Bilanz des Tages – oder, wie man lustige Leute trifft – oder, wie man Blicke auf sich zieht ~Teil 1

Dies ist nun schon mein dritter Tag hier und ich habe genau null Fotos bisher gemacht.

Irgendwie deprimierend, aber dennoch ein Zeichen dafür, dass ich aus der Touristen Nummer raus bin^^

Mein Tagesziel für morgen beinhaltet, ein Foto von dem lustigen Englischen Schild vor unserem Hotel zu machen. Das war es dann aber auch schon.

Gestern hatte mein bf den Vormittag frei. Dies haben wir wie folgt genutzt:

7:00 – Wecker klingelt. Bf stürzt aus schlaftrunken aus dem Bett, stellt den Wecker auf sleeping mode.

7:10 – Wecker klingelt. Rose dreht sich entnervt um und es wird beschlossen, doch noch eine Weile weiterzuschlafen.

10:30 – bf muss los zum Arzt wegen seines Arms und dann zur Arbeit. Rose verfällt in Tiefschlaf und kommt um 12:00 wieder zu sich…

Jaja, das Leben ist schon schwer. Da war der Abend dann schon lustiger.

Als bf endlich um 22:00 von der Arbeit zurück war, sind wir fix zu einem chinesischen Restaurant um die Ecke gelaufen. Egal wo, wenn ich in Japan chinesisch essen gehe, bestelle ich -zum Leidwesen von bf- immer Subuta.

Unsere Kombination hat mal wieder alle Blicke auf sich gezogen- und jaaaa.. Gaijin-frauen können auch mit Stäbchen umgehen!! Und heißen Tee trinken können wir auch!

Nach dem essen war es schon fast Mitternacht und wir wollten noch etwas vor dem Fernsehr in unserem Apartment entspannen. Grade gemütlich gemacht, ich war grade eingenickt, auf einmal ein lautes Gejaule aus dem Zimmereigenen Lautsprecher. Ich hab rein garnichts verstanden von dem, was die gute Frau so hektisch vor sich hin brabbelte. Die Ansage dauerte gut 10 minuten, dann war Ruhe. Bf steckte besorgt seinen Kopf aus der Badezimmertür um zu schauen ob ich OK bin, sagte aber sonst nichts weiter.

Eine halbe Stunde später erneut quietschende Lautsprecher.

Beruhigende Pianomusik und eine etwas gelassenere Durchsage als die erste. Schließlich schien man sich doch darauf geeinigt zu haben, dass sich auch Gaijin im Hotel aufhalten und man die Ansage auf englisch wiederholen sollte. Tadaaa.. es war der Feueralarm! Man entschuldige sich vielmals, jemand (Unterton: irgendein Idiot) hat beim heiß baden die Badezimmertür aufgelassen und der Wasserdampf hat den alarm ausgelöst. Nochmals tausendmal bitte um Verzeihung. Ansage Ende. Allerdings… hielt man es wohl für nötig, die Pianomusik noch locker eine halbe Stunde weiterlaufen zu lassen. Mitten in der Nacht. Lautstärke nicht regulierbar schmerzhaft für die Ohren. Feine Sache das. Ich hoffe nur, dass heute nicht wieder irgendjemand auf die Idee kommt mit offener Tür zu baden!

Nun aber zum heutigen Tag.

Bf musste um 9:00 losstiefeln zur Arbeit. Ich mag gleitende Arbeitszeiten^^

Also klingelte der Wecker um 7:00, damit wir das Hoteleigene Frühstück auch ja nicht verpassen würden!

Mein Tagesplan sah vor, um 8:45 in den Zug nach Asakusa zu springen (IN den Zug- nicht VOR den Zug!) und mich dort um 10:00 mit Okamoto-san zu treffen, den ich nun schon ewigkeiten kenne und der mir hier viel hilft. Er ist Künstler so wie ich und somit schwimmen wir auf gleicher Wellenlänge. Beide verrückt- aber das werdet ihr beim weiterlesen ja noch feststellen.

Wecker um 7:00 – effektiv aufgestanden bin ich dann um 8:00 und habe mit Schrecken festgestellt, dass fertig machen, Frühstück, zur Station laufen und den Zug erwischen doch ein klein bisschen knapp werden könnte – vor allem da bf noch tief und fest vor sich hinschnarchte..

Also Bf aus dem Bett geschmissen, sich im Schnellmodus fertig gemacht, Bf durchs Badezimmer geschleust und mich kurz mit der Zugverbindung auseinander gesetzt. Ich bewundere es immer wieder, in welchem Tempo mein bf seinen Buisness Anzug anziehen kann…

Das Frühstück. Tja, das Frühstück im Hotel war irgendwie so eine Sache für sich. Es gab Getränke aus dem Automaten umsonst, ich konnte also einen Royal milk tea genießen. Der Rest war eher gewöhnungsbedürftig.

Ich bin ein Miso suppen Mensch seit ich sie das erste Mal gegessen habe.  Morgens werde ich nur schwer glücklich ohne Misoshiru, Reis und Fisch.  Brot brauche ich eigentlich nicht, und wenn, dann nur abends oder zwischendurch ein bisschen. Hier gab es Brot. Komisch aussehende Crossaints, vanille Schnecken, Anko Gipfel (ja, die Dinger hießen wirklich so!) und „soft bun“. Auf meinem Teller landete eine Vanille Schnecke. Weiter. Ein Tablett mit Yakisoba. Myammi denkt sich die Rose, da nimmst du doch ein bisschen von. Joghurt und dazugehörige Fruchtsauce hob ich mir für später auf und umschiffte den Tisch geschickt in Richtung Okayu. Nein, ich bin nicht krank, habe keine Erkältung oder sonstiges. Ich denke nur ein bisschen an meine Gesundheit! Und Okayu ist gesund. Wer isst nicht gerne Reisschleim zum Frühstück? ^^

Mein Tablett sah irgendwie leer aus mit dem bisschen Zeugs was darauf gelandet war, aber als ich dann die Geschmacksprobe hinter mir hatte, war ich froh, dass es nur so wenig war. „Grausam“ umschreibt es nur bis zu einem gewissen Grade.

Ein Blick auf die Uhr. Mein Zug fuhr genau….jetzt! Verpasst. verdammt.

Also schnell bf gequält mir eine neue Verbindung rauszusuchen – ohne Nozomi Shikansen nehmen zu müssen! Schnell noch unsere Sachen aus dem Zimmer geholt und zusammen auf zur Station.

Es ist selten, dass wir mal zusammen Zug fahren. Erst recht morgens. Aber es stellte sich als gut heraus, da ich vergessen hatte wo man eine Suica herbekommt und er mir damit aus der Patsche helfen konnte. Anscheinend stärkt das das Ego des Japanischen Mannes, denn er hat es kurzzeitig gewagt in der Öffentlichkeit (!) mit mir Händchen zu halten.

In Yokohama trennten sich unsere Wege dann, und ich machte mich auf nach Asakusa.

Mit einer halben Stunde Verspätung traf ich am Sensoji ein. Das Wetter war berauschend. Wolken, Regen und Pollen. Bäh.

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