Auf nach Izu! – Tag 2

Tag 2

Das Hotelfrühstück bestand aus Toast und allerlei japanischem Salat. Kein Reis. Keine Suppe. Bf ist gestorben. Naja, zumindest halb. Seinen Reisbedarf haben wir ein wenig später mit Onigiri wieder ausgeglichen, somit kein Problem.

Ein letztes Mal die Aussicht von unserem Zimmerchen über die Stadt genossen, die Koffer gepackt, und weiter zu Kawazu Nanadaru (die 7 Wasserfälle).

Diese befinden sich auf einem angenehmen Wanderweg, der sich einen kleinen Berg heraufschlängelt.

Besonders ist, dass sich entlang des Weges mehrere Statuen der Kurzgeschichte „Izu no Odoriko“ ((1926) von Kawabata Yasunari (1899-1972)) finden.

Diese Kurzgeschichte ist sehr berühmt und wird gerne auch in der heutigen Zeit immer mal wieder aufgegriffen. So verwendete die Sängerin Shiina Ringo die Figuren und einen Teil der Geschichte als Hintergrundstory für eine Tournee.

Ich schweife ab. Zurück zu den Wasserfällen! Nein, ich habe nicht alle 7 von ihnen gesehen. Das Wetter schlug zu Regen um und somit wollten wir (im Gegensatz zu einigen Obaachan und Ojiichan) uns nicht auf die glitschigen Bergpfade begeben. Wir begnügten uns mit 4 der kleineren und genossen lieber noch ein paar der frischen Misodango die es an einer kleinen Wanderhütte zu kaufen gab.

Oh, zwei kleine Besonderheiten, die ich noch erwähnen wollte.. Auf dem Wanderweg findet man im Berghang viele kleine Daruma versteckt.

Außerdem steht im Flussbett ein heiliger Stein. Wer es schafft, einen geweihten Kiesel (stehen am Wanderweg bereit – Prinzip ist ähnlich wie Omikuji) auf einen Kreis in der Mitte des Felsens zu werfen, dessen Wunsch wird in Erfüllung gehen. Bf und ich sind beide miserabel im werfen von Dingen.. somit haben wir es lieber gelassen.

Das Wetter war immer noch heiß-klebrig, aber zumindest hatte der Regen aufgehört, und so steuerten wir den wohl berühmtesten Strand von Izu an, Shirahama beach.

(ein wenig Abseits der beach boys..)

Leute, ihr glaubt garnicht was sich da für ein Schauspiel bot! Dutzende durchtrainierter Surferboys die sich MITTEN AUF DEM 7 Eleven PARKPLATZ AUS-und UMGEZOGEN HABEN!  Japanische Männer jenseits der 25 in baggy pants, Badehosen und in unrasiert mit Rastazöpfen! Yay!

..Die leicht bekleideten Mädels erwähne ich sicherheitshalber für die Männliche Leserwelt mal mit. So habe ich Japan vorher noch nicht erlebt.. Ok, die Popo-Parade von Fukuoka mal ausgeschlossen.

Naja, Bf und ich stachen so ein bisschen raus. Er mit Hemd und dunkler Jeans, ich mehr oder weniger in Trekkingklamotten. Verdammt, hätte ich das gewusst hätte ich doch glatt meinen Badeanzug eingepackt. Aber unser Aufenthalt währte nicht sehr lange und somit hatte ich keine Zeit mehr, darüber nachzudenken.

Wieder im Auto, hat Bf mich halb auf die Palme gebracht.

„Wir müssen UNBEDINGT ein Foto von diesem schwarzen Schiff machen!!!“ Ah..ja… schwarzes Schiff.. sieht jetzt nicht so unbedingt ansprechend aus. Aber was solls, die Japanische Fotoseele schlug wieder zu und ich knipste ein paar Mitleidsbilder von dem Ungetüm.

Das endlich hinter uns gelassen, wollte der werte Herr unbedingt zur Perry Road.

Aye. Perry Road. Hatte ich schon erwähnt, dass Bf keine Karten lesen kann?

Wir irrten eine gute Stunde recht navigationslos durch die Gegend bis es mir gereicht hat, ich ihm das Iphone abgenommen habe und tadaaaa.. 7 Minuten später standen wir auf der Perry Road!  *grml*

Es entpuppte sich als eine kleine, nette Gasse mit Caffees und niedlichen Läden (fast alle geschlossen due to Tageszeit..) und bot die Gelegenheit für ein paar nette Fotos.

Bf hatte noch irgendeine Überraschung für mich geplant, entschuldigte sich mindestens tausendmal „falls wir es nicht rechtzeitig schaffen“ würden und drängte mich zur Eile. Auf zur Westküste!

Ich genoss den Anblick während der Fahrt.. die Abenddämmerung hatte schon langsam eingesetzt und das Meer sah einfach nur fantastisch aus. Wir hielten nicht an unserem Hotel. Nein, wir fuhren direkt daran vorbei. Stattdessen hielten wir auf einem seltsamen Parkplatz mitten im nirgendwo. Ich, leicht verwirrt. Bf, noch immer Entschuldigungen murmelnd.

Bis es „klick“ machte bei mir, hatte er mich schon den halben Weg den Hang hinunter geschleift. Und dann mussten wir rennen. Sonnenuntergang am 恋人岬 („Lovers cape“)! Total erledigt kamen wir endlich unten auf der Plattform an. Rechtzeitig um die Sonne untergehen zu sehen.. rechtzeitig um Fujisan in den leuchtenden Farben zu sehen…

Außer uns, keine Menschenseele da.. Romantik pur..

Genug der Träumerei – im dunkeln den Berg wieder raufgetapert und in die nächste Ortschaft gefahren um vor dem Schlafen gehen noch etwas essbares zu bekommen.

Unsere Wahl viel auf einen kleinen Familienbetrieb, der auf Sushi spezialisiert ist.

Begrüßt wurden wir von der Tochter, die offenbar gerade mitten in irgendwelchen Prüfungsvorbereitungen steckte. Der Papa stand in der Küche und die Mutter pendelte hin und her.

Ein privater Raum wurde für uns zurecht gemacht und wir bekamen eine kleine Vorspeise bestehend aus eingelegten Garnelen und Muscheln. Nachdem ich das getestet hatte,und Bf seine Portion auch noch abgeluchst hatte (er mag keine Muscheln), konnte ich das richtige Essen kaum noch erwarten!

Und dann kam es auch schon.. eine riesige Schüssel voller Chirashizushi!

Himmlisch!

Nach diesem wundervollen Essen, diesem wundervollen Abend, war die Rückfahrt zum Hotel sehr schweigsam. Wir ließen die Nacht in Ruhe ausklingen und schliefen in dem Wissen ein, dass am nächsten Morgen ein erholsames privates Rotenburo auf uns wartete.

Yay.

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4 Antworten

  1. Ernst

    Schön dass du wieder berichtest. =)

    Toller Report über Izu (beide Parts), hat mir sehr gefallen und die Bilder dazu… habe jetzt sowas von Hunger auf frischen Fisch und andere Meeregeviechs. Weiß BF, was ihm da entgeht? =D

    Gut es fehlen Bilder der knapp bekleideten Surfermädels, aber ich verzeihe dir das nochmal. :> Ich freue mcih auf weitere Artikel!

    Dezember 6, 2011 um 4:52 pm

    • haha, die Bilder der Mädels rück ich nicht raus 😛

      Bin auch froh endlich wieder zu schreiben, auch wenn die Pause ganz gut war.

      Zum Essen kann ich nur sagen – best ever! Mein Männe sagt zwar immer, dass er rohen Fisch nicht mag.. aber essen tut er ihn trotzdem bei jeder Gelegenheit seit dem ich ihn kenne 🙂
      (Funktioniert leider nicht bei ihm mit Wasabi, rohem Gemüse…)

      Der dritte Teil kommt übrigens noch heute Abend!! Hoffe der gefällt ebenfalls ^^

      Dezember 6, 2011 um 5:10 pm

  2. Hi Rose, schön das du wieder schreibst! ^^ Werde wieder fleißig mitlesen. Das Essen sieht köstlich aus…auch wenn ich sicherlich auch nicht alles essen würde…für das Auge sehr ansprechend. LG Cori

    Dezember 6, 2011 um 8:48 pm

  3. *grummel* Keine leichtbekleideten Mädels…

    😉

    Übrigens schließe ich mich an: Schön, dass du wieder da bist. 🙂

    Dezember 7, 2011 um 9:21 pm

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