Hiroshima, Hiroshima desu.. (der eigentliche Bericht)

Jaja, lange musstet ihr warten auf diesen Bericht – aber nun ist es endlich so weit!

Der Memorial day in Hiroshima am 6. August 2011 zum 66. Jahrestag der Katastrophe.

Wir sind absichtlich nicht zu der Zeremonie gefahren, sondern haben Hiroshima erst am 15. besucht und dafür am 6. an der Schweigeminute und den Gebeten von Chiba aus teilgenommen.

Für mich war es ein gefühlsmäßig sehr zweigespaltener Tag. Auf der einen Seite finde ich es wichtig, sich über diese Dinge zu informieren, auf der anderen Seite ist es sehr bedrückend.

Wir begannen am Hiroshima-jo, einer hölzernen Burg, die nach dem Krieg wieder nach altem Vorbild aufgebaut wurde. Im Park der Burg stehen besondere Bäume, Phönixbäume, die die Detonation der Atombombe überstanden. Zwar wurden sie von der Hitzewelle die von der Bombe ausging vollständig verkohlt, jedoch trieben sie im folgenden Frühling neue Blätter aus und brachten den Menschen ein Stückchen Hoffnung zurück. Sie gelten als Symbol des Lebens, Überlebens und den Wiederaufbau der gänzlich zerstörten Stadt.

Zu Fuß ging es weiter zur Atombombenkuppel.

Schon alleine die Ruinen löschten uns das Lächeln aus dem Gesicht. Ich konnte es nicht verstehen, wie sich (ausländische Touristen) gröhlend lachend davor in Pose bringen konnten. Fremdschämen auf höchster Stufe.

Rings herum kleine Gedenktafeln. Ein Hibakusha (Überlebender der Atombomben Abwürfe) saß unter einem Baum und erzählte seine Geschichte. Viele Japaner standen gerührt um ihn herum und lauschten andächtig. Es ist selten geworden, aber umso wichtiger. Wir sind vielleicht eine der letzten Gernerationen, die den Geschichten dieser Menschen lauschen können, die direkt von ihnen lernen können, die das Leid noch sehen und fühlen können. Für nachfolgende Generationen wird es nur noch in Geschichtsbüchern und Museen zu finden sein.

Wir liefen bedrückt durch belebte Einkaufsstraßen hindurch zu der eigentlichen Einschlagstelle der A-bombe. Früher stand dort ein Krankenhaus. Nun erinnert eine kleine Gedenktafel daran, was hier einst passierte.

Wir gingen das Stück zum Dom zurück und suchten das Denkmal der Kinder auf. Sadako Sasaki, das kleine Mädchen das durch das Falten von 1000 Kranichen zum Symbol der Friedensbewegung geworden ist, gab den Anlass zur Errichtung dieses Denkmals. Im Museum kann man einige ihrer Persönlichen Gegenstände und einige der von ihr gefalteten Kraniche sehen. Um die Statue mit der kleinen Friedensglocke herum stehen große Glaskästen gefüllt mit Origamikranichen die aus aller Welt ihre Wege hier her fanden. Auf dem Denkmal selbst befindet sich die Figur von Sadako, die einen Kranich in den Himmel hält.

Der Friedenspark

Neben den vielen Denkmälern und Statuen befinden sich im Friedenspark auch der Cenotaph und das Friedensmuseum von Hiroshima.

Der Cenotaph ist ein Betonnernes Denkmal in dessen inneren die Offizielle Liste der Opfer von Hiroshima ruht. Auf einer kleinen Tafel findet sich (natürlich auf Japanisch) die Inschrift „Let all the souls here rest in peace; for we shall not repeat the evil“. In dem kleinen Wasserlauf rings herum findet man die Übersetzungen in viele andere Sprachen.

Schaut man durch das Konstrukt des Cenotaphs hindurch, so blickt man in der Ferne auf die Atomkuppel. Hinter einem befindet sich dann das Gedenkmuseum.

Das Museum teilt sich in zwei Teile auf. Der erste Teil gibt einen generellen Einblick in Geschichte und Hintergründe des Atombomben Abwurfes, der zweite Teil beschäftigt sich mit den Einzelschicksalen der Menschen und stellt mit Hilfe vieler gespendeter Gegenstände die Situation und Geschichten dahinter dar.

Kleine blechernde Brotdosen, verkohlte Schuluniformen, ein verkohltes Dreirad.. Es ist nicht einfach, das alles zu ertragen und viele viele Male während unseres Aufenthaltes musste ich Tränen unterdrücken und wollte mich nur noch an meinem Mann festhalten.

Wir besuchten im Anschluss auch die anderen Museumshallen, die unter anderem auch gemalte Bilder der Hibakusha ausstellen und auch auf Themen wie Missionarsarbeiten eingehen. Es gab z.B. mehrere Deutsche Pastoren, die direkt nach der Katastrophe nach Hiroshima kamen, halfen wo sie nur konnten, und blieben.

Am Ausgang des Museums befindet sich eine Art Uhr, die die Tage seit dem Aufprall der Atombombe, sowie die Tage seit dem letzten Atomwaffentest anzeigt. Erschreckend zu wissen, dass es nicht allzuviele Tage waren..

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