Hokkaido – Teil 2

Biei.

Nachdem ich die Nase voll hatte von dem ganzen Lavendel/Blumenfeldern (nach dem 5. hat es mir gereicht…), musste BF unbedingt noch 3 Felder mehr sehen. Gottseidank hat mich der Regen gerettet und wärend er im Nassen auf Fotomotivsuche gegangen ist, hab ich mich in den kleinen Souveniershops umgesehen. Eigentlich eher Bauernläden mit frischem Obst und Gemüse – und halt ein bissel Kitschkrams in der Ecke. Anders als auf Farm Tomita (der riesen Lavendel/Melonen/Blumenfarm vom Vortag) war es hier richtig ländlich und gemütlich.

Ein paar Süßkartoffelchips später und nach angemessener Bewunderung der von zwei Lausbuben angeschleppten „Kabutomushi“ ging die Fahrt weiter.

Biei als Stadt ist…. nicht so toll. Milde ausgedrückt.

Es gibt glaube ich ganze 3 Restaurants, einen winzigen Bahnhof und einen kleinen Park – aber die Landschaft um Biei herum ist wirklich schön.

Hat mich ein bisschen an Meklenburg Vorpommern erinnert.. Felder….Felder….Bäume…Felder… Alleen… Felder…

Also alles in allem auch eine Szenerie, die einem Deutschen nicht ganz fremd sein mag. Überrascht fand ich ein kleines Holzhäuschen „im deutschen Stil“ und wir beschlossen, dort auf jeden Fall vor unserer Abreise mal einzukehren!

Vorher mussten wir nur noch die Attraktionen der Umgebung abklappern.

 

Bäume.

Nein, nicht irgendwelche Bäume! Wo denkt ihr hin?!

Wir mussten DIE Bäume besuchen!  Namentlich Ken&Mary.

Weil diese zwei hübschen Bäumchen so nah beieinander stehen – und (vor allem) weil sie irgendwann mal in irgendeiner Kitschsoap im Japanischen Fernsehen aufgetaucht sind, sind sie jetzt der Pilgerplatz schlechthin.

Dicht gefolgt von den „family trees“.. aber dazu später mehr.

Wir mussten also unbedingt ein Foto mit diesen beiden Bäumen haben. Koste es was es wolle! Nur – unsere Zeit war begrenzt… und außer uns hatten noch ca. 100 andere Leute die gleiche Idee.

Ich musste dem wirklich intensiven Drang widerstehen, laut zu lachen wenn sich die Leutchen in die verrücktesten Posen warfen um auf dem Foto besonders gut auszusehen – eigentlich hätte ich es gerne auf Video aufgenommen.. aber Bf hat mir im letzten Moment auf die Finger gehauen „das macht man nicht!“ und so musste ich brav weiter warten.

Nach einer gefühlten Ewigkeit waren wir zwei dann dran. Aber nix mit Foto zu zweit, nein. 1x Foto von mir+Baum, 1x Foto von ihm + Baum und einmal Baum ohne alles. Supi.

Die Leute, die hinter uns anstanden, schauten etwas verwundert ob der Kürze unseres Shootings, aber das sah Bf schon nicht mehr, da er mit leisem Fluchen zum Wagen rannte.

Regenwolken. Aus dem Nichts!

Keine 3 Sekunden (nachdem ich ins Auto gesprungen war) fing es an zu schütten wie bei einer Sinflut.

Wir fuhren im Schneckentempo zum nächsten Baum und bemitleideten eine chinesische Familie, die sich wohl am Morgen in ihrem Hotel Fahrräder geliehen hatten und nun mit diesen wenig nützlichen Plastiktüchlein von Regenmänteln ziemlich angenervt die Straße entlangstrampelten. Wir trafen sie später an einem merkwürdigen Pyramidenkonstrukt wieder, wo sie versuchten ihre Kleidung ein bisschen zu trocknen.

Tja… und dann waren da noch die „family trees“.

6 Bäumchen in unterschiedlichen Größen, die als Baumgruppe recht nah aneinander stehen.

„Schau mal Schatz, das ist der Papa-Baum und das da der Mama-Baum….“

„Ja. Bäume. Können wir gehen? Ich hab hunger.“

„Aber schau doch mal wie niedlich der Tochter-Baum ist! Und der Baby-Baum erst *schwärm*“

„Nein. Hunger.“

Daraufhin setzte ich mich ins Auto und wartete, bis sein verzücktes „Ooooooh“ und „kawaiiiiiii“ etc. nachließ.

Auf zum Land cafe!

Echter deutscher Kuchen! So wie bei Ommi früher! Ich hätte am Liebsten noch 2-3Stücke mehr verputzt!! Männe hatte sich eine Wurstplatte bestellt und knabberte begeistert „echte deutsche Würstchen“! Nur der Senf und das Sauerkraut ließ er liegen. Ist nicht so seins  – und ich hab mich gefreut. Sauerkraut! In Japan! Waaaaaah!

Nach dem Essen kam die Besitzerin zu uns an den Tisch und fragte, woher ich komme und wie es mich nach Biei verschlagen hat. Eine sehr nette Frau – und als ich von Hannover erzählte, strahlte sie plötzlich bis über beide Ohren und meinte, dass ihr Mann aus Gütersloh komme und ob wir nicht noch einen Moment Zeit hätten, dann würde sie ihn rufen.

Natürlich hatten wir noch Zeit – und so traf ich Stefan Koester-Hirose.

Wir ließen Bf einfach links liegen, verzogen uns in ein kleines Gewächshaus und quatschten was das Zeug hält über Deutschland, Japan und das Leben dazwischen.

Ich bewundere ihn. Er hat sich ein Leben geschaffen, wie er und seine Frau es sich vorgestellt haben. Ein Leben, das vielleicht nicht immer einfach ist, aber das sie genießen können.

*Wer mehr über ihn, seine Farm und das Cafe lesen möchte -> hier ist ihre Website  *

So, genug für heute.. Fortsetzung folgt ~

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2 Antworten

  1. Jaja, der Stefan!! Gute Kartoffeln kann man von dem kaufen, fuer einen Preis, der echt akzeptabel ist. Und als Goettergattin das erste Mal diese Erdaeppel gegessen hatte, kam sie aus dem Schwaermen nicht mehr raus! Wenn nicht Fukushima gekommen waere – wir haetten bestimmt wieder welche bestellt. So warte ich dieses Jahr auf die neue Ernte … dann sehen wir weiter.

    Juli 9, 2013 um 8:49 am

  2. Das ist ja lustig, wir waren vor einem Jahr in Hokkaido und haben auch dort gegessen. 🙂 Durch Zufall gefunden, war total lecker und lieb gemacht. 🙂

    Juli 12, 2013 um 3:07 pm

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