Internet und schwere Entscheidungen

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Tja, Kyoto 3 muss doch noch ein bisschen warten..
Momentan steh ich mit meinem Internet- Dienstleister auf Kriegsfuß und habe daher (außer auf meinem intelligenten kleinen Taschenbegleiter) kein Netz mehr.
Ärgerlich, da ich so die Fotos zum Artikel nicht einfach hochladen kann, sondern sie erst von A über B nach C verschieben muss um sie dann in das Programm zu kopieren, sie hochzuladen usw. Bläh.
Wenn ich heute noch mit meinem Lernpensum durchkomme, setze ich mich vielleicht später noch hin.

Solange langweile ich euch mit einem nicht ganz unwichtigem (zumindest für mich) Statusreport..

Gestern Abend rief mein Männe ziemlich aufgeregt an – sein oberster Boss hat ein Einzelmeeting für alle einberufen, da die Arbeitsmotivation in der Abteilung wohl stark gesunken ist.
In dem Gespräch sollten nun alle ihre Meinung kundtun und auch äußern, ob sie evtl. versetzt werden wollen.

Normalerweise findet eine solche Befragung nur einmal im Jahr statt – per Fragebogen. Daher waren alle wohl etwas überrumpelt.

Viele Japanische Arbeitgeber haben die Angewohnheit, ihre Mitarbeiter nach Lust und Laune hin und her zu versetzen. Ob Familie vorhanden ist, grade ein Haus gekauft wurde oder die Eltern schwer krank sind, spielt keine Rolle. Wenn Cheffe sagt Machida-san geht nach Amerika, muss Machida-san spuren. Wenn Cheffe sagt Machida-san geht nach Fukushima, geht Machida-san halt nach Fukushima (und ist dankbar, dass er nicht in Amerika gelandet ist..)

Mein Freund wurde bisher noch nicht versetzt. Gottseidank. Aber glücklich ist er in seinem Job halt auch nicht und würde daher lieber die Abteilung wechseln.

Das Gespräch heute wäre eine gute Chance dazu gewesen, und so hat er die ganze Nacht hin und her überlegt, was er seinem Chef sagen wird.
Man kann seinem Chef nämlich eigentlich nicht sagen, dass man wechseln möchte. Das wäre eine Beleidigung. Das macht ein Japaner nicht.
Aber mein Japaner ist mit einer Gaijin zusammen – mein Japaner macht sowas.

Somit hat er heute – natürlich ganz nett und mit vielen rosa Schleifchen verpackt- seinem Chef sein Herz ausgeschüttet.

Nun ist alles offen.
Wir hoffen natürlich auf eine Versetzung nach Deutschland, aber es kann auch vorerst nach Amerika oder irgendwo in die japanische Pampa gehen.
Jetzt heißt es abwarten….

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7 Antworten

  1. Heydal

    Drücke Euch ganz fest die Daumen dass es klappt. Würde Deutschland, denn Düsseldorf bedeuten, oder vielleicht doch eher Buxtehude ?

    März 28, 2012 um 11:44 pm

  2. Mit dieser verdammten „Job rotation“ habe ich wirklich jeden Tag zu kaempfen. Da hat man grad einen Ingenieur soweit, das er tatsaechlich kapiert, was er da taeglich bedient und schwupps, wird er nach Pasematuckel versetzt und man bekommt ein komplettes Greenhorn vor die Nase gesetzt und faengt wieder ganz von vorn an. Kein Wunder, das hier selbst in aeusserst sensiblen Bereichen alles drunter und drueber geht. Und nein, damit meine ich nicht nur Fukushima Daiichi. Wer z.B. oefters in der chemischen Industrie Japan’s zu tun hat, kann sich nur wundern, das dort nicht staendig was in die Luft fliegt, oder ins Meer auslaeuft. Naja, vielleicht tut es das ja und die J’s sind nur super im Vertuschen…..

    März 29, 2012 um 3:44 am

  3. Dann drück ich auch mal die Daumen das es Düsseldorf sein wird! *drüüüüück*

    März 29, 2012 um 8:51 am

  4. Ich kann gut mit dir mitfühlen. Sind seit über 10 Jahren im Ausland unterwegs und immer hängt dieses Damoklesschwert der Versetzung über einem. Häuschen kaufen und für immer an einem Ort bleiben, gibt es für uns nicht. Das ist manchmal schwer, aber ich liebe das Leben im Ausland auch sehr, daher nehme ich es gerne in Kauf. Viel Glück mit dem Chef und seiner Entscheidung. Die Schwiegermutter aus Dubai…;-)

    März 29, 2012 um 3:27 pm

  5. Thuruk

    Wäre eine Versetzung nach Deutschland wirklich von beiden Seiten gewünscht? Er hat ja schließlich noch Familie in Japan?

    Ansonsten wünsche ich euch natürlich dass alles wie geplant läuft.^^

    März 29, 2012 um 6:10 pm

    • @heydal- Danke! Leider kann er das Ziel (wenn überhaupt) nur gering beeinflussen.. kann also auch München oder Niederlande oder sonstwo werden. Aber ganz im Ernst- wenn es nur noch ein paar hundert km sein sollten, die uns trennen, ist das vollkommen akzeptabel – so könnten wir dann zumindest Wochenenden und Urlaube gemeinsam verbringen. Zwar nicht Optimal, aber zumindest ein Fortschritt.
      *bitte bitte nur nicht Amerika…*

      @coolio- Jupp, sehe ich genauso. Das System scheint aber irgendwie effektiv zu sein.. naja, soweit man japanische Arbeit effektiv nennen kann…

      @cori- Daaaanke!

      @Schwiegermutter inklusive- Hey, danke für den Kommentar!
      Ich glaube ich könnte nicht ständig den Wohnort wechseln – schon allein wegen der Kinder nicht, aber ich denke das es trotz des bestimmt reichlich vorhandenen Stress unglaublich interessant sein muss – haha, ich bewundere und beneide dich grad so ein bisschen 🙂

      @Thuruk – umm.. meinst du ich zwinge meinen Freund hier her zu ziehen..?
      Das Gegenteil ist der Fall. Nein, er zwingt mich natürlich nicht, aber er möchte unbedingt mal eine Zeit lang in Europa leben und arbeiten – das ist schon seit Ewigkeiten sein großer Traum.
      Allerdings möchte er nicht für immer bleiben – und genau an der Stelle ergänzen sich unsere Zukunftswünsche ganz wunderbar.
      Für mich steht immernoch, dass ich irgendwann gerne nach Japan ziehen möchte. Momentan ist das nicht möglich, aber irgendwann wird es das (hoffentlich) sein.
      Somit wäre es ideal, ein paar Jahre in Deutschland gemeinsam zu leben und später dann gemeinsam nach Japan zu gehen. Wir denken, das wäre auch das Beste und Sicherste für die Kinder.
      Klar ist für ihn der Gedanke schwer, seine Familie evtl. zurückzulassen, aber sie wird nicht aus der Welt sein – es steht sogar die Überlegung im Raum, seine Mutter mit nach Deutschland zu nehmen..
      Trotzdem ist das alles momentan noch Wunschdenken unsererseits, jetzt muss sich erstmal die Maschinerie in Gang setzen, die uns ein Zusammenleben in Zukunft möglich machen kann. Abwarten und Tee trinken..

      März 29, 2012 um 7:03 pm

  6. Anne

    Schade, dass japanische Personalchefs Offenheit nicht gerade schätzen. Als Ausländer wird einem so mancher Faux Pas verziehen, als Japaner hat man zu funktionieren und sich an die Regeln zu halten.

    Da leidet mein Freund zum Beispiel sehr drunter, und der ist Freiberufler, hat also nicht mal einen Chef, der über seine Zukunft entscheidet. Aber er hat halt viele geschäftliche Kontakte, die er sich warmhalten muss, und da er lange Zeit in Amerika gelebt hat, wo es sehr viel direkter zugeht als in Japan, muss er sich permanent in Acht nehmen, niemandem auf den Schlips zu treten, was ihn enorm viele Nerven kostet.

    Ich hoffe ja für euch, dass der Chef deines Freundes da eine Ausnahme darstellt und die Offenheit deines Freundes nicht auch noch bestraft, aber nach allem was ich über japanische Firmen und ihre Versetzungspolitik gehört habe, schert sich in der Regel absolut niemand um irgendwelche Wünsche der Angestellten.

    Wie dem auch sei, ich drück euch beiden die Daumen!

    März 30, 2012 um 2:42 pm

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