Dies, das und jenes – ein spannendes Wochenende und jede Menge Arbeit

Endlich sind wir wieder zu Hause! Endlich wieder ein wenig Zeit zum schreiben..

Ich habe mich schon so gefühlt als würde ich euch ein wenig vernachlässigen, aber nun wird ja alles wieder gut.

Am letzten Wochenende ging alles drunter und drüber. Zuerst der Stress mit der Familie, dann habe ich mich am Donnerstag zum ersten Mal in meinem Leben so derbe abgeschossen, dass ich nicht mehr wirklich gehen konnte (.. Gespräche mit einer Laterne inklusive), dann noch die Hochzeit meiner Freundin und zu guter letzt der gute Herr Okamoto. So, vielleicht sollte ich das Ganze ein wenig aufschlüsseln für euch…

Aber erstmal ein Foto von der Zugfahrt – ich will es euch nicht vorenthalten

(und ja, wir haben es tatsächlich komplett gelesen.. ich glaube der ganze Zug hat gelauscht..)

Alkohol und Rose passt nicht zusammen:

Ich mag keinen Alkohol. Zumindest nicht so richtig. Ich trinke höchstens 1x im Jahr oder noch weniger und dann auch nur ein Gläschen Cidre in nem gemütlichen Irish pub. Die letzten 7 Jahre habe ich wegen der Kinder nicht einen Tropfen gesoffen – aber nun hatte ich einen Babysitter aka. meine Mutter – und eine Cousine mit dem teuflischen Plan mich mal so richtig abzufüllen. Hallo Cousinchen, danke nochmal! Drei Tage Übelkeit habe ich dir zu verdanken, fühl dich geknutscht!

Nach dem besagten Glas Cidre im Pub, schleifte mich dieses „unschuldige“ Wesen in eine Disko/Tanzlokal. Dort stürzten sich auch direkt alle Männer auf sie und sabberten ihr hinterher, ich war froh das ich an dem Abend Mammi-style anhatte und freute mich heimlich darauf in Ruhe gelassen zu werden. Pustekuchen! Das war wohl nix. Schwupps hatte ich 3 Bier in der Hand, schwupps wurde ich einem der Barmänner vorgestellt, der zufällig an dem Tag nicht arbeiten musste, aber natürlich alle Getränke für lau bekam. Sein Lieblingsgetränk – Whiskey Cola. Yuhuu, nen guter Whiskey und ich war glücklich. Habe die Annäherungsversuche gekonnt ignoriert und einfach weitergesoffen. Als ich merkte das der Pegel erreicht ist, war es leider schon zu spät und selbst nen halber Lieter Wasser konnte das Übel nicht mehr abwenden. Cousinchen geschnappt und ab nach Hause. Oh Kloschüssel du mein bester Freund………. NIE WIEDER! Ja, es war wirklich das erste Mal in meinem Leben..und das ohne auch nur einen cent auszugeben.. irgendwo schon gruselig..

Hochzeit:

So, dann die Hochzeit am Samstag. Eine Mittelalterliche Hochzeit. Da ich früher im Bereich Reenactment gearbeitet habe (fachbereich Irische Kelten), war das für mich wie ein kleiner Sprung in die Vergangenheit. Leider hat mein Ex-mann viele meiner Sachen nach unserer Trennung einbehalten, aber zumindest ein Kleid konnte ich retten. Für die Kinder nähte ich morgens noch schnell etwas und schon saßen wir im Zug mit Ziel „mitten in die Pampa“. Der Regen hörte genau pünklich auf und die Kirchliche Trauung begann mit einer Überraschung. Die Kids waren Blumenkinder – das war schon vorher so abgesprochen – aber dann wurde ich in der Kirche nach vorne beordert. Ich? Trauzeugin? Oh mein…. hätte sie das nicht früher sagen können?? Aber es lief alles glatt, ich habe mich glaube ich nicht sooo sehr blamiert und die Feier hinterher war der Hammer.

Einen Ganz lieben Dank an Kutsch und Jenny für das Aufnehmen in ihr Auto (:

Achso, und ausnahmsweise mal ein positives Erlebnis mit der DB. Wir (also die Kinder und ich) haben nämlich kurz vor Mitternacht den letzten Zug gestürmt. In Mittelalter Klamotten. Der Zug war mäßig voll, aber alles nur männliche Wesen. Na toll, dachte ich mir. Umziehen in einem reinen Männerzug. Aber ich hatte keine andere Wahl und es gab auch nur vereinzelte komische Blicke und breites Grinsen. Beim Mäcces im Bahnhof Hannover waren auch alle ganz lieb als ich mal wieder meiner Kaffee sucht nachgab. Gut, ein paar komische Blicke nach dem Motto „Rabenmutter.. um diese Zeit noch mit zwei Kindern..“ aber egal.Alle Züge pünktlich und kein Stress. Die Kinder haben es dann im zweiten Zug nicht mehr geschafft die Augen aufzuhalten. Hier ein Bild von Lukas bequemer Schlafpose.

Und nun der letzte Teil des Spektakels. Okamoto-san.

Manchmal könnte ich ihn knutschen, manchmal möchte ich ihn erwürgen. So wie das Leben halt ist. Aber die letzten Tage…

Er ist der Innitiator und Producer des Radioprogrammes für das ich von jetzt an arbeiten werde. Jeden Tag habe ich 30 Minuten Sendezeit, ausgestrahlt ab August. Eigentlich sollte ich ja nur eine Geschichte vorlesen, aber nun soll ich auch noch das Intro sprechen. An und für sich ja nichts schlimmes, aber dann ist ihm eingefallen, das ich ja auch Musikerin bin und ich auch noch an der Musikalischen Untermalung mitarbeiten könnte. Nein, sollte. So saß ich volkommen unvorbereitet vor Skype, als die Nachricht von ihm kam „Er ist online. Können wir jetzt den Gruppenchat anfangen?“

Er? Wer ist „Er“? Jaaaaa.. der gute Herr wurde mir vorgestellt als Koyabu-san. Tut mir einen Gefallen und googelt mal „Koyabu“ und der erste Wikipedia Eintrag der aufleuchtet ist der richtige. (oder schaut einfach ->hier)

Und ja, es ist DER Koyabu! Scheiße, ich kleines unschuldiges *hüstel* Wesen soll mit diesem Genie zusammenarbeiten? Hää?

Gesagt, getan. Schon hatte ich ca. 20 Demotracks auf meinem Rechner mit der Aussage „Du musst uns jetzt sagen, was wir daraus machen sollen“. Öhm ja.

Alles auf Japanisch. Schnellem japanisch. Ich habe irgendwann aufgegeben das Geschnatter zwischen den beiden Kerlen zu verfolgen. Zwischendurch wurde mal ein Lebenszeichen von mir eingefordert (O-ton:) „ローズさん are you ok with this?“ Japp, klar.. immer doch. Leider hätte ich doch zwischendurch besser aufpassen sollen, denn die beiden hatten wohl beschlossen mich mit einer Harfe in ein Studio einzusperren um eine Aufnahme zu bekommen. Leute, ohne mich! Ich habe das letzte Mal eine Harfe vor.. uh, ich weiß noch nichtmal wie lange… angefasst. Geschweige denn eine Pedalharfe. Bisher habe ich mich mit den kleinen niedlichen keltischen abgeplagt. Aber was die beiden erstmal in ihren Kopf gesetzt haben, konnte ich ihnen nicht so schnell wieder austreiben. Immerhin, der Zeitdruck rettet mich fürs erste, denn das Programm für den ersten Monat muss schon eine Woche nach meiner Ankunft im Land der aufgehenden Sonne fertig sein. Ich liebe Zeitdruck! Achja, hatte ich schon erwähnt das ich dann ein halbes Tonstudio mit nach Deutschland schleppen muss? Kann ja nicht jede Woche nach Japan fliegen um die Texte aufzunehmen. Alles in allem wohl ein Seesack voll mit ordentlich Gewicht – nun muss ich mir was einfallen lassen…

Oh, und ein Visum soll ich wohl auch bekommen fürs nächste Mal. Aber Visum heist, dass ich den Railpass nicht mehr kaufen kann. Schlechter Tausch. Von Yokohama nach Fukuoka zum Studio ist es ne ganz schöne Ecke – und zu den Tonaufnahmen in Osaka auch. Nun soll ich nämlich auch noch singen..

Aber zumindest wird es nett vergütet. Jetzt brauche ich nur noch ein Japanisches Konto.. und dafür brauche ich ein Visum.. aber dafür brauche ich zuerst ne Festeinstellung.. und dafür.. egal, wird schon alles werden, dieses Mal ist ja quasi auch nur der Testlauf.

Bf ist mäßig begeistert. Klar, ich arbeite in einem rein männlichen Team und mit einigen bekannten Menschen zusammen. Außerdem können wir die Zeit, die ich in Fukuoka bin nicht zusammen sein.. aber er nimmt es tapfer hin und freut sich schon auf die Aufnahmen. Momentan ist zwischen uns alles rosa und stressfrei, also nichts worüber ich hier großartig schreiben könnte.

Heute haben wir die Bestätigung für unser Appartment bekommen. Das gleiche wie im letzten Jahr. Sakuragicho, ich komme! Hmm.. vielleicht sollte ich mal einen Beitrag über Sakuragicho schreiben, damit ihr seht warum ich davon so begeistert bin!!

Urlaubsplanung geht auch vorran. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden wir uns in Hiroshima treffen und zusammen nach Himeiji fahren, da ich die Burg unbedingt sehen möchte. Wenn es die Zeit zulässt hängen wir noch ein bis zwei Tage Kyoto/Osaka dran um Freunde zu treffen und vielleicht kann ich da sogar das Treffen mit Koyabu-san unterbringen.. mal schauen.

Shikoku habe ich ihm jetzt auch schmackhaft gemacht, sobald er mal wieder ein wenig Zeit hat, wird er den Reiseführer wälzen und dann den endgültigen Plan erstellen bei dem ich dann nur noch begrenztes Mitspracherecht erhalte. Man kann ja nicht alles haben.

Takayama werde ich wohl alleine bereisen müssen wenn ich meine Dango essen will und auch Takaosan steht aus dem gleichen Grund auf meinem Plan für einen Tagesausflug. Ich hoffe diesmal ohne Gewitter.. aber das ist Inhalt für einen anderen Post..

schluss für heute, mein skype klingelt schon wieder fröhlich vor sich hin und die arbeit ruft…

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3 Antworten

  1. @Rose
    Ohne deine Reiseplaene durchkreuzen zu wollen, aber Himeji-Jo ist fuer die naechsten paar Jahre (5?) komplett verdeckt. Von aussen ist nix zu sehen, ausser Planen. Man kann zwar rein, aber viele Bereiche sind gesperrt. Uebel finde ich, das die Umbauarbeiten auf der offiziellen Hompage nicht mal am Rande erwaehnt werden. Ich war vor ein paar Monaten fuer eine Woche in Himeji und habe mich jedesmal geaergert wenn ich das Schloss gesehen habe. Naja, ansonsten hat Himeji ja nicht soooo viel zu bieten.
    Warst du schonmal in Nagasaki? DAS ist eine Reise wert. Wunderschoen gelegen, viel alte Substanz und auf einer Rundfahrt kannst du Gunkan-Jiima sehen. Ich glaub, da darf man jetzt sogar drauf.

    Juni 21, 2011 um 4:53 am

    • Danke für den Hinweis!! Meine Reiseplanung ist ja recht flexibel, jetzt wird Bf halt nach Miyajima geschleift.
      Nagasaki steht für meinen Aufenthalt auf Kyushu ganz weit mit oben auf der Ausflugsliste. Ist ja auch nicht so weit weg von Fukuoka. Wollte mir mal die Zugverbindungen raussuchen und schauen, ob es realisierbar währe auch den Süden von Kyushu – also so in Richtung Sakura-jima – zu erkunden wenn ich doch jeden Abend wieder im Studio bereit stehen muss…
      Aber der Plan wächst und reift.

      Juni 21, 2011 um 10:44 am

  2. Hier mal meine 2 yen – Coolio hat natürlich recht, Himeji lohnt nicht, vorerst. Nagasaki – sehr interessant. Ansonsten: Karatsu, Hagi, Iwakuni. Und Sakura-jima ist ’ne gute Wahl.

    Juni 22, 2011 um 6:59 pm

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