Eine Portion Reis bitte – oder Alptraum reloaded

Gnarf! da habe ich mit ganz viel Liebe letzte Woche einen ellenlangen Post mühsam auf dem Mini- Iphonebildschirm getippselt, stürzt die WordPress App ab und reißt alles mit sich.

Daher bekommt ihr jetzt nichts über die dämliche Eva zu lesen, auch nichts über die geistreichen und hoch intellektuellen Diskussionen, die ich mit meiner besseren Hälfte in den letzten Tagen so geführt habe.
Nein.
Stattdessen belebe ich mein persönliches Alptraumthema wieder – Essen. In Kombination mit japanischem Mann. Quasi dreamteam..
Aber wenn man nichts anderes hat worüber man sich zanken kann, muss das nunmal wieder herhalten.

Ich gehöre bekannterweise mit meinen Kindern eher zur „wir-essen-Reis-und das-am-liebsten-jeden-Tag“ Fraktion.
Daher findet sich in unserer Küche auch ein 10 kg Reissack. Koreanischer Reis.

Ihr ahnt es schon? Ja? Wirklich so durchschaubar?

Da mein Allerliebster nächste Woche nach Deutschland kommt, ich weiß wie sehr er an japanischem Essen hängt, wir 4 Tage bei meiner Familie weilen und ich ihm etwas gutes tun wollte, fragte ich ihn also folgendes:

Ich: Hey, soll ich ein bisschen Reis einpacken und frisches Miso+ Wakame? Dann hättest du morgens Reis und Misoshiru und wir könnten für die Kids gelegentlich noch Onigiri machen…

Er: Reis?? Was für Reis?! Hast du reis?

Ich: Jupp, hab noch so nen paar Kilo hier stehen.

Er: Japanischer guter Reis?

Ich: Ööhm.. nee.. eher Koreanischer guter Reis..

Er: Koreanischer Reis?!?!?! Ich muss auflegen!

tut tut tut…

ca 15 Minuten später eine Sms

„So, habe jetzt Reis und Miso gekauft. Außerdem noch Fertigmischung für Chinesisches Krams und Curry in der Tüte. Brauchen wir noch irgendwas?“

Jupp.. klar.. ich verwurschtel dann mal eben mein Miso für Misozuke – hat ja auch was Gutes – das mag er sowieso nicht und kann sich daher dann nicht beschweren. 15kg Reis haben ja auch was Tolles und das Chinesische Zeug kann ich irgendwann mal vielleicht unbemerkt an die Nachbarn weitergeben..

Mal sehen, was das nächste Woche so gibt…

Übrigens ist es auch UNMÖGLICH, Reis nicht in einem Reiskocher zu kochen! Gott, was haben die Leute nur früher immer gemacht, als es noch keine Reiskocher gab….

Auf eine neue Runde – und hoffentlich bald wieder vernünftiges Internet damit ich wieder richtig bloggen kann!

P.s: an alle, die jetzt wieder Panikattacken bekommen – nein, wir haben uns immernoch ganz dolle lieb und ja, ich schreibe das hier nur weil es zu den interkulturellen Problemchen gehört über die ich mich verdammt nochmal hier gelegentlich auslassen mag! An die, die mit ihrer besseren Hälfte ähnliches mitmachen – ihr seid nicht allein! Ganbatte und durch!

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14 Antworten

  1. umij

    bei Japanern und ihrem Reis geht mir ja immer die Hutschnur hoch. „Aber Reis aus $irgendwo schmeckt anders. Ja sicher tut er das, aufgrund der Importzölle baut ja auch _niemand_ auf der ganzen Welt Koshi Hikari für den Export an. Abgesehen davon bin ich der festen Überzeugung, daß 99% der Japaner den Unterschied zu dem koreanischen Reis in einem Doppelblindtest nicht bemerken würden. Kannst ihm ja mal eine Portion des Koreareis‘ untermogeln und beobachten, ob er’s merkt….

    April 22, 2012 um 4:55 pm

  2. nagarazoku

    Oh Gott, das erinnert mich so an die Diskussionen, die ich mit meinem Freund so oft über Gemüse u.ä. haben. „Kommt der Knoblauch auch aus Japan?“ – „Nein, der kommt aus China und sprengt daher auch unser Budget nicht!“ – „Nee, chinesischer Knoblauch schmeckt nicht!“ Als würde er es tatsächlich rausschmecken, wenn ich unbemerkt chinesischen Knoblauch unter sein Essen mischen würde! Japaner und ihr „Made in Japan“ bei Lebensmitteln -.-‚

    April 22, 2012 um 6:56 pm

  3. ZT

    Mein Freund ist Russe und ich Vietnamesin, bei uns kommt es auch des öfteren mal zu interkulturellen Problemchen, zwar weniger zum Thema Essen, aber dafür umso mehr bei anderen, dabei dachte ich so was würde bei uns nicht aufkommen, da wir beide größtenteils in Deutschland aufgewachsen sind, tja so kann man sich irren…

    und zum Thema Reis, meine Eltern und ich hatten mal eine Phase in der wir, alle möglichen Sorten probiert haben, und ich muss sagen ich erkenne wirklich nur minimal Unterschiede, es ist wohl wichtiger wie man ihn zubereitet als welche Sorte es ist

    April 22, 2012 um 7:00 pm

  4. Der koreanische Reis, den wir hatten, hat uns beiden nicht geschmeckt XD

    April 22, 2012 um 8:53 pm

  5. Haha! Erinnert mich immer an das entsetzte Gesicht meiner damaligen J-Freundin, als ich Reis im Kochbeutel in gesalzenem Wasser kochen wollte. „Nein, das esse ich auf GAR KEINEN Fall!“ Darauf ich: „Aber Hase, den Reis den du letzte Woche praktisch vom Teller geleckt hast, habe ich genauso gemacht.“ Oh , wenn Blicke toeten koennten!
    Aber die schmierige Currywurst Pommes mit doppelt Majo von Klinkemeiers Moehnehappen, DIE hat ihr geschmeckt……

    April 23, 2012 um 4:35 am

  6. Gojira

    Also „Unkle Ben’s“-Reis gelingt immer und klebt nicht!
    (vermutlich nicht die erste Wahl von Sushi-Köchen)

    April 23, 2012 um 9:34 am

  7. So ähneln sich die Menschen auf der ganzen Welt dann wieder, dem Japaner ist sein Reis heilig, ein Franzose lacht einen aus, wenn man ihm erzählt, dass der deutsche Bäcker ganz leckere Croissants macht und der Deutsche glaubt nur hier (und vielleicht noch in Tschechien) gibt es richtiges Bier und der Rest der Welt würde Spülwasser trinken.

    April 23, 2012 um 1:54 pm

  8. umij

    sorry, das mit dem Bier stimmt leider. (Und ja, es gibt überall auf der Welt Mikrobrauereien und Bierliebhaber etc., aber ich rede über das, was man so in einem normalen Laden zu kaufen bekommt).

    April 24, 2012 um 5:17 am

    • Gott weiß, ich geb umij nur äußerst ungern recht, aber das deutsche Bier ist nunmal wirklich das beste. Ich war praktisch schon überall auf der Welt und hab auf so manches Gebräu gerölpst, aber jedesmal wenn ich ein Bier aus der Heimat trinke, bekomme ich feuchte Augen vor lauter Glück.

      April 24, 2012 um 1:05 pm

    • Das französische 1664 und das polnische Tyskie kriegt man in den jeweiligen Ländern eigentlich überall und die Brauereien sind alles andere als klein. Und um mal aus Europa heraus zu kommen, das Victoria Bitter in Australien ist auch ein leckeres Bier. Über das Asahi Lager, egal ob das japanische oder das in Tschechien gebraute hat sich auch noch keiner beschwert.

      April 24, 2012 um 1:17 pm

  9. Wiebke

    Hey, das hört sich ja nach einem Essensproblem der ersten Güte an:-)
    Was sagen denn die Kinder dazu? 😀

    Mai 1, 2012 um 11:54 am

  10. Nu ja, verschieden Laender, verschieden Biere. Aber das „Teutsche Reinheitsgebot“ das hat schon was fuer sich. Immer das japanische „Reisbier“ (ja, es wird Reis benutzt, einfach mal genau nachschauen) – es geht nichts ueber ein schoenes frisch gezapftes Koelsch oder Alt, von den zahlreichen Sorten will ich erst garnicht anfangen. Deshalb, wer nach Japanesien kommt, zuerst mal anlaeuten, Bestellungen werden sehr gerne aufgegeben! Denke, mein COOOLIO wird mir zustimmen!! *_*

    Mai 16, 2012 um 5:25 am

  11. Julia

    Also wo das Zeug herkommt, ist mir meist egal, die Zubereitung ist wichtig. Wenn ich auf deutschem Brot bestehe, dann meist, weil das eben wirklich anders gebacken wird als das lappige Weißbrot im Rest der Welt.
    Aber die Japaner haben’s wohl eh nicht so mit ihren asiatischen Nachbarn…

    Mai 19, 2012 um 3:52 pm

  12. Chrissi

    Haha das sind wohl die typischen kulturellen Problemchen (mehr ist es ja nicht) bei einer solchen Beziehung. Aber dafür macht es eben auch Spaß. Man sollte aber nicht diskutieren, sondern einfach nur tolerieren. Achja und das mit dem Reiskocher versteh ich nicht? Also wir kochen recht gut mit dem Topf reis 😦 (allerdings auch keinen japanischen!)

    Mai 25, 2012 um 11:06 am

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