chiba

Samstag Morgen haben wir uns auf den Weg nach Chiba gemacht.

Eigentlich wollten wir ausschlafen, aber aus uns unerfindlichen Gründen waren wir beide schon um 5:00 wach und schafften es somit auch mal zum Hotel eigenen Frühstück ^^

Naja, über die Qualität des Buffets habe ich an anderer Stelle schonmal berichtet.. es hat sich nicht sonderlich viel geändert.

In Ruhe unsere Sachen zusammen gepackt und uns auf den Weg zum Dormitory von bf gemacht. Wunderschönstes Wetter, allerdings ein klein wenig windig. Egal, die Sonne hat es wett gemacht – bis wir den Bahnhof verlassen hatten. Kaum unter freiem Himmel, fing es an in strömen zu gießen! Regenschirm aus dem Rucksack gekramt, aufgespannt – Sonnenschein. gnarf.

Nachdem sich dieses einige male weiderholt hatte, pendelte es sich auf Dauerregen ein 😦

Pitschnass und ziemlich entnervt, aber auch extremst nervös nahmen wir dann den Bus Yokohama -> Sodegaura.

Die 40 Minuten der Busfahrt waren für mich eine Mischung aus Nervosität und Übelkeit, obwohl bf versuchte mich zu beruhigen.

Am Busterminal angekommen, erwartete uns schon bfs Mutter. Eine kleine quirlige Frau mit fröhlichem Gesicht. Sie schien beeindruckt von mir zu sein.. Bf hatte ihr nicht verraten, dass ich ein bisschen Japanisch sehr wohl verstehen kann.. so wurde mein Kopf immer mehr rot. Irgendwann hat sie es dann mitbekommen und wir sind beide in Lachen ausgebrochen.

Ich weiß nicht warum, aber auf Japaner üben Gaijin die mit Stäbchen umgehen können eine ungeheure Faszination aus.

Nun weiß ich zumindest, dass ich besser und ordentlicher esse als bf, der immer unglaublich rumschmaddert ^^

Auch ungewöhnlich ist, dass es im Japanischen Speiserepertoire kaum etwas gibt, das ich nicht mag. Mal von Natto abgesehen.

Nach dem Essen kam der Teil der Reise, der mir am meißten Sorgen bereitet hatte. Wir fuhren ins Krankenhaus zu bfs Vater, der seit einigen Jahren schwer krank ist und nur selten das Krankenhaus verlassen darf.

Ich mag Krankenhäuser nicht, aber in diesem gab es zumindest nicht diesen typischen Geruch.

Bfs Vater ist etwas größer als ich, was mich sehr überraschte. Er schien sehr erfreut mich endlich zu sehen. Schon seit über einem halben Jahr hatte er auf diesen Tag gewartet. Ich mochte ihn von seiner Ausstrahlung her sofort – und später erzählte mir bf dann, das sein Vater mich wohl auch sehr gerne mag und begeistert von mir ist.

Es gab viel zu erzählen und auszutauschen und natürlich viele Fragen über mich. Aber es war ein sehr schöner Abend und wir versprachen, am nächsten Tag wiederzukommen.

Übernachtet haben wir im Apartment von bfs Bruder, der zu dem Zeitpunkt noch auf der Arbeit war und die Nacht im Elternhaus (3 minuten zu Fuß) verbrachte.

Angekommen, fanden wir zwei kleine Briefe auf dem Tisch. Die Freundin des Bruders hatte sie für uns geschrieben. So lieb..

Am nächsten Morgen klingelte in aller Frühe der Wecker – um 8:00 stand schließlich schon der Bruder auf der Matte.

Ein bildhünscher Japaner. Etwas schüchtern, aber eine angenehme Ausstrahlung. Nun kenne ich also auch Nr. 3 der Familie – es fehlt nur noch die unauffindbare Nr. 4^^

Bf ist der älteste Sohn der Familie. Seinen nächst jüngeren Bruder (Nr.2) habe ich letztes Jahr auf Hokkaido kennengelernt und nun Sohn Nr.3. Die jüngste der Familie (Nr.4) ist irgendwo mit Freunden unterwegs und nicht erreichbar, möchte mich wohl aber auch gerne treffen^^

Mit Bruder und Mutter fuhren wir zusammen in einen nahegelegenen Park. Auf der Fahrt gab es hausgemachte Onigiri mit Tarako gefüllt. Kein Vergleich zu den Conbini Dingern die ich sonst in mich hineinstopfe! Wahnsinnig lecker!

Der Spaziergang durch den Park war etwas besonderes für mich, denn hier war bf aufgewachsen und hatte als Kind hier oft gespielt. Ich hatte die Gelegenheit mich mit Mutter und Bruder ein wenig zu unterhalten und genoss das schöne Wetter mit Sonnenbrand Garantie. Nach einem kleinen aufstieg konnten wir vom Park aus sogar Fujisan sehen! Und ein paar letzte Kirschblüten tummelten sich auch um uns herum.

Nach dem Besuch im Park ging es gemeinsam zum Krankenhaus zurück und wir wurden schon sehnsüchtig erwartet. Viele Gruppenfotos später verließen wir Bfs Vater wieder und fuhren zu einem kleinen Restaurant in dem es Yakiniku gab. Es war sensationell heiß in dem Restaurant, aber das ertragen der Hitze lohnte sich – es war sehr lecker und machte viel Spaß.

Bf musste für manche Sachen als übersetzer herhalten und hat sich unterm Tisch eine gefangen..

Ich: *zu übersetzender Text*

Er: häääh? could you speak more loudly and slowly?

Ich: (lauter) *zu übersetzender Text*

Er: eeeh???

Ich: *seufz*

Er: (auf Japanisch, an Mutter+Bruder gewandt in seeehr vorwurfsvollem Ton) She is always speaking soooo fast and quiet I never can understand her. Always. Sooo much.

Ich: I understood what you said! *unterm Tisch gegens Bein klatsch*

Mutter und Bruder lagen am Boden vor lachen und er schaute verdutzt aus der Wäsche.

Würde er mal mehr Japanisch mit mir sprechen, wüsste er was ich verstehen kann und was nicht ^^

Auf zu einer Fahrt entlang Chibas Küste.

Ich mag das Meer unglaublich gerne und in Chiba gibt es wunderschöne Strände, aber heute war das Glück nicht auf unserer Seite.. Samstag der Regen, Sonntag der Wind. Starker Wind. So stark, dass man sich fallen lassen konnte ohne umzufallen – glaubt mir, ich habe es mehr als einmal probiert 😉

Nachdem ich fast von einem Felsen geweht worden währe, beschlossen wir das Meer doch lieber vom Auto aus zu sehen.

Der Wind war so stark, dass der Sand von den Stränden in Wirbeln über die Straßen tanzte!

Später sammelten wir dann Bfs Schwester ein, die grade von einem Treffen mit Freunden zurückkam.

Zusammen ging es nochmal ins Krankenhaus und es wurde noch lange gequatscht, viele Fotos gemacht und viel gelacht.

Nach dem Besuch fuhren wir zusammen zum Nabe essen und danach stellten bf und ich fest, dass wir den letzen Bus verpasst hatten 😦

btw, Bfs Mutter hat auf 80% der Fotos die Augen zu 😄

Kein Problem, Bfs Bruder sprang als Fahrer ein und kutschierte uns zurück nach Shinyokohama.

Es war ein anstrengendes, aber wunderschönes Wochenende und ich bin froh, dass ich Bfs Eltern und Geschwister kennenlernen durfte.

Soweit dazu – Fotos stelle ich gleich als Diashow ein 😉

p.s.: natürlich habe ich an diesem Wochenende noch viel mehr gemacht, aber ich denke das einiges einfach zu persönlich ist um es zu teilen. Ich schreibe hier ja schon über sehr persönliche Dinge – aber manches geht einfach noch darüber hinaus..

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