Matsumoto

Rollen wir das Ganze mal von Hinten auf.. ich drücke mich bis jetz um die Posts über Takayama und Shirakawago. Das ist aber auch soooo anstrengend!

Deshalb nun der Post, der zum letzten Reisebericht gehört – nämlich Matsumoto.

Bei meinem ertsen Besuch in Matsumoto verirrt, wollte ich letzten Sommer dann etwas besser planen und machte mich an die Info suche.

Aha, das schwarze Ding da ist also Matsumoto-jo.. Ich musste erkennen, dass der Tempel den ich mit etwas Verwunderung als castle abgestempelt hatte ja nicht wirklich das castle ist. Nach ein paar Bildern wusste ich auch, dass ich da auf jeden Fall nochmal hin möchte und diesmal mehr Zeit mitnehme um in aller Ruhe das castle erkunden zu können (ich benutze „castle“ da ich finde das „Schloss“ oder „Burg“ einfach nicht besonders passen sind, und es im deutschen Sprachgebrauch Assoziationen hervorruft die nicht zutreffen.)

In einem Hotel irgendwo um den Fuji-san herum – also während unseres gemeinsamen Urlaubs- lief im Nachtprogramm zufällig eine Sendung über die Geschichte des Schwarzen castles. Eigentlich hasse ich Japanisches Fernsehen, aber da habe dann auch ich gebannt zugehört und Bf gepiekst der mit dem Übersetzen nicht hinterherkam.

Vollgepumpt mit Informationen (die ich zum Schluss der Reisebeschreibung preisgeben werde) machte ich mich an die Planung.

Ich wählte einen Tag an dem sicher war, dass Bf eh Überstunden schieben musste, bereitete ein kleines Bento vor, machte mir eine imaginäre Strichliste was ich denn sehen wollteund betete für gutes Wetter.

Früh morgens bin ich dann schon vor Bf aus dem Apartment. Er fand das nicht so toll…aber da muss er durch, ist ja ein großer Junge und dann sieht er endlich mal, wie ich mich fühle wenn er mich morgens zurücklässt.

Per Direktverbindung ging es dann nach Matsumoto. Ein herrlicher Morgen, blauer Himmel, HITZE… aber es ist halt Sommer in Japan und ich muss zugeben, Matsumoto war um Längen kühler als Tokyo und Yokohama.

Trotzdem bin ich fast umgekippt nachdem ich aus dem gut klimatisierten Zug gestiegen bin. Erst friert man sich einen zurecht während der Zugfahrt und dann wird man in eine kochende Sauna geschubst. Gottseidank ist direkt gegenüber der Station ein Supermarkt mit 100yen shop (das mit dem 100yen shop nur so nebenbei als Random-info für interessierte Schnäppchenjäger).

Die Obaachans im Fahrstuhl bemerkten mein Dilemma und fragten immer wieder „Genki? Daijoubu?“ Ich versicherte ihnen, dass ich nach einem Schluck zu trinken wieder ganz normal rumspringen würde und so zogen sie schließlich beruhigt von dannen – auch, wenn sie mich beim Einkaufen im Auge behielten. Somit kaufte ich mir eine Flasche Wasser und eine Flasche Kalpis dazu und schon war ich gerettet. Nach einer kurzen Pause organisierte ich mir noch schnell einen Stadtplan, berechnete den Weg, den ich beim letzten Mal gegangen war um mögliche erneute Fehler auszuschließen und trottete endlich los auf meiner Mission das castle zu finden.

Ich habe mich nicht verlaufen! Planmäßig folgte ich dem kleinen Kanal mit Blick auf die Berge der Umgebung, spazierte mit einem Grinsen am Tempel vorbei und auf meine Lieblingsstraße mit den vielen Fröschen aka. Nawate Doori. Irgendwie sah es ein wenig sauberer aus als beim letzten Mal, aber generell mag ich den Charme der alten Gebäude und das „rustikale“ Aussehen ganz gerne.

Von der Nawate Doori ging es dann weiter zum Matsumoto-jo. Um ein paar Straßenecken, dann kommt man schon an die äußeren Mauern und  kann über ein paar Brücken verteilt auf die Wassergräben mit fröhlich planschenden Enten schauen.

Vom castle weit und breit keine Spur. Noch eine Ecke… und plötzlich steht man da.

Ein riesiges castle. Groß und schwarz glänzend. Ein wirklich beeindruckender Anblick. Drum herum Wasser und ein kleiner aber feiner Park mit niedlichen Lauben unter denen man die Sommerhitze fast vergessen kann.

Nachdem ich meine Tour durch das castle hinter mir hatte, versuchte ich noch ein paar schäne Bilder zu machen, den Park und Sonnenschein zu genießen und machte mich dann wieder zurück auf den Heimweg.

Matsumoto ist eine schöne Stadt finde ich. Genau die richtige Balance zwischen Tradition und Moderne. Bf findet das zwar genauso, ist aber trotzdem eher für Yokohama – somit ist eine „Schaaaatz…ziehen wir nach Matsumoto“ Diskussion ausgeschlossen.

So, und nun zu den Infos über das castle: (Achtung- vorerst noch unvollständig!! Muss mir erst meine Übersetzung von Bf bestätigen lassen über das, was Matsumoto wirklich besonders macht.. will euch ja nicht mit Fehlinfos füttern..)

Matsumoto-jo oder auch Karasu-jo (Krähen Burg) ist eins von insgesammt nur drei schwarzen castles und somit etwas ganz besonderes.

Um 1504 wurde der Grundstein für das castle gesetzt, das damals noch unter dem Namen Fukashi-jo erbaut wurde. Später herrschte von dort Tokugawa Ieyasu (Gründer der Tokugawa Shogunate) Nach der Vereinigung Japans unter Toyotomi Hideyoshi (siehe den letzten Reisebeitrag über Nagano, Matsumoto und Kofu) wurde Ieyasu in die Kanto Region versetzt und sein Nachfolger im Matsumoto-jo wurde Ishikawa Yasunaga, der 1580 mit den Umbauten zur heutigen Form des Matsumoto-jo begann.

Während der Tokugawa Aera wurde das castle von mehreren verschiedenen Daimyo-familien beherrscht.

1872, im Zuge der Meiji Restauration, wurde in Erwägung gezogen, das castle zu zerstören. Jedoch bildete sich eine Bürgerbewegung, die sich für den Erhalt einsetzte und letztendlich gab die Stadtverwaltung nach.

In zwei periodischen Abschnitten wurde es restauriert (1903-1913 und 1950-1955) und später wurden noch die zwei Tore rekonstruiert.

(Restinfo folgt as soon as possible!!! Versprochen!)

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Eine Antwort

  1. Heydal

    Ahhh……… damit kommt Matsumoto auf meine ToDo-Reiseliste. Der Umstand das man das ganze in einem Tagesausflug von Tokyo aus bewältigen kann ist ein weiterer Pluspunkt. Vielen Dank. für den ausführlichen Beitrag

    Juni 17, 2011 um 7:34 pm

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