bye bye Japan – hallo Vienna!

Mit zwei riesen Futons, zwei großen Koffern und unzähligen kleinen Taschen bewaffnet machten sich Bf und ich am Morgen des 27.4. auf zum Flughafen Narita. Um ein Haar hätten wir unseren Bus von Shinyokohama aus verpasst – tut mir leid, mit Koffer und diesem unhandlich großen double size Futon Ding unter dem Arm kann ich einfach nicht so schnell laufen.. Bf hat übrigens das Junior Size Futon getragen.. soviel zu gerechter Aufteilung.

Der Bus stand Gottseidank noch an der Haltestelle, unser Gepäck wurde ohne Probleme hinein manövriert und wir genossen die ruhige Busfahrt.

Das erste Mal (aber sicher nicht das letzte) das wir zusammen nach Europa fliegen. 14 h zusammen im Flugzeug. Garkeine so schlechte Vorstellung 🙂

Am Flughafen angekommen zerplatzte die Freude aber schnell beim einchecken unseres Gepäcks.

Vor Abflug hatte ich extra bei unserem Reiseveranstalter nachgehakt ob unser Gepäck direkt nach Düsseldorf eingecheckt wird und ich bekam ein klares Ja als Antwort. Nun – am Flughafen- wurde uns auf unsere Nachfrage nun mitgeteilt, das wir das Gepäck in Wien entgegen nehmen müssten um es dann am Folgetag erneut einzuchecken, da zwischen den Flügen mehr als 24h liegen. Na toll. Bf ist halb in Panik ausgebrochen, ich habe mich eher resigniert etwas zurückgezogen. Nun ja, kann man nicht ändern, also kurzfristig beschlossen das wir versuchen werden das Gepäck am Flughafen in Wien abzugeben und dann halt das Theater nochmal haben werden..

Der Flug verlief dann relativ Stressfrei – trotzdem entwickelte es sich für mich zum schlimmsten Flug bisher und ich fragte mich ernsthaft wofür zur Hölle ich so viel Geld fürs Ticket geblecht habe!

Aber vielleicht bin ich einfach nur von den letzten Flügen verwöhnt gewesen, verwöhnt auch hinsichtlich des Unterhaltungsprogramms. Somit setzte ich es als Selbstverständlich vorraus, dass ich verschiedene Filme auswählen und nach Belieben ansehen kann, die freie Wahl zwischen verschiedenen Radiosendern habe. Dem war nicht so. Die Filme liefen abwechselnd in Schleifen und nirgendwo war eine Zeitangabe zu finden – somit verpasste ich immer den Anfang und gab nach einer Weile deprimiert auf. Dann wurde auch noch das System komplett gestoppt um neu hochzufahren, dazu gab es die Warnung ja keine Knöpfe zu drücken – allerdings wurden wir nicht darüber informiert ab wann wir wieder Knöpfe drücken dürfen und somit verbrachten wir dann 2h ohne Filme oder Musik nur um dann festzustellen das seit 1 1/2h das ganze schon wieder läuft und die Filme sich natürlich schon im fortgeschrittenen Stadium befanden -.-

Ich ärgerte mich, dass ich kein vernünftiges Buch eingepackt hatte und langweilte mich somit den gesammten Flug über halb zu Tode. Bf war ebenfalls ein wenig quengelig und kippte mir mehrmals Getränke über die Klamotten in Folge seiner hektischen Bewegungen. Ich war begeistert. Das Essen bestand aus Hühnchen mit Erbsen und Reis und irgendwas, das vermutlich sauce sein sollte. Dazu ein trockenes Brötchen und ein Glas Orangensaft.. Das Hühnchen war essbar, und beim Reis zwang ich mich dazu ihn zu essen – der Hunger trieb es rein. Bf konnte sich nicht dazu überwinden und stempelte den Reis als wiederlich und perversion ab. Tja, Basmati Reis ist halt nur was für ganz hartgesottene Japaner 😛

Wie auch immer, wir haben den Flug überlebt und sind gut in Vienna gelandet. Wir wurden von schönstem (Sommer) Wetter empfangen und zu unserer Freude gab es am Flughafen kostenloses Wifi.

Die Gepäcklagerung war schnell gefunden. 3€ pro Gepäckstück, passt.

Ein Kaffee sollte her, also auf zu mc caffee.. keine gute Idee.

Wir bestellten einen Eiscaffee und einen kalten Kakao. Der Caffee war garnicht mal so schlecht, aber der Kakao war ungenießbar. Ungefähr so als würde man Milchpulver lutschen mit nen bissel Schokolade – oder diese Diät shakes..

Mit der Vienna-card machten wir uns auf in Richtung Innenstadt wo sich auch unser Hotel befand. Nach dem Check in inspizierten wir erstmal unser Zimmer. Riesig und sauber. Perfekt!

Hunger.. was isst man wenn man keinen Plan hat wo man gut essen kann?! Bf hatte die grandiose Idee Kebab essen zu wollen. Also stiefelten wir los auf der Suche nach einem Kebab restaurant. Eins gefunden wollte er dort dann doch nicht essen, weil das essen ja schon so aussieht als ob es nicht schmeckt.

Damit treibt er mich regelmäßig in den Wahnsinn…..

Letztendlich, mit reichlich schlechter Laune und kurz vor dem verhungern, einigten wir uns darauf, an einem Straßenstand zu kaufen, das Essen in unser Zimmer zu schleppen und dann in Ruhe zu essen.

Gesagt, getan – Essen gekauft, aber… wo war nochmal der Weg zurück zum Hotel?? Nach gut einer halben Stunde laufen fanden wir endlich auf den Richtigen Weg zurück. Ich war so platt, das ich direkt nach dem verzehr meiner Fallaffeltasche ins Bett fiel und einschlief. Bf schaute glaub ich noch Fußball oder so. Am nächsten Morgen fand ich dann sein einmal angebissenes Kebab auf dem Tisch liegend und auf Nachfrage kam dann nur:

„Taste is so different from Japan“..

Danke, ich hab dich auch lieb.

Wie auch immer, unser Abflug sollte gegen 18:00 sein, also hatten wir Zeit bis 15:30 um danach rechtzeitig am Flughafen aufzulaufen.

Die Zeit nutzten wir mit einem -von Bf sorgfältig ausgewählten- Rundgang der Sehenswürdigkeiten von Wien und einem Besuch im Kunstmuseum.

Danach beeilen wir uns zum Flughafen zu kommen und dort erwartete uns mit großer Freude wieder das Problem : Gepäck.

Offensichtlich war in Narita ein Fehler unterlaufen, denn wir hätten 11kg Übergepäck und müssten dafür nun zahlen – außerdem würden die Futons als Übergrößen Gepäck deklariert werden müssen und seperat eingecheckt werden.

Na super. Kann es denn nicht einmal ohne Stress mit dem Gepäck gehen???

Die Angabe von meinem Reiseveranstalter lautete : 2 Gepäckstücke á 23kg. Die Angabe am Flughafen nun : so viele Gepäckstücke wie sie wollen – aber zusammen nicht mehr als 20kg.

Bitte?

Also erstmal nur die Koffer aufgegeben und die Futons zum Schalter für „bulky luggage“ gekarrt. Dort stand eine lustig gemischte Truppe von  Mitarbeitern allesamt im jüngeren Altersbereich und beobachtete fasziniert wie ich in der Verzweifelung versank. Als ich schließlich unser Problem erklärte, die Tickets vom letzten Flug vorlegte und noch mehr verzweifelte mit Tränchen in den Augen, grinste mich der zuständige Mitarbeiter nur an und meint:

„Naja, den Fehler haben die in Narita ja schon gemacht. Warum sollten sie dann also jetzt dafür bezahlen wenn der Fehler nicht bei Ihnen lag. Außerdem habe ich heute meinen letzten Tag hier. Drücke ich einfach mal beide Augen ganz feste zu…“

Ich hätte ihn knutschen können!!!!! Er hat dann beide Augen ganz fest zugedrückt und die Futons ganz schnell eingecheckt. Zum Dank gaben wir ihm und seinen Kollegen ein paar Kekse die ich im Tokyotower gekauft hatte und die somit „original aus Japan“ waren.

Der Flug nach Düsseldorf verlief dann recht unspektakulär und ruhig – nach unserer Ankunft beschlossen wir statt einer Zugfahrt mit Umsteigen (mit unserem Gepäck eine Horrorvorstellung..) dann doch lieber ein Taxi zu nehmen und uns bis vor meine Haustür fahren zu lassen.

Noch schnell in der Düsseldorfer Altstadt etwas essen gegangen und ab ins Bett.. am nächsten Tag sollte es weiter nach Hannover zu meiner Familie gehen.

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