gelandet.. oder spannende Dinge, die man unbedingt machen sollte nach über 48 h Schlafentzug.. Teil 2

In Shinyokohama angekommen, begaben wir uns auf die Suche nach unserem Hotel. Mist. Das Ding war zu und man brauchte nen passcode um überhaupt reinzukommen.. was macht also mein lieber bf? Er drückt den Notfallknopf!

Unser Gepäck verstaut, stellte ich fest nun über 48h durchgehend auf den Beinen zu sein und das ich dann doch mal irgendwann gerne ein wenig Schlaf hätte. Aber check in für das Hotel war offiziell erst um 15:00, somit folgte ich dem Tagesplan meines Bf´s. Dieser sah vor, in einem nicht allzuweit entferntem Möbelhaus nach Futons zu schauen, Yodobashi Camera (ein riesiger Elektro Markt bei dem alle Mediamärkte, Saturns und wie sie nicht alle heißen vor Neide erblassen würden), die zuständige Führerscheinstelle für einen internationalen Lappen aufzusuchen und zu guter letzt noch etwas essbares aufzunehmen.

Geplant, getan. Das Möbelhaus fand ich toll. Dort gab es alles, was ich in Deutschland vergeblich suche für wenig Geld! Meine Futons werden ca. 3000 yen kosten – also weniger als 30€!

Danach auf zu Yodobashi Camera.. Tut euch einen Gefallen – geht niemals, und ich betone nochmal NIEMALS! mit einem Japaner einen Fotoapperat kaufen!! Mein bf hat den armen Verkäufer fast zwei Stunden gequält, sich immer wieder zu mir umgedreht mit dem „soll ich den kaufen“ Blick, während ich vor langer Weile und Müdigkeit gestorben bin. Wohlgemerkt, er hat sich nicht über 200 Fotodinger beraten lassen, sondern nur zu einem einzigen Apperat! Als ich dann absolut genervt so Dinge wie Auslösezeit und Serienbildfunktion in den Raum geworfen habe, war der Verkäufer nur noch mehr angespornt uns alles vorzuführen und da ich gefragt hatte, musste ich selbstverständlich auch zuschauen und alles abnicken. Doofe Idee. Nach dem letzten „bitte bitte  darf ich die kaufen“ Blickes meines bf´s, habe ich dann endlich zugestimmt mit dem Zusatzt „wenn du die jetzt nicht kaufst, dann drehe ich hier am Rad“ ging es dann auch recht schnell. Für Japanische Verhältnisse. Schnell. Es folgte also die 20 Minütige Diskussion über einen Ersatzakku, eine Schutzfolie für das Display und noch irgendwas wo ich dann aber abgeschaltet habe und mich lieber den Reisesteckern zuwendete, die da so herrlich im Weg rumleuchteten und bei denen mir bewusst wurde, dass ich meinen vergessen hatte 😦

Zwei gefühlte ewigkeiten später stand dann der gute Herr an der Kasse zum bezahlen. Grade als ich die chance witterte, dass wir jetzt endlich los können, zerstörte er diesen Gedanken mit der Aussage, er bräuchte noch eine Tasche für die Kamera!

Hier meine zweite Empfehlung – lasst NIEMALS einen Japaner eine Kameratasche in eurer Gegenwart kaufen!!

2 Stunden später.. ich krebste nur noch so vor mich hin. Eine Tasche hatte er immernoch nicht gefunden.. meine Geduld neigte sich dem Ende. Endlich- eine Tasche! Schnell zusammen mit einem neuen Reisestecker für mich bezahlt und freudestrahlend aus dem Laden raus.

Auf zur Führerschein Stelle! 15 Minuten mit dem Zug hin. 30 Minuten laufen, weil bf es nicht schafft, die Karte auf seinem Iphone richtig zu lesen. Angekommen. Es erwartete uns eine endlos lange Schlange an Menschen! Nachdem ich mir ein Plätzchen im Warteraum ergattert hatte, feststellen musste, das ich die einzige Ausländerin im Raum war und mich alle anstarrten, mein bf sich auf machte um sich anzustellen und mir auffiel, dass ich nichts, rein garnichts zur Beschäftigung dabei hatte, begann der Stundenlange Kampf mit der Langeweile.

Einziger Lichtblick während mein Kopf immer wieder wegknickte und meine Augen anfingen sich zu wehren, war ein Vater mit kleinem Baby (ca. 4-5 Monate alt), der sich einfach zu rührend um die kleine kümmerte. Es war einfach nur süß! Die kleine hat kein bisschen geweint, sich prächtig amüsiert und ihren Tee überall verteilt- nur nicht da wo er hinsollte. Die Japanische version von Backe backe kuchen klappte auch schon ganz gut, wobei ich erstaunt war, dass im Japanischen auch „patsch patsch“ gesagt wird.

Das Unterhaltungsprogramm wurde perfekt, als sich eine gruselig aussehende, offensichtlich schwangere Frau, immer näher an Baby und Vater heranschlich, diese dann anquatschte und ihnen von da an auf der Pelle hockte 🙂 Alle Versuche des Vaters diese Frau loszuwerden scheiterten gnadenlos. Das Theater dauerte ca. 2 Stunden an, dann kam endlich die Mama zurück und man verabschiedete sich unter vielen „arigatou gozaimasu“ mit dem Unterton „vielen Dank für die Unterhaltung und den Gesprächsstoff für die nächsten Stunden“.

Mein bf war immernoch nicht zurück. Grade als ich mit dem Gedanken spielte ihn in der Schlange aufzusuchen, bog er um die Ecke, erschrak und brachte nur ein „mann, siehst du müde aus“ über die Lippen. Hätte ihn erwürgen können. Dann die nette Nachricht „ach übrigens, wir sind noch nicht fertig. Ich muss noch warten bis ich aufgerufen werde.“

gnarf! Wir sind dann zusammen zu einem anderen Warteraum gedackelt, der näher am Geschehen dran war, haben uns über ein paar interessante Dinge unterhalten, mein Gehirn mit anderem als Müdigkeit beschäftigt und endlich war es vorbei. Er hatte seinen internationalen Lappen und wir durften gehen.

Nach dem Essen wurde ich dann auch von meinem Leid erlöst und durfte endlich (nach einem check in Prozess, der es in sich hatte (auch nochmal gut eine Stunde lang), schlafen gehen!!!

Achso, Erdbeben. Es sind mittlerweile so 7 oder 8 die ich mitekommen habe. Alle zwischen 2 und 3, also nichts wildes. Ich bekomme sie auch kaum mit, die Beben letztes Jahr waren irgendwie anders. Da hat es richtig gewackelt und ich fühlte mich wie auf einem Schiff. Die Beben jetzt erzeugen bei mir eher ein Schwindelgefühl so als ob mir gleich schwarz vor Augen werden würde. Ich konnte also nicht sicher sagen, dass es sich um ein Beben handelte bis mein bf dieses bestätigte. Nun habe ich in unserem Zimmer ein paar Kleiderbügel die ich beobachten kann und welche nun fröhlich vor sich hinklappern – auch jetzt im Moment. Ist schon komisch…

Ansonsten scheint sich das Leben hier aber wieder normalisiert zu haben.

Einzige Besonderheit die mir bisher aufgefallen ist- fast alle Rolltreppen sind ausgeschaltet um Strom zu sparen. Fahrstühle gehen noch, werden aber ausschließlich von den Menschen benutzt, die wirklich nicht mehr in der Lage sind Treppen zu nutzen. Man stelle sich das mal in Deutschland vor… ich glaube wir würden dann stundenlang vor den Fahrstühlen schlange stehen statt die Treppen zu nehmen 🙂

In diesem Sinne- liebe Grüße aus Shinyokohama

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