Der Japanische Mann – ein kleiner Nachtrag..

So ist es nunmal mit Beziehungen. Es gibt gute Zeiten und es gibt weniger gute Zeiten. Egal ob es sich um Fernbeziehungen handelt, man nur eine Straße auseinander wohnt, oder sich gar eine Wohnung teilt.

Klar kommen bei interkulturellen Beziehungen andere Probleme auf den Tisch als etwa in einer rein deutschen Beziehung – denn zwei Kulturkreise die unterschiedlicher nicht sein könnten prallen aufeinander und es muss oft erstmal ein ein gemeinsamer Weg erarbeitet werden. Manchmal kommen solche Probleme ganz plötzlich und unerwartet, anderes dagegen ist absehbar.

Und trotz all dem sind wir noch zusammen. Trotz allem haben wir eine wundervolle Beziehung. Und das auch trotz der Entfernung schon seit einer recht langen Zeit.

Klar gibt es Tage, an denen man am liebsten den Kopf in den Sand stecken möchte oder nur haarscharf der Versuchung wiedersteht, schreiend davon zu laufen – aber es gibt ja auch die andere Seite, und wenn man das Telefon in die Hand nimmt, die vertraute Stimme hört und noch immer das Kribbeln vom ersten Tag spürt, weiß man einfach dass es das Richtige ist.

Ich weiß, dass er immer für mich da ist und er weiß, dass ich ebenso immer für ihn da bin.

Es ist ein Balanceakt der Kompromisse, aber wenn man sich für eine solche Beziehung entscheidet, gehört das nunmal dazu.

Wenn ich in diesem Blog über solche Dinge schreibe, ist das für mich eine Art „Kopf frei machen“ und manchmal ist es auch sehr spannend zu sehen, dass andere ähnliche Probleme haben oder hatten.

Einer meiner Lieblingsfilme (*achtung, Schnulzalarm*) ist übrigens „ダーリンは外国人“ – „My darling is a foreigner“. Erzählt aus der Sicht der Autorin, Oguri Saori, die Beziehung zu ihrem Dänisch-Amerikanischen Freund bzw.späteren Mann mit manchen Problemen, die denjenigen die sich in einer solchen Beziehung befinden sehr gut bekannt sein werden. Ich mochte ihre Manga vorher schon sehr gerne, aber der Kinofilm war einfach schön.

So, nun aber (fast) genug geschnulze..

Wie erwartet hat sich innerhalb von 24h unser Reiseproblem in Luft aufgelöst und dass (in diesem Fall) gegenseitige Missverständniss konnte aufgeklärt werden. Die lange Zeit des „nicht meldens“ ist darauf zurückzuführen, dass er eine 38 Stunden Schicht hinter sich hatte weil sein Boss ihn mal wieder nicht hat gehen lassen. Mit Müdigkeit in den Knochen und einem schlechten Gewissen wegen seines Verhaltens mir gegenüber beschloss er mich erstmal nicht zu nerven. Dass er damit den falschen wunden Punkt getroffen hat, konnte er ja nicht riechen. Ich habe ihn letzten Endes angerufen, alles konnte recht schnell geklärt werden – und am Ende wird nun doch noch alles gut, denn uns kam am Tag darauf der rettende Gedanke der nun unsere Sommerplanung doch noch gemeinsam möglich macht.

Jetzt werden wir erstmal daran arbeiten, dass die Reiseplanung weder allein seine Sache ist, noch allein meine Sache – und dass es auch wesentlich mehr Spaß macht soetwas gemeinsam zu tun. (Resultat: ein 6 Stunden langes Telefonat….)

Heute hatte ich übrigens ein kleines Glückserlebnis! Es klingelte an der Tür und mir wurde ein Paket in die Hand gedrückt. Im Inneren – ein Fotobuch von unserem letzten gemeinsamen Frühling! Kurz nachgedacht.. im letzten Oktober hatte ich über einen Groupon Gutschein zwei Fotobücher bestellt. Eins ist nun *endlich* da! Schon fast vergessen.. aber eine schöne Überraschung.. und sie verkürzt die Zeit des Wartens..

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3 Antworten

  1. Puh, da bin ich aber erleichtert. Dein letzter Beitrag und die Kommentare dazu waren ja schon ein wenig dramatisch. Da bin ich ja froh das ihr beide noch die Kurve bekommen habt und die Missverständnisse klären konntet.

    Nicht auszudenken was ansonsten passiert wäre: Keine Berichte mehr aus/um Japan. Oh?! Bin ich da ein wenig egoistisch? 😉

    BTW: 38h Schicht? Ich habe ja schon einiges über die Arbeitsverhältnisse in Japan gelesen, wobei das ja echt ein Hammer ist. Wie macht man das?

    Also das ist eine Sache die ich echt nicht verstehe. Es ist natürlich abhängig von der Art der Arbeit, aber nach x Stunden ist einfach Schluss bzw. alles andere ist uneffektiv. Im schlimmsten Fall macht man sogar noch Fehler.

    Februar 10, 2012 um 1:51 pm

  2. Tut mir leid, wollt mit meinem Kommentar nicht so eine Reaktion hervorbringen. Es freut mich aber zu lesen das ihr euch jetzt doch irgendwie einigen konntet. ^^ Ich denke den Balanceakt habt ihr doch bisher ganz gut hinbekommen. Es sind ja glaube ich auch schon 2,3 (?) Jahre wo ihr so eine Fernbezeihung führt und man sieht doch daran schon das es funktioniert auch wenn es sicher nicht leicht ist. Aber ihr beide wisst was ihr wollt und wie ihr es machen müsst, da klappt es auch sicher weiterhin. Außerdem will ich ja auch weitere spannende, interessante und lustige Blogeinträge von dir lesen. 😉

    Februar 12, 2012 um 10:44 am

  3. @Oliver: Nein nein, an Trennung haben wir zu keiner Sekunde gedacht! Kommt zwar gelegentlich aus Frust vor, aber nie ernsthaft. Da muss man sich glaube ich keine Sorgen drum machen. Und um ein Abreißen der Berichte muss man sich auch keine Sorgen machen – selbst ohne Mann würde ich weiter Fokus auf Japan haben, denn schließlich habe ich mich vorher ja auch schon damit befasst und das ist „beziehungs-unabhängig“.
    Die 38h Schichten und mehr gibt es in letzter Zeit öfter mal. Wenn der Boss sagt du bleibst im Büro, dann hast du zu bleiben. Egal wenn du müde bist. Egal ob du schon Pläne hattest oder nicht. ALLES EGAL! Selbst wenn deine Frau in den Wehen liegen sollte – was dein Boss sagt, wird gemacht! Es ist im Übrigen nicht die Qualität der Arbeit die entscheidend ist. Hauptsache man ist da und tut so als ob man arbeiten würde. Ich glaube Coolio hatte da mal nen super Post drüber geschrieben.. wenn ich nur wüsste welcher das war?! Egal, dieses Wochenende hatte mein Kerl eigentlich einen Ausflug mit seiner Mutter geplant – and guess what – er musste natürlich arbeiten. Das ganze Wochenende.

    @Cori: War ja nicht deine Schuld 🙂
    Ich meine, wer geht schon davon aus, dass man sowas wie eine Zukunftsplanung haben könnte und sich sogar auf diese vorbereiten würde?! Also echt, vollkommen abwegig sowas.. Und deshalb wird es definitiv noch lange lange Zeit neue Beiträge geben!
    Wenn ich nur daran denke, dass ich über so viele Dinge und Sehenswürdigkeiten noch kein einziges Wort gepostet habe….. Das ist Stoff für die nächsten 5 Jahre – und es kommen ja noch einige Reisen dazu denke ich!

    Februar 12, 2012 um 9:34 pm

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