Eine Hütte in Utsukushigahara…

Dafür, dass es eigentlich Hochsommer war, waren die Temperaturen doch recht frisch. Die Nacht in der Holzhütte war unter den dicken Futondecken aber kein Problem.

Nach einem ausgiebigen Bad im Onsen, einem zusammengewurschleltem Frühstück aus unseren Reiseresten uund kurzer Durchsicht unserer Koffer stellten wir fest, dass unsere Klamotten dringend eine Reinigung nötig hatten.

 

 

Kein Problem, hatten wir auf der nächtlichen Rundfahrt am Vorabend doch einen knuffigen Waschsalon nahe Matsumoto entdeckt.

Also nix mit „wir bleiben entspannt auf unserem Berg und genießen die Zweisamkeit“ nein.. Planänderung.. wenn wir schon so nah an der Burg sind, kann man ja auch ein, zwei Stündchen dort verbringen! Fix ins Auto (mitsamt der Wäsche) und auf zur Waschstube! Da ich soetwas bisher noch nicht genutzt habe, stand ich zuerst recht ratlos in der Gegend und habe versucht mir einen Reim auf das ganze zu machen. Sage und schreibe 7 verschiedene Maschinenmodelle zur Auswahl. Kaltwäsche, Heißwäsche, ohne Trockner, mit Trockner, für Futons, nur Schleudern, nur Trocknen.. Aye. Verstanden. Zumindest war Bf genauso verwirrt wie ich. Wir wechselten instinktiv unsere Unteraltung auf Englisch, damit die vielen Japanischen Hausmütterchen um uns herum nicht allzuviel von unseren Flüchen mitbekamen. Endlich die richtige Maschine für unsere Bedürfnisse gefunden, ein wenig Waschmittel gekauft, festgestellt, dass die gewählte Maschine selbst Waschmittel zufügt, geärgert, uns aus den 300 zur Verfügung stehenden Programmen eins ausgesucht, das Geld eingeworfen (500 yen) und das letze Knöpfchen gedrückt. Puh.. schweiß weggewischt und die sich drehende Trommel stolz bewundert!

Was bin ich froh, dass wir in unserem Appartment nur einen Waschtrockner mit einfacher Bedienung haben!

Weiter im Programm. Der Magen knurrte. Besser gesagt, Bfs Magen knurrte. Er musste essen, und zwar sofort. Das schlaue Handy wurde bemüht und schon befanden wir uns auf unserem Weg zu einem Restaurant. Glücklicherweise direkt neben der Nawate Doori – der Froschstraße nahe der Burg. Ich konnte es kaum glauben, auch dort war mein Männe noch nicht gewesen! Für mich war es das mittlerweile dritte Mal…

Das essen.. manchmal hasse ich japanische Reiseempfehlungen..

Erstmal mussten wir extrem lange warten. Auf dem Präsentierteller des Raumes platziert. Dann, endlich einen Tisch ergattert, studierten wir die doch recht eingeschränkte Speisekarte. Klang zunächst garnichtmal so schlecht, als allerdings das Essen dann kam verflog die aufgebaute Vorfreude. Die Portionen waren – am recht astronomischen Preis gemessen – winzig.

Aus Mitleid mit Bf gab ich ihm fast meine komplette Portion und begnügte mich mit ein paar Brotscheiben, die eigentlich zu seinem Gericht gehörten.

(Nein, es existieren von diesem Essen keine Bilder.. uns war die Lust auf Fotos irgendwie vergangen..)

Endlich wieder draußen in der Hitze schlenderten wir zur Burg.

 

Ein paar schnelle Erinnerungsfotos, eine kleine Schlammschlacht mit einer Inaka-chickse und dann entschlossen wir uns spontan dazu, dass wir die nächsten Tage selber kochen wollen in unserer Hütte – somit suchten wir den großen Supermarkt direkt gegenüber des Bahnhofs auf. Leute, glaubt mir.. Matsumoto mit dem Auto ist kein Spaß….

Nach dem Einkauf zurück zum Waschsalon um unsere mittlerweile fertige Wäsche einzusammeln.

Leider können die Maschinen dort noch nicht selbstständig Bügeln und zusammenlegen, aber egal, bin ja ein braves Frauchen.

Zurück in unserer Hütte eine kleine Pause eingelegt, danach ins Auto gesprungen, und durch die Serpentinen der Berge zum Ushibuseyama hinauf.

Eigentlich ein schönes Fleckchen Erde, aber wir wollten noch mehr sehen – somit dauerte unser Spazierganz über einen der Wanderwege nur eine knappe Stunde.

( leider sieht man nur links und oben mittig einen ganz kleinen Teil der Straße die wir gefahren sind ;))

Weiter zum Utsukushigaharakougen art museum. Leider schon geschlossen da wir zu spät ankamen, aber eine Plattform vor dem Museum ermöglichte uns einen wunderschönen Ausblick auf einen kleinen Teil der Bergwelt Japans.

Zur Anmietung unserer kleinen Hütte gab es übrigens Gutscheine für einen lokalen kleinen Onsen dazu. Diese wollten wir natürlich nicht ungenutzt lassen, uns so verließen wir den schönen Ausblick, um uns auf einem engen Serpentinenweg (mal wieder ohne Ausweich- oder Wendemöglichkeit) zum begehrten Heißwasser zu nähern.

Nur Obaachan und ein paar Bauarbeiter. Kaum betrat ich den Frauenbereich, stürzten sich die drei anwesenden Obaachan auf mich um mir zu erklären welche der drei Becken denn am besten sind und was man vom Rotenburo aus nettes sehen kann. Ich musste mich erstmal an ihren heftigen Dialekt gewöhnen, aber nach ein paar Minuten mit geduldigen Erklärungen ihrerseits ging es ganz gut.

Einziger Haken an der Sache – dort wurden keinerlei Seife oder sonstiges zur Verfügung gestellt. Yay. Egal, nur nen Grund mehr den kleinen Onsen auf unserem Campingplatz erneut aufzusuchen.

Entspannt also zurückgetuckelt, die zweite Runde Baden angehängt und zum Abschluss gemeinsam gekocht, das Gehirn mit Hilfe des Fernsehers ausgeschaltet und in die Federn gekuschelt.

(„Pssssst.. nicht verschrecken! Nur selten kann man eine Rose -von ihr unbemerkt- in ihrem natürlichen Umfeld (der Küche) fotografieren..“ O-Ton Bf beim durchsehen der Bilder……)

Oyasumi.

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4 Antworten

  1. Hawu

    „eine kleine Schlammschlacht mit einer Inaka-chickse“

    das wollen wir aber genauer wissen

    Dezember 8, 2011 um 9:49 am

    • kommt später 😉

      Dezember 8, 2011 um 3:13 pm

  2. Bist du da am Kochen? Ist das wirklich so niedrig?!

    Dezember 8, 2011 um 11:14 pm

    • Aye. Ist ne Campingküche und wohl auf extrem kleine Japanerinnen zugeschnitten >.<

      Dezember 8, 2011 um 11:18 pm

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