japanisch studiert, meinen Mann (obgleich Chinese) in Japan kennengelernt, lange Zeit diese 10.000 km Fernbeziehung gepflegt und lebe jetzt in Düsseldorf (^_^).

    Ich wünsche dir viel Glück, Ruhe, Kraft und Ausgeglichenheit für das studienfreie Jahr (und natürlich auch darüber hinaus)

    Februar 11, 2014 um 2:02 pm

  3. Eine Pause wird dir sicher gut tun, somit war es bestimmt die richtige Entscheidung und wie du schon geschrieben hast, hast du ja nicht dein Studium abgebrochen, sondern einfach zwei Urlaubssemester genommen! 🙂

    ha ha, wenn man so nah an Oberkassel lebt, begegnen einem viele dieser gelangweilten reichen Mütter mit ihren Heinrichs, Johanns, Friedrichs uns wie sie auch immer heißen.! ;D
    Das mit der Unselbstständigkeit durfte ich einmal life miterleben. Ein ca. 10-jähriger Junge und seine Mutter laufen Hand in Hand durch Oberkassel, der Junge lässt die Hand seiner Mutter los und läuft plötzlich gegen einen Baum. Er fing an zu heulen und ich musste mir das Lachen verkneifen.

    Februar 11, 2014 um 2:38 pm

  4. twinkle89

    Die zeit die du durch das pausieren bekommst könntest du ja vielleicht für dich nutzen? 🙂
    Kinder brauchen keine Übermutter die sie bis zum 12. Lebensjahr stillt und ohne die sie keinen Schritt alleine machen können 😉
    Du machst das schon richtig so!

    Februar 12, 2014 um 12:24 am

  5. @Fujiko: Hey, noch jemand aus Düsseldorf ^^ freut mich, dass du über meinen Blog gestolpert bist!

    @Goya: erschreckend… das hätte glatt unser Nachbarskind sein können.. XD

    @twinkle89: Das habe ich vor 😉 mag mal wieder Dinge einfach nur machen, weil ich Lust dazu habe. Backen zum Beispiel.. oder schwimmen.. oder malen..oder tanzen..oder.. *seufz* es gibt so vieles, was ich gerne machen würde.
    Bin fest davon überzeugt, dass alles gut gehen wird! Kein Platz für Zweifel 🙂

    Februar 12, 2014 um 11:49 am

  6. Mach gerade eine Übersetzungspause (Kopf muss ausrauchen :-P) und dachte, ich schau mal wieder, was Rose so schreibt. 🙂
    Wie geht es dir denn jetzt? Hast du das Gefühl, befreit zu sein? Ich hoffe sehr, dass es dir gut geht und dass sich die Schulsituation bessert.
    ich wünsche euch viel Kraft und viele schöne gemeinsame Tage.
    Liebe Grüße, Mari

    März 16, 2014 um 11:47 am

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