ein Beben, zwei Beben, drei… und Sakuragicho

Heute Morgen habe ich mich auf gemacht nach Sakuragicho.

Zum einen, weil ich die Gegend nach dem letzten Sommer ein wenig vermisse, zum anderen um dort im 100yen shop einzukaufen.

Angekommen, war ich fast ein wenig enttäuscht, denn die Auswahl in den 100yen shops scheint sich seit meinem letzten Besuch deutlich verringert zu haben. Ich habe zwar trotzdem ordentlich Geld dagelassen, aber bei weitem nicht das bekommen, das ich eigentlich gesucht hatte.

Naja, am Montag oder Dienstag treffe ich mich mit Sato-san in Tokyo. Da werde ich wohl das ein oder andere doch noch bekommen.

Ich merke, dass ich langsam beginne die quietschigen Bentosachen leid zu werden und sehne mich ein wenig nach den traditionelleren Sachen. Vielleicht finde ich nochmal die Zeit um ins Chinatown zu fahren. Dort gibt es wunderschöne und kunstvolle Boxen – also genau das richtige für meine aktuelle Stimmung.

Im Moment nehmen die Erdbeben übrigens kein Ende. Was gestern mit dem wackelnden Computer begann, setzte sich auch in der Nacht fort.

Bf und ich lagen gemütlich auf dem Bett und auf einmal fing es an zu wackeln..

Me: hooooney… a quake.. -.-

He: you´re kidding! Stop shaking the bed!

Me: *turns around in a huff*

Kleiderbügel fangen an zu klappern und das Rollo schlägt gegen das Fenster..

He: seriously, I thought you where kidding me….

*silence*

Jaja.. so ist das halt. Mein Kleiderbügel und Jalousien Indikator für Erdbeben leistet ganze Arbeit^^

Wo war ich stehengeblieben? ach ja… Sakuragicho..

Auf dem Rückweg nämlich, nutzte ich die Yokohama line.  2 Stationen vor Shinyokohama stoppte der Zug plötzlich mitten auf einer Brücke und es kam eine Durchsage. Dann fing der Zug an zu schwanken.. So ein bisschen fühlte ich mich an diese Dinger im Freizeitpark erinnert. Top spin oder so ähnlich heißen die glaub ich – in die man sich reinsetzt und dann hoch und runterschaukelt, über kopf stehen bleibt und so weiter..

So ähnlich kam ich mir auch vor. Ein kleines Haus, welches ich mir als Fixpunkt zum anschauen ausgesucht hatte, verschwand durch das Schwanken des Zuges immer wieder aus meinem Blickfeld. Hätte nen größeres Gebäude aussuchen sollen. Das nächste Mal.

Das schöne daran war, dass es keinerlei Panik oder sonstiges gab – klar, man ist es ja nicht anders gewohnt. Aber wenn man als kleine Deutsche dazwischen sitzt und sowas nicht kennt, ist es schon echt beruhigend.

Das zweite, das mir daran aufgefallen ist – nachdem das Beben vorbei war, raste der Zug mit ungefähr dreifacher Geschwindigkeit los. Die Verspätung musste ja schließlich wieder aufgeholt werden. Rückblickend betrachtet hat mich diese enorme Geschwindigkeit doch mehr beunruhigt als das Beben.

Übrigens habe ich heute einen neuen Begriff entdeckt. „Suicide spotter“!

Suicide spotter sind diejenigen, die sich im Zug ganz nach vorne stellen und durch das Fahrerhäuschen hindurch freien Blick auf die Geschehnisse auf den Schienen haben. Dies vor allem in den Linien, die am Beliebtesten für die Lebensmüden dieser Städte sind. Ich durfte eine leise Unterhaltung darüber mit anhören, wie viele man denn schon gesehen hat…

Ja, auch hier gibt es gruselige Leute…

Grüße aus Shinyokohama

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