Eine lange Reise – Teil 1 (Abi – party und Flug)

Eigentlich sollte ich ab jetzt jeden Post mit „Ich lebe noch“ oder „ein Lebenszeichen“ anfangen.. aber nein, das will ich natürlich nicht tun.

Momentan haben mich Arbeit und Schlafmangel im Griff, aber fangen wir doch da an, wo es interessant wird und arbeiten uns zum langweiligen und Alltäglichen vor.

(Dabei ist das Pocket WiFi nicht grade behilflich, da extremst langsam..)

Diese Reise begann – wie eigentlich auch alle davor – im absoluten Chaos!

Just den Abend vor dem Abflug fand nämlich die Abi Party meiner alten Stufe statt und ich hatte natürlich hoch und heilig versprochen zu kommen.

Nachdem die Woche davor nun schon so ein riesiges Chaos war mit Arzt, Anwalts und sonstigen Terminen, war Koffer packen im Akkord gefragt, gefolgt von einem kleinen Aufschrei, denn ich musste feststellen, dass ich schon um 4:00 morgens am Flughafen stehen sollte.

Was macht man also? Man durchwühlt fix die Zugverbindungen vom Popo der Welt (Ort der Abschlussparty) zum Flughafen, klemmt sich seinen Koffer unter den Arm und hechtet zum Zug.

Natürlich kommt man dann auch noch eine Stunde zu spät zur Party weil man ja den Samstagsfahrplan der DB nicht mit einberechnet hat.

Aber erstmal angekommen, war alles schnell vergessen und ich habe es richtig genossen endlich all die Leute wiederzutreffen mit denen ich so viel Zeit verbracht habe (gut, mit einigen aus der Runde verbringe ich immernoch viel Zeit, aber die anderen und auch die Lehrer mal wieder zu sehen hat was).

Als sich die Uhr gegen 2:00 näherte war es dann auch Zeit, sich langsam auf die Reise einzustellen. Die Runde war mittlerweile auf nur noch eine Hand voll lieber Menschen geschrumpft. Netterweise wurde ich im Auto zum Bahnhof kutschiert und dort stand auch schon der Zug bereit.

Eigentlich hätte ich ja nochmal ne Schuschubox gebraucht, aber der nette Bahnangestellte der mich angrinste war schneller damit, die einzige verfügbare Nachttoilette des Bahnhofes zu besetzen. Danke.

Gegen 4:00 kam ich dann endlich am Flughafen an und erlag erstmal einem Schock. So..viele..Menschen?! Leute, es ist 4:00 in der Nacht! Ihr solltet SCHLAFEN!! Aber Air Berlin und Billig-co hatten wohl einen Mallorca Ausverkauf und da mir ein durchkommen zu meinem Schalter verwehrt blieb (die haben echt den gesamten Flughafen lahm gelegt), schlurfte ich zu dem einzigen Zufluchtsort, der mir blieb – Starbucks.

Ein guter, kalter Kaffe mit viel Zucker.

Zucker und Koffeinspiegel wieder ausgeglichen, schlängelte ich mich mit meinem Koffer durch die Menschenmenge und erntete so einige böse Blicke von Leuten die wohl dachten ich drängle mich vor. British Airways empfand es als nicht nötig, die Counter pünktlich zu öffnen und somit bildete sich eine kleine Gruppierung vor dem Absperrband – ich mitten drin. Endlich den Koffer los, ab durch die Sicherheitskontrolle. Das ist der Punkt, an dem ich mir jedes Mal sicherer bin, dass die was gegen mich haben. Ich habe außer meinem Piercing und den Bügeln meines Bhs nichts metallernes am Körper – trotzdem piepst dieses Höllending! Also erstmal wieder halb ausziehen, befummeln lassen von einer schwitzenden Beamten, Füße hoch und dann weiter zu der Stelle wo ich meinen Computer wieder zusammenbauen darf weil natürlich mal wieder alles auseinander gepflückt werden musste. Die Begründung? Ich hatte meine Speichererweiterung stecken lassen.

Security check hinter mir, weiter zur Passkontrolle. Und auch hier glänzte BA wieder mit Abwesenheit. Wir warteten. Und warteten. Nichts regte sich. Abflugzeit verstrich, es regte sich noch immer nichts. Langsam und ohne Eile trotteten zwei Beamte ein, die sich dann doch dazu bewegten unsere Pässe zu analysieren. Der Abflug folgte über eine Stunde zu spät.. Offensichtlich war ich die Einzige, die um ihren Anschlussflug bangte. 20 Minuten zum umsteigen in Heathrow, das wird knapp. Nachdem wir dann mit einem grausigen Brötchen gequält wurden, dass irgendwas Fleischähnliches enthalten sollte (zumindest diesmal nichts Tomatiges..), landeten wir auch schon fast wieder. Kurz – ich habe den Anschlussflug noch erwischt, wenn auch knapp.

Erleichterung, denn ich hatte einen Fensterplatz und der Mittelplatz der Reihe blieb frei. Als mein Banknachbar nachfragte ob da noch wer kommt, war die Antwort der Stewardess „Sie fliegen mit einer Boing 747, heute sind 204 Passagiere an Bord. Davon fällt gut ein Drittel auf Erste Klasse und Buisness class, den Rest dürfen sie sich ausrechnen.“ Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.

Nach einigen Stunden Flugzeit stellte sich heraus, dass der nette Herr mit Gangplatz aus Korea stammt und einen Monat lang mit Zelt und Campingkocher per Auto durch Europa getourt ist. Ich bekam seine gesamte Fotokollektion zu sehen, inklusive Familienbilder, und es entwickelte sich ein nettes Gespräch. Glück gehabt. Auch die Nutzung des Mittelplatzes teilten wir uns Problemlos auf – ich durfte die Fläche als Sitzerweiterung nutzen und er stellte seinen Krams darauf ab. Lächelnd wurden wir uns auch darüber einig, das mittlere Tablett als Lagerstätte für den Müll zu nehmen, denn wer will schon gerne unter seinem Tablett eingequetscht sein wenn der Vordermann den Sitz so weit zurück schiebt, dass es bei einem in der Magengrube sitzt. Bis auf das Essen und die anstrengende Stewardess war es also ein recht angenehmer Flug für mich. Für den netten Koreaner allerdings weniger, denn der war halb am Verhungern und rang sich endlich durch nach etwas essbarem zu fragen, was die Antwort auf sich zog „nur noch 5 Minuten.“ Die 5 Minuten verstrichen.. kein Essen in Sicht. Er fragte nochmal. Ich glaube, insgesamt sieben oder acht mal bevor auch er einsah, dass es keinen Sinn hatte und er sich halb am verhungern dem rettenden Schlaf hingab.

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3 Antworten

  1. Hawu

    Darf man fragen was der BA-Flug gekostet hat?

    Juli 9, 2011 um 8:35 am

    • Der BA Flug hat mich 823€ gekostet.
      Eigentlich hatte ich ja nen flug bei traveloverland gebucht für 600€, aber den musste ich leider wegen meinem veränderten Reiseplan wieder stornieren.
      Generell emfehle ich aber Travel-overland, da die einfach nen super service haben und – wenn man frühzeitig bucht- auch gute preise.

      Juli 9, 2011 um 9:01 am

  2. Hawu

    Danke für die Auskunft. Ich hatte meinen (Tohuko-stornierten) Flug über ein anderes Portal gefunden, war mit knapp 700 bei relativ später Buchung auch noch ok. Aber traveloverland werde ich mir mal merken.

    Juli 9, 2011 um 3:05 pm

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