Japantag 2013

 

Da war er wieder.. der Japantag.

Morgens freiwillig früh raus zum Bento machen, Kinder rausputzen und ab in die bis zum brechen überfüllte Stadt.

Aber, wir haben es ja nicht anders gewollt.

Männe wollte mal sehen wie so ein Japantag in Düsseldorf ausschaut… und wäre am Liebsten nach einer halben Stunde schon wieder geflüchtet, hätte er sich nicht mit Freunden verabredet.

Wir saßen also auf der Rheinwiese und versuchten die Kuriositäten um uns herum zu verdauen, die Kids spielten brav auf dem kleinen Spielplatz und alles war Gut.

Das „Programm“, welches ich eigentlich anschauen wollte, haben wir dann doch sein lassen, da es in der Menschenmasse kein durchkommen gab. Lieber gemütlich noch ein paar Nikkuman mampfen.

Tja, und dann kamen die Idioten.

Ich habe nichts gegen Nerds. Nein, teilweise würde ich mich wohl selbst auch dazu zählen. Aber warum zur Hölle muss man sich so daneben benehmen?! Und das auch noch, wenn Kinder direkt daneben sitzen??
Ich finde es nicht besonders Lustig, wenn sich verpickelte Langhaaraffen an- bzw. bespringen, sich gegenseitig in die Weichteile treten (und das auch noch toll finden) oder sich wegen ner Plastikflasche ausm Aldi gegenseitig durch die Gegend rollen/treten/was auch immer die da gemacht haben! Arrrgh! Und das OHNE Alkohol!

Eine andere Unart, die ich echt ätzend fand waren die „Zombie walk“ ähnlichen Dinger. Aus allen Bereichen. Blutende Pikachus, zerfetzte Narutos, zerfleischte Sailormoons..
Nichts gegen Zombie walks – aber doch nicht auf einem FAMILIENFEST!
So, und nun erklären wir den Kleinen mal, was Splatter und Gore bedeutet…und warum der Typ Nadeln im Kopf stecken hatte. Mit Blut. Und Hackebeil mit Eingeweiden.

Einige Cosplays waren gut und man hat die Mühe/Arbeit dahinter sehen können – andere waren mit gutem Willen, aber schlecht gemacht – und wieder andere haben sich garnicht erst bemüht, sondern einfach einen Pikachu-Kigurumi (Ganzkörperschlafanzug) gekauft und sind damit rumgewackelt. Japp.. da waren ein paar hundert Pikachus unterwegs. Zur Freude der Kinder.

Tja, leider ließ die Kinderfreundlichkeit in der Menschenmasse auch einiges zu Wünschen übrig. Wir wollten an zwei Ständen mal ein Bisschen schauen, aber nachdem die Kids per Ellbogen von anderen Erwachsenen durch die Gegend (und vom Stand weg) geschubst wurden, hat es uns irgendwann gereicht.
Leute, es gibt da genug für ALLE! Man muss da keine Kinder verletzen nur weil man Angst hat nichts mehr abzubekommen!

Nach diesen super Erfahrungen also quetschten wir uns weiter durch die Massen in Richtung Wasserjojos.
Ein Arbeitskollege von Männe hat da ausgeholfen und gefragt, ob wir nicht vorbeikommen wollten um ein paar Yoyos für die Kinder zu holen.

Die Chance konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen – Co-worker kennenlernen! Yay!
War auch ein ganz Netter und sogar gaaaaaanz freiwillig in Deutschland *räusper*

Die Kinder haben 4 Yoyos bekommen (hey, 2 Hände, 2 Yoyos!), Männe war enttäuscht darüber, dass es keine Goldfischbeckendinger wie bei japanischen Matsuris gab, und wir zogen weiter in Richtung Hauptbühne.

Dort gab es aber auch nichts wirklich spannendes. Überteuerte Takoyaki wollten wir auch nicht. Aber einkaufen für Sonntag und fürs Montagsbento mussten wir noch… schlechte Idee… aber das wusste ich auch schon vorher…

Auf der Immermannstraße war es überraschend leer. Außer natürlich vor und in den Supermärkten/Buchläden/Restaurants/was auch immer.

Der Dae Yang hatte sogar seine Nebentür geöffnet und eine 3. Kasse draußen platziert. Leider haben die Leute, die drinnen etwas kaufen wollten, das nicht so wirklich verstanden und lieber 2h drinnen angestanden statt draußen innerhalb von 10 Minuten bedient zu werden. Gut für mich. So konnte ich wenigstens das gekaufte Fleisch und die Edamame im noch gefrorenen Zustand nach draußen retten.

Zwei Sachen, die mir noch extrem aufgestoßen sind..

zum Ersten – die ganzen Anime Stände. Ich glaube, es gab noch nie so viele Stände mit Anime-goods auf dem Japantag! Nie! Und alle hatten wohl mehr oder minder das Gleiche (von weitem gesehen..weiß nicht wie es drinnen aussah). Im Gegenzug dazu, haben die traditionellen Stände noch mehr abgebaut als schon im letzten Jahr. Wirklich Schade. Es soll ja schließlich keine kostenlose Cosplayconvention sein, sondern ein Kulturaustausch!

Nicht falsch verstehen – Anime und Co gehren natürlich zur Kultur – aber was ist mit den vielen anderen tollen Sachen, die es über Japan zu erfahren/entdecken/kaufen gibt? Warum gab es keinen Stand für z.B. traditionelle Bentoboxen&Stäbchen etc. Oder Kanzashi. Oder Zori. Oder Lucky Charms. Oder oder oder… Mir würde da auf Anhieb so viel einfallen…
Ich glaube, das nächste Mal stelle ich mich da auch mit einem Stand hin. Besser und interessanter als die Animegoodie Dinger bekomme ich das bestimmt hin. Gnarf!

Das Zweite – Müll. Überall. Nur nicht in den Mülleimern. Leute, was ist so schwer daran, seine sch*** Tüten zu nehme und sie entweder A: in die eigene Tasche oder Tasche des Freundes zu packen, oder B: sie in einen der Zahlreichen Mülleimer zu stopfen! Auf der Rheinpromenade gab es in diesem Jahr MASSIG Mülleimer! Und selbst auf der Immermannstraße wurden von den Läden große Blaue Säcke zur Verfügung gestellt.
Außerdem – muss es sein, dass man seine Glasflaschen (anstatt sie ordnungsgemäß zu entsorgen) auf einer Grünfläche zerdeppert? Wohlwissend, dass sich daneben eine Spielmöglichkeit für kleine Kinder befindet, die auch schonmal hinfallen und dann in den Scherben landen?

Bei sowas wird mir echt schlecht. Ich wurde dazu erzogen meinen Müll aufzuheben, sollte er mir runterfallen, und ordnungsgemäß zu entsorgen.
Männe hat nun Japantag abgehakt. 1x und nie wieder. Außer es würde sich am Verhältnis Kultur&Anime etwas ändern. Und die Menschheit lernen, dass man Müll nicht auf die Straße wirft.

Uuuuuh, fast vergessen – auf dem Weg zu einer Starbuckspause sind wir in der U-bahn einem weiteren Kollegen von Männe über den Weg gelaufen.
Wir händchenhaltend. Männe knallroter Kopf. Hatsukashiiiiiiiii~

 

Auf eine Neue Woche voller Verrücktheiten!

 

 

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9 Antworten

  1. nen Bento-Stand hatte ich aber gesehen 😉 Viel mehr habe ich dann aber auch nicht mitbekommen, war die ganze Zeit im Zelt von Tokyo und Leute über Reisemöglichkeiten informiert. Teilweise sogar alleine, weil meine deutschen Kollegen irgendwann keinen Bock mehr hatten und die Japaner mit dem Deutsch zu kämpfen hatten. Hat Spaß gemacht, war aber echt anstrengend. Und das Wetter war auch doof

    Mai 27, 2013 um 1:11 pm

  2. Echt? Ich habe nichts dergleichen gesehen. Oder meintest du einen Stand, an dem man die gefüllt mit Essen kaufen konnte?
    ..und stimmt – das Wetter war mehr als bescheiden. Wir haben uns im Minutenwechsel den Hintern abgefrohren oder uns wie in der Sauna gefühlt.

    Wenn ihr nächstes Jahr noch Leute für einen Infostand braucht, sagt Bescheid 😉 bei sowas bin ich immer gerne dabei – und dann bekommt der Japantag (für mich) vielleicht auch endlich einen Sinn…

    Mai 27, 2013 um 3:35 pm

  3. Ich finde auch, die Leute werden von Jahr zu Jahr asozialer.
    Ich bin mit meinen Freunden meist mit dem Strom gegangen, wenn wir uns denn mal dazu aufraffen konnten uns in die Menschenmasse zu stürzen, und trotzdem wurden wir die ganze Zeit geschubst und angerempelt. Ich hatte so einige Ellbogen abbekommen und nun bin ich überseht mit Blauen Flecken. Wenn es mir so ging mit ~1,70m (und dass wobei ich mich noch nichtmal zu den Ständen durchgequetscht habe), kann ich mir nur allzu gut vorstellen, wie das für Kinder ist. >__<
    Auf die Wiesen haben wir uns nichtmal gewagt, weil da ja so einige Leute meinten, fangen spielen zu müssen und dabei über alle anderen gerannt sind =__=

    Dieses Jahr waren wirklich extrem viele Verkaufsstände. Etwas zu viele Anime/Manga-Stände, da stimme ich dir zu. Aber ich fand gut, dass man endlich mal Yukata kaufen konnte bzw. dass es mal mehr als 5 stk zu kaufen gab. Aber die Kultur (abgesehen von der Pop-/Jugendkultur) kam wirklich viel zu kurz u__u Schade, schade…

    Mai 27, 2013 um 4:17 pm

  4. Harlev

    Auch jach ich würd mich freuen mehr Kulturstände zu sehen, genau deswegen würde ich da auch gerne hin :D… Also fightoooo ;D!

    Mai 27, 2013 um 8:41 pm

  5. Miya

    So ein paar mehr kulturelle Stände, wären schon nicht übel, aber sag das mal den Veranstaltern. Der Kunde kauft natürlich nur das, was auch angeboten wird. Ich denke, dass solche Stände viel Andrang finden würden, wenn es sie geben würde.
    Und was die Massen an Cosplayern angeht, was will man vom größten Japan-event in Europa anderes erwarten? Klar, es ist nicht sehr sozial, wenn deine Kinde rumgeschubst werden, aber auf welchem großen Fest passiert das nicht? Das ist nunmal der negative Teil einer solchen Veranstaltung. ^^“

    Mai 27, 2013 um 11:22 pm

    • @ Rina: japp.. allerdings gab es vor ein paar Jahren mal ein riesiges Zelt für Yukata, Kimono und co – diesmal war es nur so ein Minibüdchen. Fand ich schade, da dort erwartungsgemäß immer starker Andrang ist.

      @ Harley: Wir sind grade dabei, eine email an die Veranstalter aufzusetzen. Ich denke wenn das genug Leute machen würden, könnte sich vielleicht was ändern..

      @ Miya: Funktioniert nach dem Prinzip Angebot+Nachfrage. Da extrem viele Cossis zum Japantag rennen, richteten sich die Verkaufsstände auch immer mehr danach. Klar, da kann man gut Kohle machen.
      Was mich aber frustriert ist, dass es nicht immer so war – es also auch anders geht.
      Mein erster Japantag war ein Familienfest und man hat massenweise Kinder getroffen, die das Fest genießen konnten und eigentlich auch mit im Zentrum des Geschehens standen. Außerdem kamen auch die wirklich Japaninteressierten auf ihre Kosten.
      Jetzt ist es (für mich) kein Japantag mehr. Es ist ein Cosplayfest.
      Viele Japaner und auch Deutsche aus unserem Freundes und Bekanntenkreis gehen mittlerweile nicht mehr hin, weil das nicht das ist, was sie sich unter interkulturellem Austausch vorstellen. Das geht hin bis zum fremdschämen („SO wird unsere Kultur im Ausland dargestellt???“).
      Und Kinder rumschubsen schön und gut, das passiert in jeder Menschenmasse. Sohnemann konnte die Erfahrungen schon in der Tokyoter rush hour machen. Aber ein gezielt mit dem Ellenbogen durchgezogener Schlag im vollen Bewusstsein, dass es ein Kind ist, das man erwischt?

      Mai 28, 2013 um 8:01 am

      • Da war ich wohl noch nicht da. Bin erst seit 2010 in Düsseldorf 😉 Und seitdem hab ich immer nur einen kleinen Kleiderständer mit Yutakas gesehen. Dabei wollte ich mir Anfangs unbedingt dort einen kaufen. Jetzt werde ich es diesen Sommer direkt in Japan nachholen =D

        Mai 29, 2013 um 12:39 am

  6. Die Berichte aus Düsseldorf lesen sich leider von Jahr zu Jahr schlimmer – dabei habe ich die Veranstaltung wegen des Fremdschämpotentials schon vor 10 Jahren gemieden. Aber vor allem das mit dem Abfall und den Scherben ist schlimm! Kaum zu glauben, wie gut das in Japan klappt. Nirgendwo sind Abfalleimer zu finden und trotzdem hat man nach einer Massenveranstaltung mit 50.000 Leuten meist weniger Dreck als in einer durchschnittlichen deutschen Großstadt an einem normalen Wochenende…

    Mai 30, 2013 um 3:26 am

  7. Haha, das Problem mit dem Händchenhalten kenne ich auch. Nicht vor den Freunden, nicht vor den Eltern und schon gar nicht vor Kollegen. Voll peinlich, sowas 😉

    Juni 10, 2013 um 1:18 am

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