Der Fluch der Flüge..

Um den Bericht über den Sommer abzuschließen – nach unserem Rundtrip ist nicht mehr allzuviel spannendes passiert. Wir sind noch einmal nach Chiba ins Krankenhaus gefahren und haben uns ansonsten dem Altag hingegeben bis ich wieder in den Flieger zurück steigen musste.

Es war ein angenehmer Flug – und wenn ich jetzt so darüber nachdenke, war es wohl einer der angenehmsten (den Flug mit Korean airlines ausgenommen – der eine davon war nicht zu toppen!)

Mit Flügen ist das bei mir nämlich immer so eine Sache. Hier scheine ausnamsweise ich das ausgeprägte Talent für Griffe ins Klo zu besitzen.

Mein erster Rückflug mit British airways fiel wegen des netten Isländischen Vulkans ins Wasser – ich musste zwei Wochen auf einen Ersatzflug warten. Ok, immerhin wurden Hotel und Fahrtickets bezahlt – und ich für den einen Flug in die Buisnessclass hochgestuft – aber trotzdem…

Der nächste Versuch – von Frankfurt mit Korean air. Auf dem Weg zum Flughafen wurde der Flieger leider von einem Blitz getroffen.. eigentlich war gegen 18:00 Abflugzeit, doch um kurz nach Mitternacht saßen wir immernoch und warteten. Kamen uns ein bisschen so vor wie in diesem Film mit Tom Hanks…
Nachdem man eigentlich schon aufgegeben hatte und uns zurück zum Gepäckband schickte, kam auf einmal doch noch die Durchsage zum Start der Maschine. Wieviele Menschen gehen in so einen Flieger rein? Jetzt stelle man sich vor, dass die ALLE nochmal durch Passkontrolle, Sicherheitskontrolle und Zoll müssen… Gleichzeitig… bei zwei geöffneten Schaltern….
Wir strandeten dann in Seoul, da wir natürlich sämtliche Anschlussflüge verpasst hatten. Eine Nacht im Luxushotel mit Vollpension über den Dächern der Stadt – garnicht mal so schlecht!
Und – qualitativ war der Flug mit Korean Air der Beste bisher! Die haben sogar USB Anschlüsse zum aufladen von elektrischen Geräten (Iphone?) und Wiedergabe seiner eigenen MP3 – plus – man konnte seine eigenen Kopfhörer ohne jegliche Probleme benutzen!
Das Essen war großartig und man konnte es sogar als „lecker“ bezeichnen. Eine Seltenheit!
Der Koreanische Zwischenstopp war also eigentlich garnicht so schlimm und der Rückflug verlief traumhaft! Wusstet ihr übrigens, dass es in Seoul ein Unterhaltungsprogramm für Reisende gibt? Traditionelle Musik, Kleidung, Tee.. und kostenloses Wifi – bzw. für die, die keinen Laptop dabei haben Massenweise frei nutzbare Netbooks und Internetterminals! Luxus pur!

Weiter mit der Edelweiß Airline – Volksmusik Beschallung und eine saftige Verspätung inklusive. Das Essen schlecht, der Service unfreundlich. Es gab verkohlte Crossaints an denen nicht nur ich mir die Finger verbrannt habe – denn es gab natürlich keine Servietten oder ähnliches dazu..

Zurück mit Austrian airlines – Essen weitestgehend ungenießbar, das Entertainment Programm in Endlosschleife ohne anwählbare Optionen – einzige Fluchtmöglichkeiten: Schlafen oder lesen.

Und nochmal British Airways – mit katastrophalem Service aber zumindest mit nur 1 1/2 Stunden Verspätung noch relativ pünktlich… der Rückflug verlief sogar ohne nennenswerte Verspätung. Fast schon ein Wunder. Gut, das Essen sollte man wirklich eher nicht zu sich nehmen.

So, und nun zur Winterkatastrophe schlecht hin.

Von Düsseldorf nach Paris lief alles glatt. Eine 3/4 Stunde zum Umsteigen reicht locker, dachte ich und stieg gut gelaunt aus dem Flugzeug aus.
Dumm wie ich feststellte, denn der Flughafen ist riesig!  Rennen war angesagt. Keuchend nach Luft schnappend kam ich bei den Pass- und Sicherheitskontrollen an, da bemerkte ich nur aus den Augenwinkeln heraus uniformierte und schwer bewaffnete Männer. Es dauerte keine 2 Minuten, da wurde das gesammte Terminal geräumt – wir wurden von den Männern mit vorgehaltenem MG nach hinten gedrängt. Alles nur auf Französisch und kein Wort Englisch. Sprich – keiner wusste was los war bis einer der anderen Touristen netterweise für uns übersetzt hat. Unbeaufsichtigtes Gepäck (wohlgemerkt HINTER dem Durchgang zur Sicherheitskontrolle). Eine Stunde lang blieb das Terminal gesperrt. Die Flüge fingen schon sämtlichst an auf der Anzeigetafel rot zu blinken und letzte Aufrufe zu machen – aber was sollten wir denn tun? Wir konnten ja nicht vorwärts! Panik stellte sich langsam ein. Dann wurde das Gate wieder frei gegeben und ALLES stürmte zu den Sicherheitskontrollen. Nachdem einige Leute ihrem Unmut Luft gemacht hatten, wurden die Passagiere der rot blinkenden Flüge nach vorne beordert um schnell zum Flieger zu kommen.

Wir waren also durch die Kontrollen durch, rannten sämtlichst zum Flieger, waren die Letzten, suchten unsere Plätze und dann ging es auch schon los. 1 Stunde Verspätung bisher – die ließe sich beim Flug aufholen meinte der Kapitän.

Wir rollten auf die Startbahn. Und rollten eine Runde. Noch eine Runde. Noch eine. Die ersten wunderten sich schon. Und dann rollten wir zurück ins Terminal. Ein Technischer Defekt! Yay! Man müsse auf die Handwerker warten, das könne eine Weile dauern. Zumindest stellten sie das entertainment Programm an. Eine Stunde später kamen die Handwerker endlich, überprüften fleißig 30Minuten lang alles, stellten fest, dass man ein Ersatzteil bräuchte. Das ganze sollte so um die 2 Stunden dauern. Ich fasse zusammen, bis dahin waren es schon 2 1/2 Stunden Verspätung und zwei angedrohte dazu – also 4 1/2.

Nach den 2 Stunden kam erneut eine Durchsage.Flugzeug irreperabel – wir müssen den Flieger wechseln – aber zuerst muss ein Ersatzflieger her. Alle raus aus dem Flugzeug und warten. Zumindest gab es irgendwann Essensgutscheine für ein Sandwich. Da es allerdings nur einen Laden gab im Terminal, der nichts davon wusste und plötzlich eine Horde von Menschen darauf zustürmten, bekamen nur die ersten 150 ungefähr etwas. Ich befand mich darunter, schleuste aber ein paar Familien noch dazwischen damit wenigstens die Kinder etwas Essbares und Trinken bekamen. Chaos. Verzweifelung. Schreiende, unglückliche Kinder. Gestresste Eltern.

Nach zwei weiteren Stunden stand dann endlich unser Ersatzflieger bereit. Das Einsteigen verlief recht unproblematisch und schnell – wir wollten schließlich alle nur noch sitzen und unsere Ruhe haben! Mit gut 7 Stunden Verspätung ging es dann endlich in die Luft.

Über das Essen brauchen wir da garnicht mehr zu sprechen. Katastrophe von vorne bis hinten. Genervte Stewardessen (dabei wurden die sogar vorher frisch eingetauscht) wo man nur hinblickte und selbst für das Bedürfnis nach nem Glas Wasser wurde man zusammengefaltet. Nein Danke! Da waren sich die meißten der Passagiere einig. Die anderen schliefen erschöpft. Schade, dass es die japanische Höflichkeit nur selten zulässt zu explodieren – hier wäre es zwischenzeitig sehr wohl angebracht gewesen.

Der Rückflug mit KLM war auch nicht so prickelnd – ich habe am Flughafen Narita noch nie zuvor ein solches Chaos erlebt! Zu dem Zeitpunkt als der Flug als Rot anfing zu blinken, waren höchstens erst 25% der Passagiere durch die Gepäckabgabe und noch nichtmal durch den Sicherheitscheck. Es ist doch immer wieder spannend…

Zumindest gab es dort dann aber „nur“ 2 Stunden Verspätung – die hatte ich eh schon einkalkuliert- und somit war alles Gut.

(Na? Wer findet in diesem Bild Fujisan, Tokyo Tower UND den Sky tree? – August 2011)

In diesem Sinne freue ich mich auf den nächsten Flug (irgendwann) und gehe jetzt erstmal die langsam frühlingshafteren Temperaturen mit den Kindern draußen genießen! cheers!

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7 Antworten

  1. andi

    Also soviel Pech muß man echt mal haben 😉
    Ich bin über Sylvester mit 2 Freunden nach Amsterdam geflogen, da wir allerdings erst 45min vor Abflug am Flughafen waren, haben wir keine Sitzplätze im Flieger mehr bekommen. Wir haben dann einen Ersatzflug nach Rotterdam bekommen und nahezu den gesamten Flugpreis (für hin+retour wohlgemerkt) erstattet bekommen. Beim Rückflug hatten wir so schlechtes Wetter, dass wir erst mit 45min Verspätung abheben konnten. In Wien, also theoretisch knappe 1 1/2 Flugstunden weit weg, sind wir dann mit 5min Verspätung angekommen.

    Und bis Freitag war ich noch in Singapur und hatte schon Angst vor dem Heimflug, weil ich durch die Medienberichte gehört habe, dass in Frankfurt gestreikt wird. In Singapur sind wir mit 1 Stunde Verspätung gestartet und hatten sogar eine Planmäßige Ankunft in Frankfurt um 21:30. Auch der Weiterflug um 23:00 nach Wien ist planmäßig gestartet. Und das, obwohl am Flughafen auch von 15-22h gestreikt worden ist.
    Beim Hinflug hatte ich auch keinerlei Probleme.
    Allerdings sind diese Flüge auch von der Singapore Air durchgeführt worden – anscheinend ist das nicht umsonst die „beste Fluglinie der Welt“ 😉

    Letzten Februar bin ich mit der Lufthansa von Wien über Frankfurt nach Narita geflogen, da und hatte aber auch keinerlei Probleme – und wieder waren die Flieger auf die Minute Pünktlich 😉

    Februar 20, 2012 um 4:58 pm

  2. Na, da bin ich mal gespannt. Am 13. geht es los, mein erster Flug nach Japan. Fliegen von Frankfurt aus mit der Lufthansa nach Narita und bin eigentlich jetzt schon hibbelig vor lauter Vorfreude. Ich merkte aber beim Lesen deines Eintrages wie ein kleines Stück abgebrochen ist. 8(

    Februar 20, 2012 um 5:51 pm

  3. Hm, ich scheine immer Glueck zu haben. Oder ist es normal, das einfach nix aussergewoehnliches passiert? Und ich bin immerhin „Frequent Flyer“. Jaja, von dem Flug nach Peking mal abgesehen. Aber das war eine Dienstreise und ich wurde fuers Fliegen auch noch fuerstlich bezahlt. Also will ich mal nicht zuviel meckern. Fuer die Leute, die im Flieger neben einem sitzen, kann die Fluggesellschaft schliesslich nix.

    Ansonsten sind die Beschwerden ueber miesen Service, Verspaetungen, schlechtes Essen, usw, doch eigentlich unsere eigene Schuld. Wollen wir doch alles immer billiger haben und wundern uns dann, das dieses auf Kosten der Bequemlichkeit geht. Wenn ich mal nen schlechten Tag habe und nicht wie ein Huhn in der Legebatterie in der Touri-Quetschklasse sitzen will, benutze ich halt meine Meilen fuer ein Upgrade in die Business Class (wenn nicht eh die Firma zahlt…). Und dort gibt es dann (oh Wunder…) absolut nix zu meckern.

    Kleiner Tip: Gegen das schlechte Infotainment hilft ein Web- oder Notebook mit genug Filmen auf der Platte, noch ein paar simple Flashgames drauf und der Spass kann beginnen. Den Rest kann man verpennen oder, man hoere und staune, ein Buch lesen!

    Februar 21, 2012 um 3:16 am

  4. Hier mal meine gesammelten Weisheiten, i.e. Top3 (Tokyo Europa)

    1.) ANA. Bester Service, akzeptables Essen und mit Abstand hübscheste Stewardessen 😉 Würd‘ ich immer buchen, wenn das Ticket grad günstig ist.
    2.) Lufthansa: Service ok. (deutsch halt. aber nett.), Essen eßbar. Alles mittelmaß, aber: Der A380 ist viel viel ruhiger als jedes andere Langstreckenflugzeug, mit dem ich geflogen bin.
    3.) KLM. Service, Essen etc. mittelmaß, Sitzreihen sehr eng, aber sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis.

    Februar 21, 2012 um 6:09 am

  5. Heydal

    Was das Essen auf den Fliegern anbelangt, so ist weniger von den Airlines als vielmehr von den Flughäfen und deren Catering-Firmen abhängig. So kann es passieren das man mit der gleichen Airline auf dem Hinflug, sagen wir mal London Heathrow, ein Essen bekommt das in seiner Konsistenz und Farbe nicht zu identifizieren ist, und auf dem Rückflüg derselben Airline, sagen wir mal Sao Paulo, ein leckeres Essen mit einem fantastischen Steak erhält. Habe ich schon erwähnt wie sehr ich London Heathrow, genauer gesagt, Terminal 5 verabscheue ???

    @ Hamu-Sumo
    Wünsch Dir für deine erste Japan-Reise, perfektes Frühlingswetter, und das die Sakura sich an deine Reiseplanung hält. Kleiner Tipp, versuch nicht zuviel Krempel mitzunehmen, in den Shinkansen und mehr noch in den Bussen sind die Gepäckfächer ein ganzes Stück kleiner als bei uns. Viel Spass in Japan.

    Februar 21, 2012 um 2:56 pm

  6. @ Hamu-Sumo: Haha, lass dir deine Urlaubsvorfreude nicht vermiesen! *Ich bin ja schließlich nicht mit an Bord und von daher wird schon alles gut gehen..*
    Wünsch dir auf jeden Fall ganz viel Spaß auf deiner Reise und hoffe du wirst den vollen Kirschblüten Schwung erwischen!

    @coolio: Naja.. hatte von den Flügen die ich bisher gemacht habe nur einen in der Touri Billigstklasse und trotzdem nur Mist. Aber du hast schon Recht – Buisness class ist einfach angenehmer – auch wenn das bei solchen Problemen wie auf meinen meißten Flügen auch nicht wirklich hilft.. auch die Leute aus der upper class mussten schließlich den Flieger wechseln und kamen ebenfalls mit 7h Verspätung an..
    Netbook und Bücher hab ich immer dabei – aber manchmal ist es einfach angenehmer sich zuflimmern zu lassen. Zumindest wärend der streng verordneten „Bettruhe Zeit“ der meißten Airlines….

    @Umij: hmm.. meine Rangfolge Momentan ist
    1. Emirates Airlines – hammer Stewardessen, super Service und Kundenfreundlichkeit, leckeres Essen
    2. Korean airlines- Sehr attraktive Stewardessen, guter Service (auch bei chaotischen Situationen und Problemen) und sehr gutes Essen
    3. ANA – aus den von dir schon genannten Gründen…

    @Heydal: Kann dem nur so halb zustimmen.. habe da ein paar andere Erfahrungen gemacht und bei einigen Airlines liegt es definitiv an der Essenszusammenstellung.
    Kann ja gerne den Speiseplan von Air france und Co mal posten.. da zieht es einem die Zähennägel schon beim lesen…….

    Februar 21, 2012 um 4:06 pm

  7. @ coolio: Wahre Worte. „Geiz ist geil“ ist Gift. Aber selbst wenn einem das bewusst ist, so wird das Budget eines Studenten auch nicht größer. 😦

    @ Heydal: Danke für deinen Tipp! Da wir vermutlich für ein paar Tage runter nach Kansai düsen, ist es gut zu wissen das Gepäck gering zu halten. Die Sakura wäre natürlich die Wucht und hoffe, dass der milde Winter auch in Japan geherrscht hat und das die Kirschblüte begünstigt.

    @ Rose: Auch dir ein Dankeschön. Ich lass mich einfach mal überraschen. Ich bin auch kein notorischer Mensanörgler und es muss daher auch nicht so wie bei Mama schmecken. 😀

    Februar 22, 2012 um 11:04 pm

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